Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Kopenhagen: Der Zug verlässt gleich die Brücke, taucht in den Tunnel und erreicht dann Dänemark.“
Stimmt es, dass die Öresundverbindung über eine künstliche Insel von der Brücke in den Tunnel wechselt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Zwischen Schweden und Dänemark läuft der Verkehr erst über eine rund acht Kilometer lange Brücke, dann über die künstliche Insel Peberholm und schließlich durch einen Tunnel. Genau auf dieser aufgeschütteten Insel wechselt die Öresundverbindung von der Brücke in den Tunnel.
Zwischen Kopenhagen und Malmö liegt eines der klügsten Bauwerke Europas.
Es ist mal Brücke, mal Tunnel, und dazwischen liegt eine Insel, die es vorher gar nicht gab.
Wer mit dem Zug darüberfährt, merkt von diesem Wechsel kaum etwas.

Die Fakten in Zahlen
rund 8 km
Brücke
für Zug und Autobahn zugleich
rund 4 km
Insel Peberholm
eigens aufgeschüttet
rund 4 km
Drogdentunnel
unter dem Meer nach Dänemark
Quelle: Wikipedia „Öresundverbindung“, „Peberholm“ und „Øresund Bridge“; die Insel entstand aus Aushubmaterial, der Tunnel hält Flugverkehr und Schifffahrt frei. Stand 2025.
Drei Bauwerke in einem
Die Öresundverbindung besteht nicht aus einem Stück, sondern aus drei Teilen.
Von Schweden führt zunächst eine rund acht Kilometer lange Brücke über das Wasser.
Dann folgt eine flache künstliche Insel mit Namen Peberholm.
Von dort geht es durch den rund vier Kilometer langen Drogdentunnel nach Dänemark.
Erst alle drei zusammen ergeben den Weg von Malmö nach Kopenhagen.

Die Insel, die es nicht gab
Peberholm ist keine natürliche Insel, sondern von Menschen aufgeschüttet.
Sie entstand aus dem Material, das beim Bau aus dem Meeresgrund gebaggert wurde.
Ihren Namen wählte man als Anspielung auf die natürliche Nachbarinsel Saltholm.
Rund vier Kilometer lang zieht sie sich durch den Sund.
Auf ihr treffen Brücke und Tunnel aufeinander.
Gut zu wissen
Die Längen sind gerundet: Die Brücke misst rund 7,8 Kilometer, der Tunnel rund 4 Kilometer und die Insel rund 4 Kilometer.
Auf der Brücke läuft die Autobahn über der Bahn; erst auf Peberholm werden Straße und Schiene für den Tunnel nebeneinander gelegt.
Warum nicht einfach eine Brücke?
Eine durchgehende Brücke bis Dänemark wäre eigentlich einfacher gewesen.
Doch am dänischen Ufer liegt der Flughafen Kopenhagen, und hohe Pfeiler hätten den Flugverkehr gestört.
Außerdem sollte die wichtige Schifffahrtsrinne bei jedem Wetter frei bleiben.
Und Eisschollen sollten den Sund nicht blockieren können.
Deshalb taucht der Verkehr am Ende unter das Wasser statt darüber.
Warum der Wechsel auf der Insel geschieht
Auf der Brücke fahren Autos oben und Züge darunter, in zwei Ebenen übereinander.
Im Tunnel dagegen liegen Straße und Schiene nebeneinander.
Diesen Wechsel der Anordnung kann man nicht mitten über dem Wasser vollziehen.
Also nutzt man die ebene Insel, um den Verkehr neu zu sortieren.
Über Rampen gleiten Zug und Auto auf Peberholm auf eine gemeinsame Höhe.
Die Brücke für zwei Verkehre
Die Öresundbrücke trägt vier Fahrspuren der Europastraße und zwei Bahngleise.
Ihre größte Spannweite misst rund 490 Meter.
Damit gilt sie als längste Schrägseilbrücke, die zugleich Straße und Schiene trägt.
Oben rollt der Verkehr der Autobahn, unten fahren die Züge.
Beide Ebenen laufen über dieselben hohen Pylone.
Unten durch statt oben drüber
Am dänischen Ende verschwindet der Verkehr im Drogdentunnel.
Er liegt als abgesenkter Tunnel in einer Rinne im Meeresboden.
Vorgefertigte Betonelemente wurden dafür versenkt und verbunden.
Der Tunnel führt die Verbindung sicher unter der Schifffahrtsrinne hindurch.
Am dänischen Ufer taucht sie nahe dem Flughafen wieder auf.
Eine Insel für die Natur
Peberholm sollte nicht nur Technik tragen, sondern auch sich selbst überlassen bleiben.
Menschen dürfen die Insel nicht betreten, nur Fachleute kommen zu Untersuchungen.
Niemand hat dort Pflanzen gesät oder Tiere ausgesetzt.
Trotzdem siedeln sich nach und nach Vögel, Spinnen und seltene Pflanzen an.
So ist die künstliche Insel zu einem kleinen Naturversuch geworden.
Eröffnet im Jahr 2000
Nach rund fünf Jahren Bauzeit wurde die Verbindung am 1. Juli 2000 eröffnet.
Seitdem rollt der Verkehr ohne Fähre zwischen den beiden Ländern.
Die Fahrt über den Sund dauert nur noch wenige Minuten.
Für die Region wurde die feste Verbindung zu einer Lebensader.
Pendler, Güter und Urlauber nutzen sie heute täglich.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Die Öresundverbindung wechselt tatsächlich über die künstliche Insel Peberholm von der Brücke in den Tunnel.
Die Insel entstand eigens dafür aus Aushubmaterial.
Der Tunnel hält Flugverkehr und Schifffahrt frei und schützt vor Eis.
Drei Bauwerke, eine Fahrt, und mittendrin eine Insel, die es ohne die Verbindung nie gegeben hätte.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
