Stimmt es, dass …?
„Auf Gleis vier, drei, zwei und eins: Bitte einsteigen in die vier Bahnhöfe von Monopoly.“
Stimmt es, dass es auf dem Monopoly-Spielfeld vier Bahnhöfe gibt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Auf dem klassischen Spielbrett gibt es genau vier Bahnhöfe, je einen in der Mitte jeder Spielfeldkante. In der US-Urfassung tragen sie die Namen echter Bahnlinien rund um Atlantic City, in der deutschen Ausgabe heißen sie schlicht Süd-, West-, Nord- und Hauptbahnhof.
Monopoly gehört zu den bekanntesten Brettspielen der Welt, und mitten zwischen Straßen und Häusern tauchen dort auch Bahnhöfe auf.
Viele erinnern sich an die Felder mit der kleinen aufgedruckten Lokomotive.
Doch wie viele Bahnhöfe sind es wirklich, und steckt hinter ihren Namen womöglich echte Eisenbahngeschichte?

Die Fakten in Zahlen
4
Bahnhöfe
je einer pro Spielfeldkante
200
M Kaufpreis
für jeden einzelnen Bahnhof
25–200
M Miete
je nach Zahl der eigenen Bahnhöfe
Wer alle vier Bahnhöfe besitzt, kassiert pro Besuch 200 Monopoly-Dollar Miete.
Vier Bahnhöfe, vier Kanten
Das Spielbrett von Monopoly ist quadratisch, und an jeder der vier Seiten liegt genau in der Mitte ein Bahnhof.
So ergeben sich insgesamt vier Bahnhöfe, die gleichmäßig über den Spielplan verteilt sind.
Zwischen ihnen liegen immer mehrere andere Felder, bevor der nächste Bahnhof erreicht wird.
Ein kleines Lokomotiv-Symbol markiert jedes dieser Felder.
Die Antwort auf die Titelfrage lautet damit klar: Es sind vier.

Die Namen in der deutschen Ausgabe
In der deutschen Standardausgabe heißen die vier Bahnhöfe Südbahnhof, Westbahnhof, Nordbahnhof und Hauptbahnhof.
Diese Namen klingen bewusst allgemein und passen zu keiner bestimmten Stadt.
Dadurch lässt sich das Spielbrett überall ohne festen Ortsbezug aufstellen.
Der Hauptbahnhof trägt denselben Namen wie die größten Bahnhöfe echter deutscher Städte.
Mit einer realen Streckenführung haben diese vier Namen aber nichts zu tun.
Gut zu wissen
Neben den vier Bahnhöfen gibt es auf dem klassischen Brett zwei Versorgungsfelder, das Elektrizitätswerk und das Wasserwerk, die manchmal mit Bahnhöfen verwechselt werden.
Echte Bahnhöfe sind aber nur die vier Lokomotiv-Felder, die beiden Werke bilden eine eigene Gruppe.
Reading, Pennsylvania und zwei Rätsel
Im US-Original von 1935 heißen die vier Felder Reading Railroad, Pennsylvania Railroad, B. & O. Railroad und Short Line.
Das Spiel ist in Atlantic City angesiedelt, einer Küstenstadt im US-Bundesstaat New Jersey.
Die Reading Railroad und die Pennsylvania Railroad bedienten diese Stadt in den 1930er Jahren tatsächlich.
Ihre Namen stehen also für echte, einst mächtige Eisenbahngesellschaften.
Zwei der vier Namen führen jedoch ein wenig in die Irre.
Die B. & O. fuhr gar nicht nach Atlantic City
Die Baltimore and Ohio Railroad, kurz B. & O., bediente Atlantic City entgegen dem Spielnamen gar nicht.
Sie war aber die Muttergesellschaft der Reading Railroad und tauchte wohl auch deshalb auf dem Brett auf.
Die B. & O. zählt zu den ältesten Eisenbahngesellschaften der Vereinigten Staaten.
Heute sind ihre Strecken im Netz der großen Güterbahn CSX aufgegangen.
Der Name auf dem Spielfeld hält die Erinnerung an diese Bahn wach.
Die Short Line war eine Straßenbahn
Der vierte Bahnhof heißt Short Line, und dahinter steckt gar keine Dampfeisenbahn.
Gemeint ist die Shore Fast Line, eine elektrische Überlandstraßenbahn, die Atlantic City anband.
Die Familie Todd, die Charles Darrow das Spiel beibrachte, kürzte den Namen zu Short Line ab.
So wurde aus einer Straßenbahn auf dem Spielbrett ein vollwertiger Bahnhof.
Streng genommen ist einer der vier Monopoly-Bahnhöfe also ein Straßenbahnbetrieb.
Was ein Bahnhof im Spiel kostet
Jeder der vier Bahnhöfe kostet im Spiel 200 Monopoly-Dollar.
Damit sind die Bahnhöfe gleich teuer und bilden eine eigene kleine Gruppe.
Anders als Straßen lassen sich Bahnhöfe nicht mit Häusern oder Hotels bebauen.
Wer in Geldnot gerät, kann einen Bahnhof für 100 Monopoly-Dollar mit einer Hypothek belasten.
In alten Ausgaben mit D-Mark oder Schweizer Franken wurde mit dem Zwanzigfachen gerechnet.
Warum vier Bahnhöfe stark sind
Die Miete eines Bahnhofs hängt davon ab, wie viele Bahnhöfe demselben Spieler gehören.
Mit einem Bahnhof sind es 25, mit zweien 50 und mit dreien 100 Monopoly-Dollar.
Wer alle vier Bahnhöfe besitzt, verlangt pro Besuch volle 200 Monopoly-Dollar.
Damit verdoppelt sich die Miete mit jedem weiteren Bahnhof im eigenen Besitz.
Erfahrene Spielerinnen und Spieler sammeln die Bahnhöfe deshalb gezielt.
Bahnhöfe als ruhige Geldquelle
Die Bahnhöfe liegen gleichmäßig verteilt und werden dadurch im Spielverlauf oft betreten.
Sie bringen von Anfang an ein sicheres Einkommen, ohne dass man erst bauen muss.
Gerade zu Beginn einer Partie sind sie deshalb eine verlässliche Einnahme.
Später bringen voll bebaute Straßenzüge zwar mehr, kosten aber auch viel Kapital.
Die vier Bahnhöfe sind so etwas wie der ruhige Dauerläufer unter den Feldern.
Bahn im Spiel, Bahn in der Wirklichkeit
Dass ausgerechnet Bahnhöfe auf dem Spielbrett landeten, zeigt die Bedeutung der Eisenbahn in den 1930er Jahren.
Damals war die Bahn das Rückgrat des Reise- und Güterverkehrs in den Vereinigten Staaten.
Reading und Pennsylvania gehörten zu den bekanntesten Namen dieser Zeit.
Im Spiel leben diese Bahnen bis heute weiter, lange nach ihrem Verschwinden aus dem Fahrplan.
So wurde aus einem Stück Verkehrsgeschichte ein fester Teil der Popkultur.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt: Auf dem klassischen Monopoly-Brett gibt es genau vier Bahnhöfe.
Je einer liegt in der Mitte jeder Spielfeldkante, und jeder kostet 200 Monopoly-Dollar.
In der US-Fassung stehen hinter den Namen echte Bahnen rund um Atlantic City, auch wenn die B. & O. die Stadt nie bediente und die Short Line eine Straßenbahn war.
In der deutschen Ausgabe heißen sie neutral Süd-, West-, Nord- und Hauptbahnhof.
Wer sie alle besitzt, hält eine kleine, aber verlässliche Einnahmequelle in der Hand.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
