Stimmt es, dass …?
„Bitte beachten Sie: Dieses Fahrzeug rollt nicht, sondern schwebt über seiner Fahrbahn.“
Stimmt es, dass eine Magnetschwebebahn ganz ohne Räder fährt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Eine Magnetschwebebahn wird von magnetischen Kräften getragen, geführt und angetrieben, statt auf Rädern zu rollen. In Deutschland fuhr sie jahrzehntelang auf einer Teststrecke im Emsland.
Ein Zug ohne Räder klingt zunächst wie eine Idee aus einem Zukunftsfilm.
Genau das verspricht die Magnetschwebebahn, die über ihrer Fahrbahn schweben soll.
Dieser Beitrag prüft, ob sie wirklich ganz ohne Räder auskommt.

Die Fakten in Zahlen
1969
Deutschland
Beginn der staatlich geförderten Entwicklung
1983–2011
Emsland
Erprobung auf der Versuchsanlage
2002
Shanghai
einzige Strecke im planmäßigen Betrieb
Fahrzeug und Fahrweg bilden zusammen einen Linearmotor, sodass keine Räder, Achsen oder Getriebe nötig sind.
Der Traum vom schwebenden Zug
Seit Langem träumen Ingenieure von einem Zug, der ohne Reibung auf Rädern auskommt.
Die Magnetschwebebahn soll diesen Traum mit Hilfe starker Magnete erfüllen.
Statt zu rollen, hält sie einen kleinen Abstand zur Fahrbahn.
Damit unterscheidet sie sich grundlegend von jeder klassischen Eisenbahn.
Ob das im Betrieb wirklich ganz ohne Räder gelingt, ist die eigentliche Frage.

Wie das Schweben funktioniert
Eine Magnetschwebebahn wird von magnetischen Kräften getragen und in der Spur gehalten.
Man unterscheidet dabei zwei Grundprinzipien, ein anziehendes und ein abstoßendes.
Beim anziehenden Verfahren zieht sich das Fahrwerk von unten an die Fahrbahn heran.
Ein winziger Luftspalt zwischen Fahrzeug und Fahrweg muss dabei ständig geregelt werden.
So bleibt das Fahrzeug berührungsfrei in der Schwebe.
Gut zu wissen
Das Wort Maglev kommt aus dem Englischen und steht für magnetische Levitation, also magnetisches Schweben.
Weil Fahrzeug und Fahrbahn genau zusammenpassen müssen, lässt sich eine Magnetschwebebahn nicht einfach auf vorhandenen Gleisen einsetzen.
Antrieb ohne Motor im klassischen Sinn
Beim deutschen Transrapid steckt der Antrieb nicht im Fahrzeug, sondern im Fahrweg.
Fahrzeug und Fahrweg bilden zusammen einen sogenannten Linearmotor.
Ein Wanderfeld in der Fahrbahn zieht das Fahrzeug voran.
Die Geschwindigkeit hängt davon ab, wie schnell dieses Feld wandert.
Für diesen Antrieb sind keine Räder, Achsen, Wellen oder Getriebe nötig.
Also wirklich ganz ohne Räder?
Im Betrieb schwebt das Fahrzeug tatsächlich und rollt nicht auf Rädern.
Tragen, Führen und Antreiben übernehmen allein die magnetischen Kräfte.
Nur für den Notfall oder das Abstellen gibt es Stützen und Gleitkufen.
Diese kommen jedoch erst zum Einsatz, wenn das Fahrzeug nicht schwebt.
Im normalen Fahrbetrieb trifft der Mythos vom Zug ohne Räder also zu.
Der Transrapid aus Deutschland
Die staatlich geförderte Entwicklung des Transrapid begann in Deutschland im Jahr 1969.
Von 1983 bis 2011 wurden mehrere Fahrzeuge auf der Versuchsanlage im Emsland erprobt.
Dort drehten die Züge über Jahre ihre Runden auf einer eigens gebauten Strecke.
Der Transrapid galt lange als Hoffnungsträger für den schnellen Verkehr.
Sein Weg von der Idee bis zur Teststrecke war lang und aufwendig.
Warum es in Deutschland keine Strecke gibt
Mehrere geplante Strecken in Deutschland wurden nach langen Planungen wieder aufgegeben.
Dazu zählten eine Verbindung zwischen Berlin und Hamburg sowie ein Projekt in München.
Hohe Kosten und offene Fragen führten am Ende zum Aus dieser Pläne.
So blieb der Transrapid in seiner Heimat über die Teststrecke nicht hinaus.
Die Versuchsanlage im Emsland wurde schließlich stillgelegt.
Wo Magnetschwebebahnen heute fahren
Im planmäßigen Betrieb fährt eine Transrapid-Strecke seit Ende 2002 in Shanghai.
Sie ist bis heute die einzige Strecke dieser Bauart im regulären Verkehr.
Weltweit sind Magnetschwebebahnen nur in wenigen Ländern in Ostasien im Einsatz.
Dazu zählen neben China auch Südkorea und Japan.
Die Technik blieb damit trotz ihrer Möglichkeiten eine Seltenheit.
Stärken und Grenzen der Technik
Magnetschwebebahnen können höhere Geschwindigkeiten erreichen als klassische Schnellzüge.
Dabei verbrauchen sie im Vergleich oft weniger Energie.
Sie brauchen aber eine eigene, aufwendige Fahrbahn und lassen sich nicht ins normale Schienennetz einbinden.
Genau dieser Nachteil hat ihre Verbreitung stark gebremst.
Die klassische Eisenbahn mit Rädern blieb deshalb das Rückgrat des Verkehrs.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn eine Magnetschwebebahn fährt im Betrieb tatsächlich ganz ohne Räder.
Magnetische Kräfte tragen, führen und treiben das Fahrzeug an, ganz ohne Achsen und Getriebe.
Räder gibt es höchstens als Stütze für den Stillstand oder den Notfall.
In Deutschland fuhr die Technik lange im Emsland, blieb aber ohne eigene Strecke im Alltag.
Der schwebende Zug ist damit real, aber bis heute eine seltene Ausnahme.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
