Stimmt es, dass …?
„Kleiner Hinweis am Rande: Diese Schiene ist im Querschnitt sorgfältig geformt, nicht einfach ein Klotz aus Stahl.“
Stimmt es, dass eine Bahnschiene ein Profil wie ein Pilz hat?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Der Vergleich stimmt nur zum Teil: Kopf und Steg einer Schiene ähneln einem Pilz, doch der breite Fuß macht das Profil eher zu einem umgedrehten T.
Eine Bahnschiene sieht von oben nur wie ein glänzender Strich aus Stahl aus.
Schneidet man sie aber quer durch, zeigt sich ein überraschend fein geformtes Profil.
Viele vergleichen diese Form gern mit einem Pilz.
Ob dieser Vergleich wirklich passt, klärt dieser Mythos-Check.

Die Fakten in Zahlen
3 Teile
Querschnitt
Kopf, Steg und Fuß
Kopf oben
Lauffläche
hier rollen die Räder
breiter Fuß
unten
gibt Halt auf der Schwelle
Fachleute nennen diese Bauform Breitfußschiene.
Was ein Schienenprofil ist
Das Schienenprofil beschreibt, wie der Querschnitt einer Schiene geformt ist.
Diese Form ist ganz bewusst gewählt und keineswegs zufällig.
Die heute übliche Bauform heißt Breitfußschiene.
Sie setzt sich aus drei klar erkennbaren Teilen zusammen.
Jeder dieser Teile trägt einen eigenen Namen und hat eine eigene Aufgabe.

Kopf, Steg und Fuß
Ganz oben liegt der Schienenkopf, über den die Räder des Zuges rollen.
Er bildet zugleich die Lauffläche und die seitliche Führungsfläche für die Radkränze.
Darunter folgt ein schmaler, hoher Teil, der Schienensteg genannt wird.
Am Boden verbreitert sich die Schiene zum flachen Schienenfuß.
Mit diesem Fuß steht sie fest auf der Schwelle und ihrer Unterlage.
Gut zu wissen
Eine moderne Schiene besteht aus Schienenkopf, Schienensteg und Schienenfuß.
Wegen des breiten Fußes heißt sie Breitfußschiene, nach ihrem Wegbereiter auch Vignolschiene.
Woher der Pilz-Vergleich kommt
Betrachtet man nur Kopf und Steg, erinnert das tatsächlich an einen Pilz.
Der breite Kopf sitzt dabei wie ein Hut auf dem schmalen Stiel.
Genau dieses Bild meinen viele, wenn sie von einem Pilz sprechen.
Für den oberen Teil der Schiene passt der Vergleich also recht gut.
Der Blick bleibt dabei allerdings auf halber Höhe stehen.
Warum es nicht ganz stimmt
Die heutige Schiene hat zusätzlich einen breiten, flachen Fuß.
Damit gleicht das ganze Profil eher einem umgedrehten Buchstaben T.
Ein echter Pilz hätte keinen so breiten Sockel am Boden.
Der Fuß sorgt für Halt und verteilt die Last gleichmäßig auf die Schwelle.
Deshalb stimmt der Pilz-Vergleich nur für den oberen Teil der Schiene.
Warum die Form so wichtig ist
Jeder einzelne Teil des Profils hat eine klare Aufgabe.
Der Kopf muss den harten Kontakt mit den stählernen Rädern aushalten.
Der Steg gibt der Schiene ihre Höhe und ihre Steifigkeit.
Der Fuß verankert die Schiene sicher im Gleis.
Erst im Zusammenspiel tragen sie schwere Züge über viele Jahre.
Ein Name aus der Geschichte
Die Breitfußschiene wird oft auch Vignolschiene genannt.
Der Name geht auf den Ingenieur Charles Vignoles zurück.
Diese Bauform setzte sich nach und nach weltweit als Standard durch.
Früher gab es auch andere Formen, etwa die sogenannte Stuhlschiene.
Die Breitfußschiene erwies sich aber als besonders praktisch und stabil.
Wie eine Schiene entsteht
Schienen werden aus Stahl in langen Strängen gewalzt.
Dabei erhält der Querschnitt genau seine typische Form.
Anschließend werden die Enden oft zu langen Abschnitten verschweißt.
So entstehen viele Kilometer Gleis ohne störende Stöße.
Das genormte Profil bleibt über die gesamte Länge gleich.
Was Fahrgäste selten sehen
Im Alltag sieht man immer nur den blank polierten Kopf der Schiene.
Steg und Fuß verschwinden im Schotter und unter den Schwellen.
Erst an einer Baustelle liegt das ganze Profil einmal offen.
Dann erkennt man die feine Form aus Kopf, Steg und Fuß.
Für viele Betrachter ist das ein überraschender Anblick.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt nur zum Teil.
Der obere Teil der Schiene erinnert wirklich an einen Pilz.
Wegen des breiten Fußes gleicht das ganze Profil aber eher einem umgedrehten T.
Fachleute sprechen deshalb treffender von einer Breitfußschiene.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
