Stimmt es, dass ein Waggon auf drehbaren Gestellen steht?

Stimmt es, dass …?

„Gute Fahrt durch die Kurve, dafür sorgen die Drehgestelle unter dem Wagen.“

Stimmt es, dass ein Waggon auf drehbaren Gestellen steht?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Ja, die meisten größeren Schienenfahrzeuge ruhen auf Drehgestellen, also auf drehbar gelagerten Rahmen mit je zwei Radsätzen. Diese Bauweise lässt den Wagen leichter durch enge Bögen laufen.

Wer einen Reisezugwagen von unten betrachtet, sieht an beiden Enden je einen kleinen Wagen unter dem Wagen.

Diese kompakten Rahmen mit ihren Rädern heißen Drehgestelle.

Sie sind der Grund, warum ein langer Wagen überhaupt sauber durch enge Kurven kommt.

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Foto: Tonton Bernardo, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

2 Radsätze

je Drehgestell

üblich sind zwei Achsen pro Gestell

2 Stück

je Wagen

der Wagenkasten ruht meist auf zwei Drehgestellen

Bogenlauf

Vorteil

die Gestelle schwenken in die Kurve aus

Fahrzeuge mit dieser Bauart heißen Drehgestellfahrzeuge.

Woher der Mythos kommt

Auf den ersten Blick wirkt ein Waggon wie ein starrer Kasten auf festen Rädern.

Man könnte meinen, die Achsen seien einfach unbeweglich unter den Boden geschraubt.

Bei kurzen, leichten Wagen trifft das sogar zu, denn dort sitzen die Räder in einem einzigen starren Rahmen.

Bei größeren Fahrzeugen aber steht der Kasten auf beweglichen Gestellen.

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Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was ein Drehgestell ist

Ein Drehgestell ist das Laufwerk eines Schienenfahrzeugs.

In ihm sind die Radsätze nicht direkt am Wagenkasten befestigt, sondern in einem eigenen Rahmen gelagert.

Dieser Rahmen ist um eine senkrechte Achse drehbar mit dem Wagenkasten verbunden.

Der Kasten kann sich also drehen, während das Gestell der Schiene folgt.

Gut zu wissen

Die drehbare Verbindung zwischen Wagenkasten und Gestell wird über einen sogenannten Drehzapfen oder eine Drehpfanne hergestellt.

Auch Lokomotiven stehen fast immer auf Drehgestellen, in denen zugleich die Antriebe untergebracht sind.

Warum sich das Gestell dreht

In einer Kurve muss das Laufwerk der gebogenen Schiene folgen, der lange Wagenkasten aber bleibt gerade.

Weil das Drehgestell drehbar gelagert ist, kann es sich in die Kurve hineinschwenken.

Fachleute nennen dieses Ausschwenken auch das Ausdrehen des Gestells.

So passt sich das Laufwerk dem Gleis an, ohne den ganzen Wagen zu verkanten.

Der Vorteil in der Kurve

Innerhalb eines Drehgestells liegen die Radsätze nah beieinander, der Achsabstand ist also klein.

Ein kleiner Achsabstand kommt mit engen Gleisbögen viel besser zurecht als ein langer starrer Wagen.

Dadurch laufen die Räder in einem flacheren Winkel zur Schiene.

Das verringert den Verschleiß und verbessert die Führung in der Spur.

Wie der Wagen darauf ruht

Bei einem Drehgestellfahrzeug ruht der Wagenkasten auf zwei oder mehr Drehgestellen.

Meist trägt ein Gestell zwei Radsätze, also zwei Achsen mit ihren Rädern.

Die Last des Wagens verteilt sich so gleichmäßig auf mehrere Punkte.

Zwischen Kasten und Gestell sitzen zudem Federn, die die Fahrt ruhiger machen.

Einrahmenfahrzeuge zum Vergleich

Nicht jedes Fahrzeug hat Drehgestelle, manche haben nur einen einzigen starren Rahmen.

Man nennt sie Einrahmenfahrzeuge, weil alle Radsätze in einem gemeinsamen Rahmen sitzen.

Diese Bauart ist einfacher und eignet sich für kürzere und leichtere Wagen.

Für lange, schwere Wagen sind Drehgestelle jedoch klar im Vorteil.

Ein Gestell für zwei Wagen

Bei manchen Triebzügen teilen sich zwei benachbarte Wagenkästen ein gemeinsames Drehgestell.

Diese Bauform trägt den Namen Jakobs-Drehgestell.

Sie spart Gewicht und lässt den Übergang zwischen den Wagen besonders ruhig laufen.

Der Zug wirkt dann fast wie ein durchgehendes Fahrzeug auf gemeinsamen Beinen.

Warum das den Gleisen hilft

Drehgestelle verteilen die Last des Wagens gleichmäßiger auf die Schienen.

Der flachere Winkel zwischen Rad und Schiene schont beide Seiten.

Weniger Verschleiß bedeutet längere Standzeiten für Räder und Gleise.

So sparen Drehgestelle langfristig Aufwand bei der Instandhaltung.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt, denn die meisten größeren Waggons stehen wirklich auf drehbaren Gestellen.

Diese Drehgestelle lassen sich in die Kurve schwenken und folgen so dem Gleisbogen.

Das verbessert die Fahrt in Bögen und verringert den Verschleiß an Rad und Schiene.

Die kleinen Wagen unter dem Wagen sind damit ein Schlüssel für den ruhigen Lauf der Bahn.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Häufige Fragen

Wie viele Achsen hat ein Drehgestell?
Üblich sind zwei Radsätze, also zwei Achsen, pro Drehgestell.
Warum braucht ein Wagen überhaupt Drehgestelle?
Weil ein langer Wagen mit starren Achsen enge Kurven schlecht durchfahren würde, das drehbare Gestell folgt dagegen dem Bogen.
Worauf ruht der Wagenkasten?
Er ruht meist auf zwei Drehgestellen, die über einen Drehzapfen beweglich mit ihm verbunden sind.
Was ist ein Jakobs-Drehgestell?
Ein Drehgestell, das sich zwei benachbarte Wagenkästen teilen, wie es bei manchen Triebzügen vorkommt.
Haben alle Schienenfahrzeuge Drehgestelle?
Nein, kurze und leichte Fahrzeuge nutzen oft einen einzigen starren Rahmen und heißen dann Einrahmenfahrzeuge.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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