Stimmt es, dass …?
„Früher kletterte hier ein Zahnrad den Berg hinauf, heute schwebt an seiner Stelle eine Seilbahn über das Tal.“
Stimmt es, dass die Rittner Bahn den Berg früher mit einer Zahnstange erklomm?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt: Die Rittner Bahn überwand den steilen Anstieg einst mit einem Zahnstangenabschnitt. Dieser Teil wurde später durch die Rittner Seilbahn ersetzt.
Die Rittner Bahn ist eine schmalspurige Bahn in Südtirol auf dem Hochplateau über Bozen.
Heute fährt sie gemütlich von Ort zu Ort auf dem Berg.
Früher sah ihr Weg nach oben allerdings ganz anders aus, und darum geht es hier.

Die Fakten in Zahlen
1907
Eröffnung
der Rittner Bahn
4099 m
Zahnstange
Länge des Zahnstangenteils
22,2 %
Steigung
im Durchschnitt
Der steile Zahnstangenabschnitt führte hinauf nach Maria Himmelfahrt.
Die kurze Antwort
Ja, die Behauptung stimmt.
Die Rittner Bahn überwand den Anstieg auf das Hochplateau früher mit einer Zahnstange.
Dieser steile Abschnitt begann im Tal und führte hinauf nach Maria Himmelfahrt.
Später wurde dieser Teil durch eine Seilbahn ersetzt.
Heute verkehrt die Bahn nur noch oben auf dem Plateau.

Eine Bahn in drei Abschnitten
Die Rittner Bahn wurde 1907 eröffnet und war von Anfang an elektrisch.
Sie ist meterspurig und liegt in Südtirol.
Historisch bestand sie aus drei sehr unterschiedlichen Abschnitten.
Im Tal gab es eine straßenbahnähnliche Trasse in Bozen.
Daran schloss der steile Zahnstangenabschnitt an, gefolgt von der ebeneren Strecke auf dem Hochplateau.
Gut zu wissen
Die heutige Rittner Bahn fährt nur noch oben auf dem Hochplateau; den steilen Anstieg übernimmt die Seilbahn.
Der frühere Zahnstangenabschnitt führte vom Tal hinauf nach Maria Himmelfahrt.
Der steile Zahnstangenabschnitt
Die eigentliche Steilstrecke war rund 4251 Meter lang.
Davon waren 4099 Meter mit einer Zahnstange ausgestattet.
Über diese Zahnstange zogen sich die Fahrzeuge den Hang hinauf.
Der Abschnitt war im Durchschnitt 22,2 Prozent steil.
Solche Neigungen sind nur mit Zahnradtechnik sicher zu bewältigen.
Warum man eine Zahnstange brauchte
Auf dem steilen Hang reichte die Reibung der Räder allein nicht aus.
Ein normaler Zug wäre dort weder sicher hinauf- noch hinuntergekommen.
Die Zahnstange zwischen den Schienen gab dem Fahrzeug festen Halt.
So konnte die Bahn den großen Höhenunterschied auf kurzer Strecke überwinden.
Diese Technik war die Voraussetzung dafür, das Plateau überhaupt mit der Bahn zu erreichen.
Der Weg zur Seilbahn
In den 1950er-Jahren übernahm ein neuer Eigentümer die Bahn.
Dieser prüfte, wie der steile Anstieg günstiger betrieben werden könnte.
Aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich schließlich gegen die alte Zahnradstrecke.
Stattdessen wurde eine kostengünstigere Luftseilbahn gebaut.
Damit war das Schicksal des Zahnstangenabschnitts besiegelt.
Was ersetzt wurde und was blieb
Die straßenbahnähnliche Trasse in Bozen wurde durch einen Busbetrieb ersetzt.
Der steile Zahnstangenabschnitt wich der neuen Rittner Seilbahn.
Erhalten blieb allein die Adhäsionsbahn oben auf dem Hochplateau.
Diese verkehrt weiterhin von Maria Himmelfahrt über Oberbozen nach Klobenstein.
So wurde aus einer dreiteiligen Bahn eine reine Plateaubahn.
Die Rittner Bahn heute
Die verbliebene Bahn ist heute eine gemütliche Nebenbahn auf dem Ritten.
Sie wird von den Südtiroler Transportstrukturen betrieben.
Als Linie 160 ist sie in den Verkehrsverbund Südtirol eingebunden.
Sie bedient insgesamt zehn Stationen auf dem Hochplateau.
Für den steilen Weg nach oben nutzen die Fahrgäste heute die Seilbahn.
Ein Stück Südtiroler Verkehrsgeschichte
Die Rittner Bahn erzählt, wie sich Verkehr über die Jahrzehnte wandelt.
Was einst mit einer Zahnstange begann, wird heute mit einer Seilbahn und einer Plateaubahn gelöst.
Die alten Abschnitte leben vor allem in Erinnerungen und Dokumenten weiter.
Die heutige Bahn ist dennoch eng mit ihrer Geschichte verbunden.
Ihr Weg zeigt, wie eine Strecke mit der Zeit gehen kann.
Das Fazit
Die Behauptung ist richtig: Die Rittner Bahn erklomm den Berg früher mit einer Zahnstange.
Der Zahnstangenabschnitt war rund 4099 Meter lang und im Schnitt 22,2 Prozent steil.
Er wurde später durch die Rittner Seilbahn ersetzt.
Der Mythos ist damit bestätigt und ein schönes Beispiel für den Wandel einer Bergbahn.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
