Stimmt es, dass …?
„Willkommen auf einer Versuchsstrecke der Technikgeschichte: Hier floss einst Bahnstrom mit ungewöhnlichen 50 Hertz.“
Stimmt es, dass auf der Höllentalbahn im Schwarzwald einst mit 50-Hertz-Bahnstrom experimentiert wurde?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt: Auf der Höllentalbahn im Schwarzwald wurde ab 1936 mit 20.000 Volt bei 50 Hertz gefahren. Damit wollte man prüfen, ob sich Strom aus dem normalen Netz für die Eisenbahn eignet.
Die Höllentalbahn führt von Freiburg im Breisgau durch das Höllental in den Hochschwarzwald.
Sie ist eine steile und landschaftlich reizvolle Strecke mit langer Geschichte.
Ein besonderes Kapitel ist ein Stromversuch, über den heute kaum noch jemand spricht.

Die Fakten in Zahlen
1936
Elektrifizierung
mit dem Versuchssystem
20.000 V
Spannung
bei 50 Hertz
1960
Umstellung
auf das übliche Bahnsystem
Der 50-Hertz-Betrieb endete am 20. Mai 1960.
Die kurze Antwort
Ja, die Behauptung stimmt.
Auf der Höllentalbahn im Schwarzwald wurde ab 1936 mit 50 Hertz gefahren.
Die Spannung lag dabei bei 20.000 Volt.
Das war für eine Eisenbahn ungewöhnlich und hatte einen klaren Versuchszweck.
Heute fährt die Strecke längst mit dem gewöhnlichen Bahnstromsystem.

Die Strecke durch das Höllental
Die Höllentalbahn verbindet Freiburg über das Höllental mit dem Hochschwarzwald und Donaueschingen.
Sie ist größtenteils eingleisig und als Hauptbahn eingestuft.
Im Abschnitt zwischen Himmelreich und Hinterzarten erreicht sie Steigungen von fast 58 Promille.
Solche Steigungen sind für eine normale Eisenbahn sehr anspruchsvoll.
Die Strecke war deshalb schon immer ein Prüffeld für besondere Technik.
Gut zu wissen
Es gibt mehrere Bahnen mit dem Namen Höllentalbahn; dieser Beitrag behandelt ausdrücklich die Strecke im Schwarzwald.
Nach der Umstellung 1960 endete auf der Strecke auch der zuletzt noch durchgeführte Dampfbetrieb.
Der große Stromversuch von 1936
Im Jahr 1936 wurde die Strecke für den Betrieb mit Elektrolokomotiven eingerichtet.
Zur Anwendung kam dabei ein System mit 20.000 Volt bei einer Frequenz von 50 Hertz.
Mit diesem System wollte die damalige Deutsche Reichsbahn eine wichtige Frage klären.
Sie wollte wissen, ob sich der Strom aus dem allgemeinen Netz für den Bahnbetrieb eignet.
Die Höllentalbahn wurde so zu einer Versuchsstrecke der Technikgeschichte.
Warum 50 Hertz etwas Besonderes sind
Der Strom aus dem öffentlichen Netz hat in Mitteleuropa eine Frequenz von 50 Hertz.
Die Eisenbahn in Deutschland nutzte für ihren Fahrstrom aber traditionell eine andere Frequenz.
Wäre der Betrieb mit Netzstrom gelungen, hätte man sich eigene Bahnkraftwerke sparen können.
Genau das machte den Versuch im Höllental so interessant.
Es ging um nichts weniger als die Grundfrage, woher der Bahnstrom kommen sollte.
Auch die Dreiseenbahn machte mit
Von der Höllentalbahn zweigt in Titisee die Dreiseenbahn ab.
Diese Strecke war bereits 1926 eröffnet worden.
Auch sie wurde mit demselben Versuchssystem elektrifiziert.
So entstand im Hochschwarzwald ein kleines Netz, das mit Netzfrequenz betrieben wurde.
Der Versuch beschränkte sich damit nicht auf eine einzige Linie.
Das Ende des Versuchs 1960
Mit der Zeit zeigte sich, dass eine Vereinheitlichung sinnvoller war.
Die elektrischen Anlagen der Höllentalbahn wurden deshalb auf 15.000 Volt und 16 2/3 Hertz umgebaut.
Damit vermied man einen Systemwechsel an den Übergängen zum übrigen Netz.
Am 20. Mai 1960 erfolgte die Umstellung auf das bahnübliche Stromsystem.
Damit endete nach vielen Jahren der Betrieb mit 50 Hertz.
Was vom Versuch blieb
Der Stromversuch im Höllental lieferte wertvolle Erkenntnisse für die Bahntechnik.
Er zeigte, welche Vor- und Nachteile Netzstrom im Bahnbetrieb mit sich bringt.
Nach der Umstellung verschwanden die Spuren des alten Systems nach und nach.
Heute erinnert vor allem die Technikgeschichte an dieses Kapitel.
Die Strecke selbst fährt längst wie jede andere elektrische Hauptbahn.
Die Bahn heute
Die Höllentalbahn ist heute eine durchgehend elektrifizierte Strecke.
Im Rahmen eines S-Bahn-Projekts wurde auch der letzte fehlende Abschnitt mit Fahrdraht versehen.
So sind durchgehende Züge über Freiburg, Neustadt und Donaueschingen möglich.
Vom einstigen Versuchscharakter ist im Alltag nichts mehr zu spüren.
Die Strecke ist ein normaler, moderner Teil des Bahnnetzes im Schwarzwald.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt: Auf der Höllentalbahn wurde ab 1936 mit 20.000 Volt und 50 Hertz gefahren.
Der Versuch sollte klären, ob sich Netzstrom für den Bahnbetrieb eignet.
Am 20. Mai 1960 wurde auf das übliche Bahnsystem umgestellt.
Der Mythos ist damit bestätigt und ein spannendes Stück Technikgeschichte.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
