Stimmt es, dass …?
„Bitte einsteigen in die Norry: In Kambodscha fährt eine Bahn, die man zum Ausweichen einfach vom Gleis hebt.“
Stimmt es, dass in Kambodscha eine Bahn aus Bambus von Hand gebaut wird?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Behauptung stimmt: In Kambodscha fährt die sogenannte Norry, eine flache Plattform aus Bambus auf alten Achsen. Treffen sich zwei, wird die leichtere einfach vom Gleis gehoben.
Eine Eisenbahn besteht normalerweise aus schweren Wagen und starken Lokomotiven.
In Kambodscha gibt es jedoch eine Bahn, die ganz anders aussieht.
Dieser Beitrag prüft, ob dort wirklich eine Bahn aus Bambus von Hand gebaut wird.

Die Fakten in Zahlen
bis 40 km/h
Höchsttempo
mit kleinem Motor
Meterspur
1000 mm
alte Kolonialgleise
2018
neue Strecke
für Besucher bei Battambang
Die einzelnen Wagen lassen sich in wenigen Minuten auf- und abbauen.
Was eine Norry ist
In Kambodscha fährt eine Bahn, die mit einem normalen Zug wenig gemein hat.
Die Einheimischen nennen sie Norry, ein Wort, das vom französischen Begriff für Lore stammt.
Eine Norry ist im Grunde nur eine flache Plattform auf zwei Achsen.
Auf dieser Plattform liegen oft Latten aus Bambus, auf denen Menschen und Waren Platz finden.
So entsteht aus einfachsten Mitteln ein fahrbares Stück Eisenbahn.

Gebaut aus Bambus und alten Teilen
Der Rahmen besteht meist aus leichtem Metall, die Ladefläche aus Bambus.
Die Räder stammen häufig von ausgedienten Fahrzeugen und alten Wagen.
Angetrieben wird die Norry von einem kleinen Motor, wie man ihn von Motorrädern kennt.
Ein Dorf kann eine solche Bahn in wenigen Tagen zusammenbauen.
Teure Technik oder seltene Ersatzteile braucht es dafür kaum.
Gut zu wissen
Die Norry entstand aus der Not, als das reguläre Bahnnetz brachlag; heute ist sie vor allem eine Attraktion für Reisende.
Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf den Wikipedia-Artikel zur Bambusbahn in Kambodscha (Stand 2025).
Wie man einander ausweicht
Auf der Strecke gibt es nur ein einziges Gleis, auf dem in beide Richtungen gefahren wird.
Treffen zwei Norrys aufeinander, gibt es einen einfachen Trick.
Die leichter beladene Plattform wird kurzerhand vom Gleis gehoben.
Ist die andere vorbei, setzt man sie wieder auf die Schienen.
Dank des geringen Gewichts dauert dieses Auf- und Abbauen nur wenige Minuten.
Woher die Gleise stammen
Die Gleise, auf denen die Norry rollt, sind alt und stammen aus der Kolonialzeit.
Das damalige Frankreich baute in der Region ein Eisenbahnnetz auf.
Diese Strecken waren einst für richtige Züge gedacht.
Mit der Zeit verfielen viele Gleise und wurden kaum noch gepflegt.
Auf den holprigen Resten fand die Norry schließlich ihren Platz.
Nach Krieg und Zerfall
Kambodscha erlebte in seiner Geschichte schwere Jahre mit Krieg und Gewalt.
Das reguläre Bahnnetz kam dabei weitgehend zum Erliegen.
Viele Strecken wurden aufgegeben und nicht mehr befahren.
Die Menschen vor Ort brauchten dennoch ein Verkehrsmittel.
So wurde die selbstgebaute Norry zur praktischen Lösung auf verwaisten Gleisen.
Vom Alltagsverkehr zur Attraktion
Lange diente die Norry vor allem dem Transport von Menschen und Gütern.
Reis, Tiere und Marktware reisten auf den flachen Plattformen mit.
Später entdeckten Reisende aus aller Welt die ungewöhnliche Bahn.
Eine Fahrt auf der Bambusbahn wurde zu einem beliebten Erlebnis.
Aus einem Notbehelf war eine kleine Sehenswürdigkeit geworden.
Die neue Strecke bei Battambang
Die ursprüngliche Norry bei Battambang endete, als die alten Gleise für andere Pläne gebraucht wurden.
Um 2017 verschwand diese erste Form der Bambusbahn weitgehend.
Kurz darauf entstand eine neue Strecke eigens für Besucher.
Sie wurde 2018 in der Nähe eines alten Tempelbergs eröffnet.
Auf rund vier Kilometern können Gäste seither die Fahrt erleben.
Sicherheit und Tempo
Mit dem kleinen Motor erreicht eine Norry bis zu rund 40 Kilometer pro Stunde.
Das klingt wenig, fühlt sich auf der offenen Plattform aber schnell an.
Richtige Bremsen hatten die einfachen Fahrzeuge lange nicht.
Angehalten wurde oft durch Gegenschieben oder mit vereinten Kräften.
Gerade diese Einfachheit macht den besonderen Reiz der Bahn aus.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
In Kambodscha fährt mit der Norry tatsächlich eine Bahn, deren Plattform oft aus Bambus besteht.
Sie wird von Hand gebaut und zum Ausweichen einfach vom Gleis gehoben.
Nach dem Ende der ersten Strecke hält heute eine neue Touristenbahn die Idee am Leben.
Die Bambusbahn ist damit kein Märchen, sondern gelebter Einfallsreichtum auf Schienen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
