Stimmt es, dass Dieselloks in Wahrheit mit Strom fahren?

Stimmt es, dass …?

„Bitte beachten Sie: In vielen Dieselloks dreht sich zuerst ein Generator, bevor sich ein Rad bewegt.“

Stimmt es, dass Dieselloks in Wahrheit mit Strom fahren?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Das stimmt teilweise: Sehr viele Dieselloks arbeiten dieselelektrisch, das heißt, der Dieselmotor treibt einen Generator, dessen Strom dann Elektromotoren an den Achsen antreibt. Es gibt aber auch Dieselloks mit anderer Kraftübertragung.

Eine Diesellok wirkt wie das Gegenteil eines Elektrozuges, denn sie kommt ohne Oberleitung aus.

Trotzdem behaupten manche, dass sie im Kern doch mit Strom fahre.

Dieser Beitrag klärt, wie viel Wahrheit in dieser überraschenden Aussage steckt.

2009 03 Nepal Railways 01
Foto: Ralf Lotys, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

3 Bauarten

Kraftübertragung

elektrisch, hydraulisch, mechanisch

1 Generator

dieselelektrisch

Motor erzeugt Strom für die Fahrmotoren

nach 1945

Bundesbahn

Durchbruch der Diesellok im Westen

Bei der dieselelektrischen Lok treibt der Dieselmotor einen Generator, dessen Strom die Fahrmotoren speist.

Der Mythos vom heimlichen Stromfahrzeug

Eine Diesellok riecht nach Diesel, brummt kräftig und hat keine Oberleitung über sich.

Trotzdem hört man manchmal, dass sie im Grunde elektrisch fahre.

Auf den ersten Blick klingt das nach einem Widerspruch.

Tatsächlich steckt in vielen Dieselloks aber ein überraschendes Prinzip.

Der Mythos lohnt daher einen genaueren Blick unter die Motorhaube.

Ostfriesische Küstenbahn Diesellokomotive V60 062 „Dornum“
Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Grundproblem jeder Diesellok

Ein großer Dieselmotor lässt sich nicht einfach mit der vollen Last der Räder anfahren.

Er muss zunächst lastfrei starten und auf Drehzahl kommen, bevor er Kraft abgeben kann.

Zwischen Motor und Rädern braucht es deshalb eine geschickte Kraftübertragung.

Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Bauarten der Dieselloks.

Die Lösung dieses Problems entscheidet darüber, wie eine Diesellok wirklich arbeitet.

Gut zu wissen

Der dieselelektrische Antrieb wird nicht nur bei Loks genutzt, sondern zum Beispiel auch bei vielen großen Schiffen.

Wichtig ist der Unterschied zur reinen Elektrolok, die ihren Strom von außen über die Oberleitung bezieht und ihn nicht selbst erzeugt.

Der dieselelektrische Antrieb

Bei der dieselelektrischen Lok treibt der Dieselmotor keinen Radsatz direkt an, sondern einen Generator.

Dieser Generator erzeugt Strom, der anschließend den elektrischen Fahrmotoren an den Achsen zugeführt wird.

Erst diese Fahrmotoren setzen die Räder in Bewegung.

In diesem Fall fährt die Lok also im letzten Schritt tatsächlich mit Strom.

Für diese weit verbreitete Bauart trifft der Mythos damit voll zu.

Warum der Umweg über den Strom sich lohnt

Ein rein mechanisches Getriebe stößt bei den großen Leistungen einer Lok schnell an seine Grenzen.

Der Weg über Generator und Fahrmotoren überträgt die Kraft dagegen gleichmäßig und ohne ständiges Schalten.

Die Lok wird so zu einem kleinen fahrenden Kraftwerk auf Schienen.

Elektrische Fahrmotoren liefern zudem schon beim Anfahren ein hohes Drehmoment.

Gerade schwere Züge lassen sich damit ruhig und kräftig beschleunigen.

Nicht jede Diesellok fährt so

Neben dem dieselelektrischen Antrieb gibt es auch die dieselhydraulische Bauart.

Dort überträgt ein mit Flüssigkeit gefülltes Getriebe die Kraft vom Motor auf die Räder.

Kleine Fahrzeuge nutzen außerdem ein einfaches mechanisches Getriebe wie ein großes Auto.

Der Satz, eine Diesellok fahre immer mit Strom, ist deshalb zu pauschal.

Man muss die Bauart kennen, um die Frage sauber zu beantworten.

Diesel und Bahn in Deutschland

Bei der Deutschen Bundesbahn setzten sich Dieselloks vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg durch.

Im Westen war lange die dieselhydraulische Kraftübertragung besonders beliebt.

In die DDR gelangten dagegen große dieselelektrische Loks aus der Sowjetunion.

So fuhren in einem Land über Jahre zwei unterschiedliche Antriebswege nebeneinander.

Die Geschichte zeigt, dass es nie nur die eine Diesellok gab.

Wo der Stromumweg heute steht

Bei sehr schweren und starken Dieselloks gilt der dieselelektrische Antrieb bis heute als bewährte Lösung.

Auch viele große Loks außerhalb Europas arbeiten nach diesem Prinzip.

Für kleinere Rangier- und Nebenaufgaben bleiben andere Bauarten sinnvoll.

Welcher Antrieb gewählt wird, hängt von Gewicht, Leistung und Einsatz ab.

Der Grundgedanke, mit dem Motor zuerst Strom zu erzeugen, ist aber weit verbreitet.

Was Fahrgäste davon merken

Von außen klingt jede Diesellok nach einem großen, arbeitenden Motor.

Ob dahinter ein Generator oder ein Getriebe steckt, hört man kaum heraus.

Bei dieselelektrischen Loks kann das Anfahren besonders gleichmäßig wirken.

Für die Reise selbst spielt die Bauart im Alltag kaum eine Rolle.

Spannend bleibt sie vor allem für alle, die sich für Technik begeistern.

Das Fazit

Der Mythos stimmt teilweise, denn sehr viele Dieselloks fahren tatsächlich elektrisch.

Bei der dieselelektrischen Bauart erzeugt der Dieselmotor über einen Generator den Strom für die Fahrmotoren.

Es gibt jedoch auch dieselhydraulische und dieselmechanische Loks, die anders arbeiten.

Pauschal lässt sich der Satz daher nicht auf jede Diesellok übertragen.

Wer die Bauart kennt, kann den Mythos aber ganz genau einordnen.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Häufige Fragen

Fahren alle Dieselloks elektrisch?
Nein, nur die dieselelektrische Bauart, daneben gibt es dieselhydraulische und dieselmechanische Loks.
Was bedeutet dieselelektrisch?
Der Dieselmotor treibt einen Generator, dessen Strom Elektromotoren an den Achsen antreibt.
Warum baut man diesen Umweg ein?
Er überträgt große Leistungen gleichmäßig und liefert schon beim Anfahren viel Kraft, ohne dass ein Getriebe geschaltet werden muss.
Was ist der Unterschied zur Elektrolok?
Die Elektrolok bezieht ihren Strom von außen über die Oberleitung, während die Diesellok ihn im Fahrzeug selbst erzeugt.
Gab es in Deutschland beide Bauarten?
Ja, im Westen war die dieselhydraulische Bauart verbreitet, während in die DDR große dieselelektrische Loks aus der Sowjetunion kamen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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