Stimmt es, dass Frankreichs erste Eisenbahn zuerst nur Kohle beförderte?

Stimmt es, dass …?

„Dieser Zug dient dem Güterverkehr, Reisende bitte noch fünf Jahre gedulden.“

Stimmt es, dass Frankreichs erste Eisenbahn zuerst nur Kohle beförderte?

→ Frankreichs erste Bahn fuhr nicht für Menschen, sondern für Kohle.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt. Die älteste Bahnstrecke Frankreichs, Saint-Étienne–Andrézieux, diente ab 1827 zunächst nur dem Güterverkehr, vor allem dem Kohletransport; Personen durften erst ab 1832 mitfahren.

Die ersten Eisenbahnen der Welt entstanden selten für Reisende.

Meist ging es um schwere Lasten, die billig bewegt werden sollten.

Auch Frankreichs erste Strecke folgte genau dieser Regel.

Historische Darstellung einer frühen französischen Eisenbahn
Foto: Neantvide, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

30. Juni 1827

Eröffnung

Saint-Étienne–Andrézieux

18 km

Länge

zur Loire bei Andrézieux

ab 1832

erst dann

durften Menschen mitfahren

Quelle: deutschsprachige Wikipedia „Bahnstrecke Saint-Étienne–Andrézieux“.

Worum es bei dem Mythos geht

Die Behauptung lautet, Frankreichs erste Eisenbahn habe zuerst nur Kohle befördert.

Das wirkt heute ungewohnt, wo die Bahn vor allem Menschen transportiert.

Zur Anfangszeit war das jedoch der Normalfall.

Die Strecke Saint-Étienne–Andrézieux zeigt das besonders deutlich.

Alte französische Dampflokomotive
Foto: Neantvide, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die älteste Bahn Frankreichs

Die Strecke wurde am 30. Juni 1827 eröffnet.

Sie verband Saint-Étienne mit Andrézieux an der Loire und war rund 18 Kilometer lang.

Sie gilt als die älteste Bahnstrecke Frankreichs.

Zugleich war sie eine der ersten öffentlichen Eisenbahnen des europäischen Festlands.

Die Konzession dafür war Mitte der 1820er Jahre erteilt worden.

Gut zu wissen

Die Strecke gilt als eine der ersten öffentlichen Eisenbahnen des europäischen Festlands; angetrieben wurde sie zunächst von Seilen und Pferden, nicht von Dampf.

Erst 1844 kaufte die Gesellschaft zwei Dampflokomotiven, von 1845 an fuhren alle Züge mit Dampf.

Gebaut für die Kohle

Saint-Étienne war eine Stadt der Kohlegruben.

Die Kohle musste zur Loire gebracht werden, um per Schiff weiterzureisen.

Genau diesen Weg sollte die Bahn übernehmen.

So war sie von Anfang an ein Werkzeug der Schwerindustrie.

Seile und Pferde statt Dampf

Lokomotiven zogen die Wagen anfangs nicht.

Über steile Rampen bewegten feste Winden die Wagen an langen Seilen.

Auf flachen Stücken spannte man Pferde vor.

Die Dampflok, die man heute mit der Eisenbahn verbindet, fehlte noch.

Erst 1832 durften Menschen mitfahren

Fünf Jahre lang rollten nur Güter über die Gleise.

Am 1. März 1832 begann der Personenverkehr.

Damit zählte die Strecke zu den ersten des Kontinents mit regelmäßiger Beförderung von Reisenden.

Aus der reinen Kohlebahn wurde langsam eine Bahn für alle.

Dann kam der Dampf

1844 kaufte die Gesellschaft zwei Dampflokomotiven von der Firma Schneider.

Von 1845 an fuhren alle Züge mit Dampfkraft.

Seile und Pferde hatten ausgedient.

Die Bahn war nun eine moderne Dampfeisenbahn.

Erste Bahn, aber nicht die erste mit Dampf

Die Strecke war die älteste Frankreichs und eine der ersten des Festlands.

Als erste mit Dampf betriebene öffentliche Bahn des Kontinents gilt dagegen oft die belgische Linie Brüssel–Mecheln von 1835.

Beide Rekorde schließen sich nicht aus, denn sie messen Verschiedenes.

Der eine zählt das Alter, der andere die Antriebsart.

Warum zuerst Güter und nicht Menschen

Schwere Lasten waren das große Problem der frühen Industrie.

Eine Bahn konnte Kohle und Erz viel günstiger bewegen als Pferdefuhrwerke.

Der Transport von Reisenden kam vielen Erbauern erst als zweiter Gedanke.

Deshalb begannen viele frühe Bahnen als reine Güterbahnen.

Saint-Étienne–Andrézieux ist dafür ein gutes Beispiel.

Das Fazit

Die Antwort lautet klar: Das stimmt.

Frankreichs erste Eisenbahn beförderte ab 1827 zunächst nur Güter, vor allem Kohle.

Gezogen wurde sie von Seilen und Pferden, nicht von Dampf.

Erst ab 1832 durften auch Menschen mitfahren.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Häufige Fragen

Beförderte Frankreichs erste Eisenbahn zuerst nur Kohle?
Ja. Die Strecke Saint-Étienne–Andrézieux diente ab 1827 dem Güterverkehr, vor allem dem Kohletransport zur Loire.
Ab wann durften Menschen mitfahren?
Ab dem 1. März 1832. Damit zählte sie zu den ersten Bahnen des Kontinents mit regelmäßigem Personenverkehr.
Fuhr die Bahn von Anfang an mit Dampf?
Nein. Zuerst zogen Seile und Pferde die Wagen. Erst ab 1845 fuhren alle Züge mit Dampf.
Wie lang war die Strecke?
Anfangs 18 Kilometer, später knapp 22 Kilometer.
War es die erste Eisenbahn des europäischen Festlands?
Sie gilt als älteste Bahnstrecke Frankreichs und als eine der ersten des Kontinents. Die erste mit Dampf betriebene öffentliche Bahn war aber oft genannt die belgische Linie von 1835.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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