Stimmt es, dass es auf Fidschi vor allem Zuckerrohrbahnen gibt?

Stimmt es, dass …?

„Bitte Platz machen: Hier hat das Zuckerrohr Vorfahrt vor allen anderen.“

Stimmt es, dass es auf Fidschi vor allem Zuckerrohrbahnen gibt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?

Kurz gesagt

Auf den Fidschi-Inseln dienen die Bahnen fast nur dem Transport von geschnittenem Zuckerrohr zu den Mühlen. Der Mythos stimmt im Kern, denn ein öffentliches Personennetz gibt es nicht, sondern vor allem schmale Zuckerrohrbahnen und eine kleine Touristenbahn.

Fidschi ist ein Inselstaat im Südpazifik.

Eisenbahnen spielen dort eine ganz eigene Rolle.

Dieser Beitrag prüft, ob es fast nur Zuckerrohrbahnen gibt.

Cane Train Engine and Passenger Car ()
Foto: Jay Galvin, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

610 mm

Spurweite

sehr schmale Feldbahnen

645 km

Netz 1988

für den Zuckerrohr-Transport

seit 1876

erste Feldbahn

auf einer Zuckerrohr-Plantage

Ein großer Teil dieser Strecken wird bis heute in der Erntezeit befahren.

Bahnen für den Zucker

Auf Fidschi haben Eisenbahnen eine klare Hauptaufgabe.

Sie dienen fast ausschließlich dem Zuckerrohr.

Ein normales Streckennetz für Reisende gibt es nicht.

Stattdessen rollen beladene Loren über die Inseln.

Sie bringen das geschnittene Rohr zu den Zuckermühlen.

Dieser Beitrag prüft, ob die Bahn dort wirklich dem Zucker gehört.

Coral Coast Railway 01
Foto: Maksym Kozlenko, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Fidschi und sein Zuckerrohr

Zuckerrohr ist eine der wichtigsten Pflanzen des Landes.

Auf großen Flächen wird es angebaut und geerntet.

Der Zucker ist seit langem ein wichtiges Ausfuhrgut.

Für die Wirtschaft spielt er eine große Rolle.

Entsprechend viel Rohr muss zur Verarbeitung gebracht werden.

Genau dafür entstanden die vielen Bahnen.

Gut zu wissen

Die Zuckerbahnen auf Fidschi sind überwiegend in einer Spurweite von 610 Millimetern gebaut, einer typischen Feldbahnspur.

Betrieben wird das Netz heute von der staatlichen Zuckergesellschaft, die es 1973 übernommen hat.

Ein Netz schmaler Feldbahnen

Die Zuckerbahnen sind in einer sehr schmalen Spur gebaut.

Diese misst meist nur 610 Millimeter.

So lassen sich auch enge Kurven auf den Feldern befahren.

In den 1980er Jahren war das Netz rund 645 Kilometer lang.

Auch heute ist noch ein großer Teil davon in Betrieb.

Damit zählt es zu den größeren Feldbahnnetzen der Welt.

Von der Plantage zur Mühle

In der Erntezeit herrscht auf den Bahnen reger Betrieb.

Kleine Loks ziehen lange Reihen beladener Wagen.

Diese bringen das Rohr von den Feldern zu den Mühlen.

Dort wird aus dem Rohr der Zucker gewonnen.

Leere Wagen rollen anschließend zurück aufs Land.

So dreht sich der Kreislauf über die ganze Saison.

Die Geschichte der Zuckerbahnen

Die ersten Feldbahnen entstanden schon im 19. Jahrhundert.

Bereits 1876 gab es eine erste Bahn auf einer Plantage.

Sie wurde damals noch von Pferden gezogen.

Später baute eine große Zuckergesellschaft viele Strecken.

Im Jahr 1973 gingen die Bahnen an die staatliche Zuckergesellschaft über.

Seither betreibt diese das Netz der Zuckerbahnen.

Dampf und Diesel

Lange fuhren auf den Bahnen kleine Dampflokomotiven.

Sie prägten über Jahrzehnte das Bild der Ernte.

Mit der Zeit kamen Dieselloks hinzu.

Nach und nach ersetzten sie die alten Dampfloks.

Heute ziehen vor allem Dieselmaschinen die Loren.

Die schmale Spur blieb dabei jedoch erhalten.

Kein richtiges Personennetz

Ein allgemeines Bahnnetz für Reisende fehlt auf Fidschi.

Wer von Ort zu Ort will, nutzt Busse oder Autos.

Früher gab es einzelne Fahrten für Menschen.

So verkehrte seit 1915 ein sogenannter freier Zug.

Er fuhr aber nur selten und auf wenigen Strecken.

Ein dichtes Personennetz wie in anderen Ländern entstand nie.

Eine Bahn für Touristen

Neben den Zuckerbahnen gibt es eine kleine Ausnahme.

An der Südküste fährt eine Touristenbahn.

Sie bringt Gäste von einer Insel zu einem bekannten Strand.

Diese Fahrten gibt es seit den 1980er Jahren.

Sie nutzen zum Teil die schmale Spur der Zuckerbahnen.

Für Reisende ist das ein beliebter Ausflug.

Warum ausgerechnet Zucker

Zuckerrohr fällt in großen Mengen und zur selben Zeit an.

Solche Massen lassen sich gut auf Schienen bewegen.

Eine Feldbahn ist dafür günstig und zuverlässig.

Gerade auf Inseln mit vielen Feldern lohnt sich das.

Für den Transport von Menschen dagegen genügten Straßen.

So konzentrierte sich die Schiene ganz auf den Zucker.

Das Fazit

Der Mythos stimmt im Kern.

Die Bahnen auf Fidschi dienen vor allem dem Zuckerrohr.

Ein großes Netz schmaler Feldbahnen bringt die Ernte zu den Mühlen.

Ein öffentliches Personennetz gibt es dagegen nicht.

Nur eine kleine Touristenbahn fährt zusätzlich für Gäste.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Häufige Fragen

Wofür dienen die Bahnen auf Fidschi?
Fast ausschließlich dem Transport von geschnittenem Zuckerrohr zu den Mühlen.
Gibt es ein Personennetz?
Nein, ein allgemeines Bahnnetz für Reisende gibt es nicht; man fährt mit Bus oder Auto.
Welche Spurweite haben die Bahnen?
Meist 610 Millimeter, eine sehr schmale Feldbahnspur.
Seit wann gibt es die Zuckerbahnen?
Die erste Feldbahn entstand bereits 1876 auf einer Plantage.
Fahren auch Touristen mit der Bahn?
Ja, an der Südküste gibt es seit den 1980er Jahren eine kleine Touristenbahn.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →