Stimmt es, dass …?
„Bitte zurücklehnen, gleich dreht sich die Strecke im Berg einmal im Kreis.“
Stimmt es, dass die Sauschwänzlebahn sich selbst in einem Kreiskehrtunnel kreuzt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Sauschwänzlebahn gewinnt an Höhe, indem sie sich durch einen Kreiskehrtunnel schraubt und dabei tatsächlich über sich selbst hinwegführt. Der verschlungene Verlauf hat der Strecke auch ihren Spitznamen gegeben.
Manche Bahnstrecken fahren schnurgerade durch die Landschaft.
Die Sauschwänzlebahn im Südschwarzwald macht genau das Gegenteil.
Sie windet sich so stark, dass man sich fragt, ob ein Zug hier wirklich sich selbst begegnen kann.

Die Fakten in Zahlen
61,7 km
Gesamtstrecke
Lauchringen–Hintschingen
1 Kreiskehrtunnel
in der Stockhalde
Namensgeber der Strecke
180 Grad
Kehrtunnel „Im Weiler“
eine volle Wende im Berg
Die amtliche Bezeichnung lautet Bahnstrecke Lauchringen–Hintschingen.
Woher der Spitzname kommt
Die offizielle Strecke heißt Bahnstrecke Lauchringen–Hintschingen.
Weil sie dem Fluss Wutach folgt, nennt man sie auch Wutachtalbahn.
Den Spitznamen Sauschwänzlebahn verdankt sie dem besonders kurvigen Mittelabschnitt.
Der verschlungene Verlauf erinnert an das geringelte Ringelschwänzchen eines Schweins.

Was ein Kreiskehrtunnel ist
Ein Kreiskehrtunnel ist ein Tunnel, der sich im Inneren des Berges im Kreis dreht.
Die Strecke gewinnt dabei an Höhe, ohne den Berg direkt hinaufzufahren.
Am Ende liegt das Gleis höher als am Anfang, obwohl beide Enden fast übereinander liegen.
Auf diese Weise führt die Bahn tatsächlich über ihren eigenen Verlauf hinweg.
Gut zu wissen
Kreiskehrtunnel und Kehrschleifen gibt es an vielen Gebirgsbahnen, weil Züge nur geringe Steigungen schaffen.
Die Sauschwänzlebahn zählt zu den bekanntesten Beispielen dieser Bauweise in Deutschland.
Die Schleife in der Stockhalde
Der namensgebende Kreiskehrtunnel liegt in der Stockhalde.
Genau diesem Bauwerk verdankt die Strecke ihren Beinamen.
Der Zug verschwindet im Berg und kommt ein Stück höher wieder heraus.
Für Fahrgäste ist das der spektakulärste Moment der Fahrt.
Noch mehr Kehren und Tunnel
Die Stockhalde ist nicht die einzige Schleife der Strecke.
Im Mittelabschnitt wendet sich die Bahn im Kehrtunnel „Im Weiler“ um volle 180 Grad.
Danach verläuft sie kurz talabwärts, bevor sie beim Grimmelshofener Tunnel das Tal wechselt.
So reiht sich Kurve an Kurve, bis die Strecke die nötige Höhe erreicht hat.
Warum so viele Kurven nötig sind
Züge können keine steilen Rampen hinauffahren wie eine Straße.
Sie brauchen eine möglichst flache Steigung, auch wenn der Berg im Weg ist.
Mit Schleifen und Kehrtunneln verlängert man den Weg und verteilt den Höhenunterschied.
Was wie eine Spielerei aussieht, ist in Wahrheit kluge Ingenieurskunst.
Wofür die Strecke einst gebaut wurde
Den Bau der Strecke hat maßgeblich das Militär vorangetrieben.
Die Bahn sollte im Ernstfall eine Verbindung abseits der Grenze bieten.
Deshalb nahm man den aufwendigen Verlauf durch die Berge in Kauf.
Aus dem militärischen Zweck ist längst eine friedliche Ausflugsstrecke geworden.
Die Strecke heute
Heute ist die Sauschwänzlebahn vor allem als Ausflugs- und Museumsstrecke bekannt.
Historische Züge bringen Besucher durch den Naturpark Südschwarzwald.
Die vielen Kunstbauten gelten als technisches Denkmal.
Gerade der kurvenreiche Verlauf macht den besonderen Reiz der Fahrt aus.
Was Fahrgäste unterwegs erleben
Die Fahrt führt über Viadukte und durch zahlreiche Tunnel.
Zwischendurch öffnet sich der Blick ins grüne Tal.
Im Kreiskehrtunnel verliert man kurz die Orientierung, bevor man überrascht höher wieder auftaucht.
Viele Gäste kommen allein wegen dieses Erlebnisses.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Die Sauschwänzlebahn schraubt sich durch einen Kreiskehrtunnel in der Stockhalde nach oben und führt dabei über ihren eigenen Verlauf hinweg.
Der verschlungene Weg ist kein Zufall, sondern die Antwort der Ingenieure auf einen steilen Berg.
Und er hat der Strecke ihren liebenswerten Spitznamen eingebracht.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
