Stimmt es, dass …?
„Auf Bahnsteig eins ein Zug nach Medina über Dschidda – dreihundert Sachen durch die Wüste der Arabischen Halbinsel.“
Stimmt es, dass ein Hochgeschwindigkeitszug Mekka und Medina verbindet?
→ Stimmt. Die Haramain-Bahn verbindet Mekka und Medina über Dschidda mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt. Zwischen den beiden heiligen Städten Mekka und Medina verkehrt seit 2018 eine Hochgeschwindigkeitsbahn mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde. Sie heißt Haramain-Bahn und führt über die Hafenstadt Dschidda.
Mekka und Medina sind die beiden wichtigsten Städte des Islam und Ziel von Millionen Reisenden im Jahr.
Lange ging es zwischen ihnen vor allem über Straßen und mit dem Flugzeug.
Seit einigen Jahren jedoch soll ein moderner Schnellzug die rund 450 Kilometer in gut zwei Stunden schaffen.

Die Haramain-Bahn in Zahlen
~450 km
Streckenlänge
von Mekka über Dschidda nach Medina
300 km/h
Reisetempo
Spitzengeschwindigkeit im planmäßigen Betrieb
2018
Oktober
Eröffnung für den öffentlichen Verkehr
~2 Std.
Fahrzeit
für die Gesamtstrecke Mekka–Medina
Quelle: Wikipedia „Haramain High Speed Railway“, Stand 2026. Fahrgastzahlen und Fahrzeiten sind gerundete Angaben.
Eine Bahn zwischen zwei heiligen Städten
Mekka und Medina liegen im Westen Saudi-Arabiens, rund 450 Kilometer voneinander entfernt.
Gemeinsam werden sie auf Arabisch als die beiden Heiligtümer bezeichnet, arabisch al-Haramain.
Nach diesem Begriff ist die Hochgeschwindigkeitsbahn benannt, die beide Städte verbindet.
Zwischen ihnen liegt mit Dschidda die größte Hafenstadt der Region und ein wichtiger Ankunftsort für Reisende.
Die Bahn fädelt diese drei Orte auf eine einzige schnelle Linie auf.

Dreihundert Sachen durch die Wüste
Die Haramain-Bahn ist für ein Reisetempo von 300 Kilometern pro Stunde ausgelegt.
Technisch sind die Züge sogar für noch höhere Geschwindigkeiten gebaut.
Damit gehört die Strecke zu den schnellsten Bahnverbindungen außerhalb Europas und Ostasiens.
Die Fahrt von Mekka nach Medina dauert dadurch nur etwa zwei Stunden.
Für eine Entfernung, die ungefähr der von Hamburg nach Frankfurt entspricht, ist das bemerkenswert flott.
Gut zu wissen
Das Wort Haramain ist die Mehrzahl von Haram und meint die beiden heiligen Stätten in Mekka und Medina.
Die Strecke überquert keine hohen Gebirge, sondern verläuft überwiegend durch flaches bis hügeliges Wüstenland, was die hohen Geschwindigkeiten erleichtert.
Fünf Stationen auf der Strecke
Die Linie hat fünf Bahnhöfe: Mekka, Dschidda, die neu gebaute King Abdullah Economic City, Medina und einen Flughafenbahnhof.
Der Abzweig zum Flughafen von Dschidda wurde erst Ende 2019 in Betrieb genommen.
Die Stationen sind großzügig gebaut, um den Andrang zu Hochzeiten bewältigen zu können.
Denn zur Pilgerzeit kommen sehr viele Menschen gleichzeitig in die Region.
Die Bahn soll helfen, diese Ströme von den verstopften Straßen zu nehmen.
Spanische Züge für die arabische Wüste
Gebaut wurde die Strecke von mehreren internationalen Firmengruppen in zwei großen Abschnitten.
Den Fahrbetrieb und die Züge brachte ein vor allem spanisches Konsortium um den Hersteller Talgo ein.
Bestellt wurden rund 35 Hochgeschwindigkeitszüge, jeder mit über 400 Sitzplätzen.
Der Gesamtauftrag hatte nach Angaben der Wikipedia einen Wert von etwa 9,4 Milliarden US-Dollar.
Die Fahrzeuge mussten eigens an Hitze und Sandflug der Wüste angepasst werden.
Ein langer Weg bis zur Eröffnung
Der Bau begann im Jahr 2009 und war ursprünglich schon für 2012 fertig geplant.
Tatsächlich dauerte es rund sechs Jahre länger als gedacht.
Feierlich eingeweiht wurde die Strecke im September 2018.
Für den öffentlichen Verkehr öffnete sie wenige Wochen später im Oktober 2018.
Seitdem gehört sie zum festen Verkehrsangebot zwischen den beiden Städten.
Viele Fahrgäste, auch viele Pilger
Für das Jahr 2023 nennt die Wikipedia rund 6,97 Millionen Fahrgäste.
Ausgelegt ist die Strecke langfristig auf ein Vielfaches davon.
Weil Dschidda der klassische Ankunftsort vieler Pilger ist, gilt die Bahn als wichtige Verbindung gerade in der Pilgerzeit.
Sie ersetzt für viele Reisende lange Busfahrten über die Autobahn.
Genaue Angaben zum Anteil der Pilger macht der Artikel allerdings nicht.
Nicht ohne Rückschläge
Ganz reibungslos lief der Betrieb nicht von Beginn an.
Ende September 2019 zerstörte ein Brand den Bahnhof in Dschidda.
Im Frühjahr 2020 wurde der Verkehr wegen der Corona-Pandemie zeitweise eingestellt.
Im März 2021 nahm die Bahn den Verkehr zwischen Mekka und Medina wieder auf.
Solche Störungen ändern aber nichts am grundsätzlichen Bestand der Strecke.
Ein Vorzeigeprojekt am Golf
Die Haramain-Bahn ist eines der größten Verkehrsprojekte der gesamten Arabischen Halbinsel.
Sie zeigt, dass Hochgeschwindigkeitsverkehr längst nicht mehr nur eine Sache Europas, Japans oder Chinas ist.
Auch andere Länder der Region planen oder bauen inzwischen Eisenbahnen.
Die Strecke steht damit für einen Wandel weg vom reinen Auto- und Flugverkehr.
Für die Fahrgäste bedeutet sie vor allem eins: eine schnelle, wettergeschützte Reise durch die Wüste.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt: Ein Hochgeschwindigkeitszug verbindet tatsächlich Mekka und Medina.
Die rund 450 Kilometer lange Haramain-Bahn fährt seit 2018 mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde über Dschidda.
Die Fahrzeit beträgt etwa zwei Stunden, fünf Bahnhöfe liegen an der Strecke.
Trotz Brand und Pandemie ist die Linie heute ein fester Teil des Verkehrs in der Region.
Stand aller Angaben ist das Jahr 2026.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
