Stimmt es, dass …?
„Bitte zurückbleiben: In dieser Nacht dient der Bahnsteig nicht dem Fahren, sondern dem Schutz.“
Stimmt es, dass die Londoner U-Bahn im Krieg als Luftschutzraum diente?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Londoner U-Bahn diente im Krieg wirklich als Luftschutzraum. Vor allem im Zweiten Weltkrieg schliefen Zehntausende Menschen auf den Bahnsteigen.
Tief unter London suchten im Krieg viele Menschen Schutz vor Bomben.
Die Bahnsteige der U-Bahn wurden nachts zu Schlafplätzen.
Diese Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg sind bis heute berühmt.

Die Fakten in Zahlen
175.000
August 1940
Menschen pro Nacht in den U-Bahnhöfen
1940
Aldwych
Bahnhof als Schutzraum hergerichtet
1915
schon im Ersten Weltkrieg
Schutz vor Luftschiffen
Im März 1943 starben am noch unfertigen Bahnhof Bethnal Green 173 Menschen bei einem Gedränge.
Schutz tief unter der Stadt
London liegt über einem weiten Netz aus U-Bahn-Tunneln.
Viele davon führen sehr tief unter die Erde.
Im Krieg boten diese Tunnel Schutz vor Luftangriffen.
Nachts verwandelten sich Bahnsteige in Schlafplätze.
Die U-Bahn wurde so zu einem riesigen Luftschutzraum.

Der Blitz über London
Ab 1940 flog die deutsche Luftwaffe schwere Angriffe auf London.
Diese Angriffsserie ist als der Blitz bekannt.
Nacht für Nacht fielen Bomben auf die Stadt.
Die Menschen suchten verzweifelt nach sicheren Orten.
Viele flüchteten in die tief liegenden U-Bahnhöfe.
Gut zu wissen
Der geschlossene Bahnhof Aldwych diente als Schutzraum, und in seinen Tunneln lagerten Kunstschätze des British Museum.
Manche stillgelegte Stationen erhielten militärische Aufgaben, etwa als Leitstelle oder als Sitz wichtiger Gremien.
Beleg: Wikipedia-Artikel „History of the London Underground“ und „Aldwych tube station“ (englisch), abgerufen am 10.10.2026.
Zehntausende auf den Bahnsteigen
Im August 1940 übernachteten rund 175.000 Menschen in den U-Bahnhöfen.
Sie legten sich auf die Bahnsteige, Treppen und in die Tunnel.
Ganze Familien verbrachten die Nächte unter der Erde.
Am Morgen fuhren dann wieder ganz normal die Züge.
Das Leben im Krieg spielte sich teils tief im Untergrund ab.
Ein Bahnhof nur zum Schutz
Manche Stationen wurden eigens für den Schutz hergerichtet.
Der Bahnhof Aldwych wurde am 22. September 1940 geschlossen.
Danach richtete man ihn als Luftschutzraum ein.
Hier fuhren keine Züge mehr, dafür kamen die Menschen zum Schutz.
So wurde aus einem Bahnhof ein sicherer Unterschlupf.
Kunstschätze im Tunnel
Die Tunnel schützten nicht nur Menschen.
Zwischen Aldwych und Holborn lagerte man Schätze des British Museum.
Darunter waren auch die berühmten Elgin Marbles.
Schon im Ersten Weltkrieg hatte man Gemälde in einem alten Tunnel verwahrt.
Die Tiefe unter der Stadt galt als besonders sicher.
Als auch Churchill unter die Erde ging
Einige stillgelegte Stationen bekamen besondere Aufgaben.
Der geschlossene Bahnhof Down Street wurde von Winston Churchill genutzt.
Dort tagte auch ein wichtiger Ausschuss der Eisenbahnen.
Der Bahnhof Brompton Road wurde zu einer Leitstelle der Flugabwehr.
Der Untergrund war so auch ein Ort für wichtige Entscheidungen.
Schon im Ersten Weltkrieg
Die Idee war nicht neu.
Bereits im Jahr 1915 suchten Londoner Schutz in der U-Bahn.
Damals bedrohten Luftschiffe die Stadt von oben.
Die Menschen flüchteten vor diesen Angriffen unter die Erde.
Der Schutz im Tunnel hatte also schon eine Vorgeschichte.
Auch unter der Erde nicht ganz sicher
Ganz sicher war der Untergrund jedoch nie.
Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben mehrere Stationen direkt.
An sechs Stellen durchschlugen Treffer die Tunneldecke.
Auch tief unten konnte es also gefährlich werden.
Der Schutz war groß, aber keine Garantie.
Die Katastrophe von Bethnal Green
Das Unglück muss nicht immer von Bomben kommen.
Im März 1943 drängten viele Menschen in den Bahnhof Bethnal Green.
Der Bahnhof war damals noch nicht ganz fertiggestellt.
Auf der Treppe kam es zu einem tödlichen Gedränge.
173 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Das Fazit
Der Mythos stimmt eindeutig.
Die Londoner U-Bahn diente im Krieg wirklich als Luftschutzraum.
Schon 1915 und dann vor allem im Zweiten Weltkrieg suchten dort viele Schutz.
Zehntausende übernachteten in den Tunneln und auf den Bahnsteigen.
Sicher war es dort nie ganz, doch der Untergrund rettete viele Leben.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
