Stimmt es, dass in Russland die Eisenbahn auf breiterer Spur fährt als in Deutschland?

Stimmt es, dass …?

„Grenzbahnhof erreicht, hier wechseln die Züge auf die breitere Spur des Nachbarlandes.“

Stimmt es, dass in Russland die Eisenbahn auf breiterer Spur fährt als in Deutschland?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt: In Russland und vielen Nachbarländern fahren die Züge auf einer breiteren Spur als in Deutschland. Statt der Normalspur von 1435 Millimetern gilt dort ein Maß von rund 1520 Millimetern.

In Deutschland rollen die Züge auf der europaweit üblichen Normalspur.

Fährt man weit nach Osten, ändert sich jedoch der Abstand der Schienen.

Dort beginnt das große Reich der russischen Breitspur.

Saint Petersburg. Russian Railway Museum. TEP10 163 diesel locomotive P
Foto: Alexxx1979, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

~1520 mm

russische Spur

historisch fünf Fuß, also 1524 mm

1435 mm

Normalspur

das Maß in Deutschland

Grenze

Umspuren

Räder oder Drehgestelle werden gewechselt

Wo Breitspur auf Normalspur trifft, müssen Züge umgespurt oder Reisende umgesetzt werden.

Der Mythos auf dem Prüfstand

Die Behauptung ist richtig und betrifft einen riesigen Teil der Erde.

In Russland liegen die Schienen weiter auseinander als in Deutschland.

Statt der Normalspur gilt dort die sogenannte russische Breitspur.

Der Unterschied ist klein in Zentimetern, aber groß in seinen Folgen.

Saint Petersburg. Russian Railway Museum. TE2 414 diesel locomotive P 22
Foto: Alexxx1979, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Fünf Fuß statt Normalspur

Die Normalspur in Deutschland und weiten Teilen Europas misst 1435 Millimeter.

Die russische Breitspur ist mit rund 1520 Millimetern deutlich breiter.

Historisch geht sie auf das Maß von fünf Fuß, also 1524 Millimeter, zurück.

Der Abstand der Schienen ist also einige Zentimeter größer.

Gut zu wissen

Im Kaiserreich Russland setzte sich die Breitspur von fünf Fuß, also 1524 Millimetern, durch, heute wird das Maß meist mit rund 1520 Millimetern angegeben, deutlich mehr als die Normalspur von 1435 Millimetern.

An Grenzbahnhöfen können Reisezüge umgespurt werden, etwa im Verkehr zwischen Mitteleuropa und dem Netz der Breitspur in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Woher das Maß stammt

Im Kaiserreich Russland setzte sich früh die breite Spur durch.

Sie wurde zum Standard für das wachsende russische Eisenbahnnetz.

Später übernahmen die Nachbarländer dieses Maß.

So entstand ein zusammenhängender Raum der Breitspur.

Ein ganzer Raum in Breitspur

Die russische Breitspur gilt bis heute in vielen Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Auch Finnland und die baltischen Staaten nutzen dieses Maß.

Dadurch sind riesige Netze untereinander verbunden.

Zugleich sind sie vom westeuropäischen Normalspurnetz getrennt.

Umspuren an der Grenze

Wo Breitspur auf Normalspur trifft, passen die Fahrzeuge nicht einfach weiter.

In besonders ausgestatteten Grenzbahnhöfen können Reisezüge umgespurt werden.

Dabei werden die Drehgestelle oder Radsätze gewechselt.

Alternativ steigen die Reisenden um und Güter werden umgeladen.

Mehr Platz im Profil

Mit der breiteren Spur gingen oft auch größere Fahrzeugmaße einher.

Die Lichtraumprofile im Osten fielen großzügiger aus als in Mitteleuropa.

Dadurch können dort breitere und höhere Wagen verkehren.

Die Spurweite beeinflusst somit das ganze System der Bahn.

Auch eine Frage der Strategie

Unterschiedliche Spurweiten haben seit jeher auch eine strategische Seite.

Sie erschweren das schnelle Übersetzen von Zügen über eine Grenze.

Das neue Projekt Rail Baltica im Baltikum wird bewusst in Normalspur gebaut.

So wird das dortige Netz enger an Mitteleuropa angebunden.

Breiter, aber nicht am breitesten

Die russische Breitspur ist breiter als die Normalspur, aber kein Weltrekord.

In Indien etwa ist mit 1676 Millimetern eine noch breitere Spur verbreitet.

Historisch übertraf die englische Breitspur mit 2140 Millimetern alle anderen.

Die russische Spur liegt also im oberen Mittelfeld der Breitspuren.

Das Fazit

Die Antwort lautet eindeutig: Ja, Russland fährt auf einer breiteren Spur als Deutschland.

Statt 1435 Millimetern gilt dort ein Maß von rund 1520 Millimetern.

An den Grenzen müssen Züge deshalb umgespurt oder Reisende umgesetzt werden.

Der Mythos stimmt und erklärt eine unsichtbare Grenze quer durch Europa.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Häufige Fragen

Wie breit ist die russische Spur?
Sie misst rund 1520 Millimeter, historisch fünf Fuß oder 1524 Millimeter, und ist damit breiter als die Normalspur.
Welche Länder nutzen die Breitspur?
Neben Russland unter anderem viele Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie Finnland und die baltischen Staaten.
Was passiert an der Grenze?
Züge werden in besonderen Bahnhöfen umgespurt, oder Reisende steigen um und Güter werden umgeladen.
Warum gibt es überhaupt verschiedene Spuren?
Historische Entscheidungen und auch strategische Überlegungen führten zu unterschiedlichen Maßen.
Ist die russische Spur die breiteste?
Nein, in Indien ist eine noch breitere Spur verbreitet, und die historische englische Breitspur war noch weiter.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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