Stimmt es, dass …?
„Bitte beachten Sie: In vielen Dieselloks dreht sich zuerst ein Generator, bevor sich ein Rad bewegt.“
Stimmt es, dass Dieselloks in Wahrheit mit Strom fahren?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt teilweise: Sehr viele Dieselloks arbeiten dieselelektrisch, das heißt, der Dieselmotor treibt einen Generator, dessen Strom dann Elektromotoren an den Achsen antreibt. Es gibt aber auch Dieselloks mit anderer Kraftübertragung.
Eine Diesellok wirkt wie das Gegenteil eines Elektrozuges, denn sie kommt ohne Oberleitung aus.
Trotzdem behaupten manche, dass sie im Kern doch mit Strom fahre.
Dieser Beitrag klärt, wie viel Wahrheit in dieser überraschenden Aussage steckt.

Die Fakten in Zahlen
3 Bauarten
Kraftübertragung
elektrisch, hydraulisch, mechanisch
1 Generator
dieselelektrisch
Motor erzeugt Strom für die Fahrmotoren
nach 1945
Bundesbahn
Durchbruch der Diesellok im Westen
Bei der dieselelektrischen Lok treibt der Dieselmotor einen Generator, dessen Strom die Fahrmotoren speist.
Der Mythos vom heimlichen Stromfahrzeug
Eine Diesellok riecht nach Diesel, brummt kräftig und hat keine Oberleitung über sich.
Trotzdem hört man manchmal, dass sie im Grunde elektrisch fahre.
Auf den ersten Blick klingt das nach einem Widerspruch.
Tatsächlich steckt in vielen Dieselloks aber ein überraschendes Prinzip.
Der Mythos lohnt daher einen genaueren Blick unter die Motorhaube.

Das Grundproblem jeder Diesellok
Ein großer Dieselmotor lässt sich nicht einfach mit der vollen Last der Räder anfahren.
Er muss zunächst lastfrei starten und auf Drehzahl kommen, bevor er Kraft abgeben kann.
Zwischen Motor und Rädern braucht es deshalb eine geschickte Kraftübertragung.
Genau an dieser Stelle unterscheiden sich die Bauarten der Dieselloks.
Die Lösung dieses Problems entscheidet darüber, wie eine Diesellok wirklich arbeitet.
Gut zu wissen
Der dieselelektrische Antrieb wird nicht nur bei Loks genutzt, sondern zum Beispiel auch bei vielen großen Schiffen.
Wichtig ist der Unterschied zur reinen Elektrolok, die ihren Strom von außen über die Oberleitung bezieht und ihn nicht selbst erzeugt.
Der dieselelektrische Antrieb
Bei der dieselelektrischen Lok treibt der Dieselmotor keinen Radsatz direkt an, sondern einen Generator.
Dieser Generator erzeugt Strom, der anschließend den elektrischen Fahrmotoren an den Achsen zugeführt wird.
Erst diese Fahrmotoren setzen die Räder in Bewegung.
In diesem Fall fährt die Lok also im letzten Schritt tatsächlich mit Strom.
Für diese weit verbreitete Bauart trifft der Mythos damit voll zu.
Warum der Umweg über den Strom sich lohnt
Ein rein mechanisches Getriebe stößt bei den großen Leistungen einer Lok schnell an seine Grenzen.
Der Weg über Generator und Fahrmotoren überträgt die Kraft dagegen gleichmäßig und ohne ständiges Schalten.
Die Lok wird so zu einem kleinen fahrenden Kraftwerk auf Schienen.
Elektrische Fahrmotoren liefern zudem schon beim Anfahren ein hohes Drehmoment.
Gerade schwere Züge lassen sich damit ruhig und kräftig beschleunigen.
Nicht jede Diesellok fährt so
Neben dem dieselelektrischen Antrieb gibt es auch die dieselhydraulische Bauart.
Dort überträgt ein mit Flüssigkeit gefülltes Getriebe die Kraft vom Motor auf die Räder.
Kleine Fahrzeuge nutzen außerdem ein einfaches mechanisches Getriebe wie ein großes Auto.
Der Satz, eine Diesellok fahre immer mit Strom, ist deshalb zu pauschal.
Man muss die Bauart kennen, um die Frage sauber zu beantworten.
Diesel und Bahn in Deutschland
Bei der Deutschen Bundesbahn setzten sich Dieselloks vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg durch.
Im Westen war lange die dieselhydraulische Kraftübertragung besonders beliebt.
In die DDR gelangten dagegen große dieselelektrische Loks aus der Sowjetunion.
So fuhren in einem Land über Jahre zwei unterschiedliche Antriebswege nebeneinander.
Die Geschichte zeigt, dass es nie nur die eine Diesellok gab.
Wo der Stromumweg heute steht
Bei sehr schweren und starken Dieselloks gilt der dieselelektrische Antrieb bis heute als bewährte Lösung.
Auch viele große Loks außerhalb Europas arbeiten nach diesem Prinzip.
Für kleinere Rangier- und Nebenaufgaben bleiben andere Bauarten sinnvoll.
Welcher Antrieb gewählt wird, hängt von Gewicht, Leistung und Einsatz ab.
Der Grundgedanke, mit dem Motor zuerst Strom zu erzeugen, ist aber weit verbreitet.
Was Fahrgäste davon merken
Von außen klingt jede Diesellok nach einem großen, arbeitenden Motor.
Ob dahinter ein Generator oder ein Getriebe steckt, hört man kaum heraus.
Bei dieselelektrischen Loks kann das Anfahren besonders gleichmäßig wirken.
Für die Reise selbst spielt die Bauart im Alltag kaum eine Rolle.
Spannend bleibt sie vor allem für alle, die sich für Technik begeistern.
Das Fazit
Der Mythos stimmt teilweise, denn sehr viele Dieselloks fahren tatsächlich elektrisch.
Bei der dieselelektrischen Bauart erzeugt der Dieselmotor über einen Generator den Strom für die Fahrmotoren.
Es gibt jedoch auch dieselhydraulische und dieselmechanische Loks, die anders arbeiten.
Pauschal lässt sich der Satz daher nicht auf jede Diesellok übertragen.
Wer die Bauart kennt, kann den Mythos aber ganz genau einordnen.
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