Stimmt es, dass …?
„Hinweis zur Bergfahrt: Gleich verschwindet der Zug im Berg und taucht ein Stück höher wieder auf.“
Stimmt es, dass die Schwarzwaldbahn mit Kehrtunneln an Höhe gewinnt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand – und die Antwort dreht sich im Kreis.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Die Schwarzwaldbahn gewinnt ihre Höhe mit Kehrtunneln und Schleifen. Auf dem Weg über den Schwarzwald überwindet sie mit 39 Tunneln rund 650 Höhenmeter, ohne dabei zu steil zu werden.
Die Schwarzwaldbahn muss auf kurzer Strecke einen ganzen Gebirgszug überwinden.
Damit die Steigung nicht zu stark wird, dreht sich die Strecke mehrfach im Berg.
Diese kühne Linienführung machte sie schon zur Bauzeit berühmt.

Die Fakten in Zahlen
39
Tunnel
auf der Bergstrecke
ca. 650 m
Höhenunterschied
den die Strecke überwindet
1873
Eröffnung
der durchgehenden Strecke
Robert Gerwig
Erbauer
plante Kehren und Tunnel
Quelle: Wikipedia („Schwarzwaldbahn (Baden)“); Kehrtunnel und Doppelschleifen zwischen Hausach und St. Georgen.
Eine Bahn, die den Schwarzwald bezwingt
Die Schwarzwaldbahn verbindet Offenburg in der Rheinebene mit Singen am Bodensee.
Auf dem Weg muss sie den hohen Rücken des Schwarzwalds überqueren.
Zwischen Hausach und St. Georgen klettert sie dabei besonders stark bergauf.
Rund sechshundertfünfzig Höhenmeter liegen zwischen Tal und Scheitel.
Diese Höhe will überwunden werden, ohne dass die Strecke zu steil wird.

Das Problem mit der Steigung
Ein normaler Zug hält sich allein durch die Reibung seiner Räder am Berg.
Wird die Steigung zu groß, reicht diese Reibung nicht mehr aus.
Man muss die Strecke deshalb künstlich verlängern, um sanfter zu steigen.
In einem engen Tal fehlt dafür aber oft der Platz.
Genau hier kommt die Idee der Kehrtunnel ins Spiel.
Gut zu wissen
Ein Kehrtunnel ist ein Tunnel, in dem sich die Strecke in einer Schleife dreht und dabei an Höhe gewinnt.
Die Schwarzwaldbahn nutzt mehrere solcher Kehren, um das enge Gutachtal zu überwinden.
Die Idee der Kehrtunnel
Ein Kehrtunnel führt die Strecke im Inneren des Berges in einer großen Schleife.
Der Zug fährt hinein, dreht sich im Fels und kommt ein Stück höher wieder heraus.
So gewinnt die Bahn Höhe, ohne das enge Tal verlassen zu müssen.
Bei der Schwarzwaldbahn wurden solche Kehrtunnel und Doppelschleifen gezielt eingesetzt.
Für ihre Zeit war das eine sehr fortschrittliche Lösung.
Robert Gerwig plant die Strecke
Der Ingenieur Robert Gerwig entwarf die Linienführung der Schwarzwaldbahn.
Er fädelte die Strecke geschickt durch die engen Täler des Gebirges.
Der Bau zog sich über rund zehn Jahre hin.
Im November 1873 war die durchgehende Strecke schließlich fertig.
Gerwig gilt seither als Meister des Gebirgsbahnbaus.
Neununddreißig Tunnel und viele Kehren
Auf ihrem Weg durchquert die Schwarzwaldbahn insgesamt neununddreißig Tunnel.
Mehrere davon sind als Kehrtunnel angelegt und drehen die Strecke im Berg.
Der Niederwasser-Kehrtunnel misst zum Beispiel rund fünfhundertsechzig Meter.
Durch die vielen Kehren wächst die Strecke in die Länge.
So bleibt die Steigung an jeder Stelle beherrschbar.
Warum die Strecke so sanft steigt
Durch die Schleifen bleibt die Steigung auf dem Anstieg vergleichsweise gering.
Normale Lokomotiven und Triebwagen schaffen sie ohne Zahnrad.
Die Bahn ist deshalb eine reine Adhäsionsbahn geblieben.
Trotzdem fühlt sich die Fahrt an wie eine echte Bergreise.
Immer wieder öffnet sich der Blick über Täler und bewaldete Hänge.
Die Schwarzwaldbahn heute
Heute ist die Strecke elektrifiziert und wird dicht befahren.
Neben dem Nahverkehr nutzen auch viele Ausflügler die Fahrt.
Besonders der Abschnitt um Triberg gilt als landschaftlich reizvoll.
Die alten Tunnel und Kehren sind weiter in Betrieb.
Die Schwarzwaldbahn zählt damit zu den schönsten Gebirgsstrecken Deutschlands.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Die Schwarzwaldbahn gewinnt ihre Höhe mit Kehrtunneln und Schleifen.
Auf dem Weg über das Gebirge durchfährt sie neununddreißig Tunnel.
So überwindet sie rund sechshundertfünfzig Höhenmeter, ohne zu steil zu werden.
Die kühne Linienführung von Robert Gerwig wirkt bis heute.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
