Stimmt es, dass …?
„Bitte Schuhe aus: In diesem Schnellzug wartet am Fenster ein warmes Fußbad auf die Reisenden.“
Stimmt es, dass es in Japan einen Zug mit Fußbad an Bord gibt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Der japanische Zug Toreiyu Tsubasa hatte tatsächlich ein Fußbad an Bord. Der Mythos stimmt teilweise, denn den Zug gab es wirklich, doch seit März 2022 ist er nicht mehr im Einsatz.
Ein Fußbad kennt man sonst aus dem Wellnessbereich.
In Japan gab es das sogar an Bord eines Schnellzuges.
Der Zug hieß Toreiyu Tsubasa und war eine kleine Sensation.

Die Fakten in Zahlen
2014
Start
im Juli in Betrieb
2022
Ende
im März ausgemustert
Wagen 16
Fußbad
mit Blick nach draußen
Von 2014 bis 2022 fuhr der Zug mit Fußbad auf der Yamagata-Schnellfahrstrecke.
Ein Schnellzug zum Entspannen
Schnellzüge sind vor allem dafür da, schnell ans Ziel zu kommen.
In Japan gab es jedoch einen Zug, bei dem die Fahrt selbst das Ziel war.
Er trug den Namen Toreiyu Tsubasa.
Betrieben wurde er von der Bahngesellschaft JR East.
Es handelte sich um einen sogenannten Erlebniszug.
An Bord sollten die Reisenden vor allem entspannen.
Das wohl ungewöhnlichste Angebot war dabei ein echtes Fußbad.

Wo der Toreiyu Tsubasa fuhr
Der Zug verkehrte im Norden Japans.
Seine Strecke war die Yamagata-Schnellfahrstrecke.
Diese verbindet die Städte Fukushima und Shinjō.
Der Zug fuhr dort nicht als gewöhnlicher Pendlerzug.
Er war ein besonderes Angebot für Ausflüge.
Technisch gehörte er zur Baureihe E3.
Diese Baureihe fährt seit Langem auf dieser Strecke.
Gut zu wissen
Ein Ashiyu ist ein Fußbad, bei dem nur die Füße und Unterschenkel ins warme Wasser getaucht werden, wie man es in Japan an vielen heißen Quellen findet.
Der Toreiyu Tsubasa gehörte zur Baureihe E3, die auf der Yamagata-Schnellfahrstrecke zwischen Fukushima und Shinjō im Einsatz ist.
Das Fußbad in Wagen 16
Das Herzstück des Zuges lag im Wagen mit der Nummer 16.
Dort waren Fußbäder eingebaut.
Auf Japanisch heißt ein solches Fußbad Ashiyu.
Die Reisenden konnten ihre Füße ins warme Wasser tauchen.
Dabei zog draußen die Landschaft am Fenster vorbei.
Ein Fußbad in einem Schnellzug war weltweit eine Seltenheit.
Genau das machte den Toreiyu Tsubasa so bekannt.
Tatami statt normaler Sitze
Auch sonst war der Zug anders eingerichtet als üblich.
In den Wagen 12 bis 14 lagen japanische Tatami-Matten.
Auf diesen Matten saß man nach traditioneller Art.
Das erinnerte eher an einen Aufenthaltsraum als an ein Abteil.
Im Wagen 11 gab es dagegen gewöhnliche Sitze.
Dort reihten sich die Plätze im Muster zwei plus zwei.
So bot der Zug ganz unterschiedliche Arten zu reisen.
Eine Bar an Bord
Zum Entspannen gehörte auch etwas zu trinken.
Deshalb gab es im Wagen 15 eine Lounge.
In dieser Lounge stand ein Tresen wie in einer Bar.
Dort konnten sich die Reisenden mit Getränken versorgen.
Anschließend ließ es sich im Fußbad noch besser entspannen.
Der ganze Zug war auf Ruhe und Genuss ausgelegt.
Ein Zug für die Region
Solche Erlebniszüge haben in Japan eine lange Tradition.
Sie sollen Reisende in bestimmte Regionen locken.
Der Toreiyu Tsubasa führte in den Norden der Hauptinsel.
Die Gegend ist für ihre heißen Quellen bekannt.
Ein Fußbad an Bord passte gut zu diesem Ruf.
So wurde schon die Anreise zum Teil des Erlebnisses.
Warum es den Zug nicht mehr gibt
So beliebt der Zug war, heute fährt er nicht mehr.
Im März 2022 wurde der Toreiyu Tsubasa ausgemustert.
Damit endete nach knapp acht Jahren ein ungewöhnliches Kapitel.
In Betrieb gegangen war er im Juli 2014.
In dieser Zeit wurde er für viele zu einem besonderen Ziel.
Das Fußbad im Schnellzug blieb jedoch eine Ausnahme.
Was das Fußbad besonders machte
Ein Fußbad braucht warmes Wasser und sichere Technik.
In einem fahrenden Zug ist das keine einfache Aufgabe.
Das Wasser darf bei der Fahrt nicht überschwappen.
Auch die Sauberkeit muss ständig gewährleistet sein.
Dass all das gelang, war durchaus bemerkenswert.
Umso mehr wurde der Zug zu einer kleinen Berühmtheit.
Ein Erlebnis auf Schienen
Für viele Reisende war die Fahrt ein Erlebnis für sich.
Man saß auf Tatami-Matten und blickte aus großen Fenstern.
Zwischendurch tauchte man die Füße in warmes Wasser.
Die Landschaft zog dabei gemächlich vorbei.
So verband der Zug Reisen und Erholung auf besondere Weise.
Ein solches Angebot findet man nur selten auf der Welt.
Das Fazit
Der Mythos stimmt teilweise, denn den Zug mit Fußbad gab es wirklich.
Der Toreiyu Tsubasa fuhr von 2014 bis 2022 durch den Norden Japans.
Im Wagen 16 konnten die Reisenden ihre Füße ins warme Wasser tauchen.
Seit März 2022 ist der Zug allerdings nicht mehr im Einsatz.
Als Erinnerung bleibt ein ungewöhnliches Stück Bahngeschichte.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
