Stimmt es, dass …?
„Mind the gap: In London steigt man nicht einfach in die U-Bahn, sondern in die Tube, also in die Röhre.“
Stimmt es, dass die Londoner U-Bahn wegen ihrer Röhren Tube heißt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Behauptung stimmt: Der Spitzname Tube kommt von den engen, runden Tunnelröhren der tief liegenden Linien. Jedes Gleis läuft dort in einer eigenen Röhre.
In London klingt schon der Name der U-Bahn anders als anderswo.
Die Einheimischen sprechen nicht von der Underground, sondern einfach von der Tube.
Dieser Beitrag prüft, ob dieser Spitzname wirklich von den Tunnelröhren kommt.

Die Fakten in Zahlen
1863
Metropolitan Railway
erste U-Bahn der Welt
3,56 m
Durchmesser
der tiefen Röhren
20–50 m
unter der Stadt
liegen die Tube-Linien
Die erste echte Röhrenbahn war die Tower Subway von 1870.
Woher der Spitzname kommt
Tube ist das englische Wort für Röhre, und genau darum geht es.
Der Spitzname spielt auf die runden Tunnel der tief liegenden Linien an.
Diese Tunnel sehen im Querschnitt aus wie eine lange, enge Röhre.
Deshalb nennen die Londoner ihre U-Bahn liebevoll die Tube.
Der offizielle Name lautet dagegen schlicht London Underground.

Zwei Arten von Tunneln
Nicht jede Linie in London liegt in einer solchen Röhre.
Die älteren Strecken wurden in offener Bauweise knapp unter der Oberfläche angelegt.
Diese Tunnel sind breiter und liegen nur wenige Meter tief.
Die jüngeren Linien dagegen wurden tief in den Boden getrieben.
Nur für diese tiefen, engen Linien passt der Name Röhre wirklich.
Gut zu wissen
London Underground ist der offizielle Name; Tube und Underground werden im Alltag gleichbedeutend verwendet.
Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf den Wikipedia-Artikel zur London Underground (Stand 2025).
Wie tief die Röhren liegen
Die tiefen Röhren liegen oft zwischen 20 und 50 Metern unter der Stadt.
Jedes Gleis läuft dabei in einer eigenen Röhre mit etwa 3,56 Metern Durchmesser.
Die flachen Strecken haben dagegen einen deutlich größeren Tunnel von rund 7,6 Metern.
Der Unterschied ist also mit bloßem Auge gut zu erkennen.
Wer tief hinunterfährt, merkt am engen Tunnel sofort, dass er in der echten Tube sitzt.
Die erste U-Bahn der Welt
London hatte nicht nur den Spitznamen zuerst, sondern auch die U-Bahn selbst.
Am 10. Januar 1863 fuhr hier die erste U-Bahn der Welt.
Die erste Strecke führte von Paddington bis zur Farringdon Street.
Betrieben wurde sie damals noch mit Dampflokomotiven.
Von einer sauberen Röhre war zu dieser Zeit also noch keine Rede.
Rauch unter der Erde
Dampfloks in einem Tunnel sind keine angenehme Sache.
Der Rauch musste über Schächte und offene Abschnitte ins Freie geleitet werden.
Trotzdem war die Luft in den frühen Tunneln oft stickig und dunkel.
Erst mit der Zeit suchte man nach einer besseren Lösung für den Antrieb.
Diese Lösung war am Ende die Elektrizität.
Die erste echte Röhre
Die erste echte Röhre unter London war die Tower Subway von 1870.
Sie hatte nur eine schmale Spur von 762 Millimetern und wurde mit einem Seil gezogen.
Wegen der Enge und des Dampfes der frühen Bahnen brauchte man neue Wege.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten tiefen, elektrisch betriebenen Röhrenlinien.
Erst der elektrische Antrieb machte die engen Röhren wirklich benutzbar.
Warum die Röhren so eng sind
Die tiefen Tunnel wurden mit einem sogenannten Schild gegraben.
Dieser Schild schob sich wie ein großer Ring durch den Boden.
Je enger die Röhre, desto weniger Erde musste bewegt werden.
Das sparte Zeit und Geld, führte aber zu sehr schmalen Tunneln.
Deshalb sind die Züge der Tube bis heute kleiner als anderswo.
Tube oder Underground
Im Alltag benutzen die Londoner beide Namen nebeneinander.
Mal heißt es die Tube, mal die Underground, gemeint ist dasselbe Netz.
Streng genommen umfasst Tube nur die tiefen Röhrenlinien.
Im lockeren Sprachgebrauch steht der Name aber für die ganze U-Bahn.
So ist aus einem technischen Detail ein weltbekannter Spitzname geworden.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Der Name Tube kommt tatsächlich von den runden Röhren der tiefen Linien.
Jedes Gleis läuft dort in einer eigenen, engen Röhre tief unter der Stadt.
Die erste U-Bahn der Welt fuhr 1863 in London allerdings noch mit Dampf.
Aus den röhrenförmigen Tunneln wurde so der liebevolle Name für die ganze Bahn.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
