Stimmt es, dass die erste elektrische Lokomotive von Werner von Siemens stammt?

Stimmt es, dass …?

„Bitte zurückbleiben: Vor über 140 Jahren drehte in Berlin die erste elektrische Lokomotive ihre Runden.“

Stimmt es, dass die erste elektrische Lokomotive von Werner von Siemens stammt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Die Behauptung stimmt: Werner von Siemens zeigte 1879 in Berlin die erste praxistaugliche elektrische Lokomotive der Welt. Sie zog auf einem kurzen Rundkurs kleine Wagen mit Fahrgästen.

Kaum ein Verkehrsmittel wirkt heute so selbstverständlich wie der elektrische Zug.

Doch am Anfang stand eine winzige Lokomotive, die vor Publikum ihre Runden drehte.

Dieser Beitrag prüft, ob die erste elektrische Lokomotive wirklich von Werner von Siemens stammt.

1879 Siemens & Halske Wernerwerk Electric locomotive rear
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1879

Berlin

erste Vorführung

150 Volt

Gleichstrom

über eine Mittelschiene

90.000

in vier Monaten

beförderte Fahrgäste

Mit drei Wagen erreichte der kleine Zug rund 13 Kilometer pro Stunde.

Was 1879 in Berlin zu sehen war

Auf einer großen Ausstellung in Berlin drehte 1879 eine winzige Lokomotive ihre Runden und zog dabei Menschen hinter sich her.

Gebaut hatte sie die Firma von Werner von Siemens, die damals schon für ihre elektrischen Geräte bekannt war.

Die Maschine war nur wenige Meter lang und sah neben einer Dampflok fast wie ein Spielzeug aus.

Dennoch gilt dieser Auftritt heute als Geburtsstunde der elektrischen Eisenbahn.

Das Publikum konnte zum ersten Mal erleben, dass ein Zug auch ganz ohne Feuer und Rauch fahren kann.

1879 Siemens & Halske Wernerwerk Electric locomotive front
Foto: Wikimedia Commons, Public domain, via Wikimedia Commons

Woher die Lokomotive ihren Strom bekam

Den Strom bezog die kleine Lok nicht aus einer Batterie, sondern über eine eigene Schiene in der Mitte des Gleises.

Diese Mittelschiene war vom Boden isoliert und führte Gleichstrom mit etwa 150 Volt.

Ein Kontaktrad schleifte an der Schiene entlang und leitete die Energie zum Motor.

Der Motor leistete rund zwei Kilowatt, was ungefähr drei Pferdestärken entspricht.

Für die kurze Strecke und die leichten Wagen reichte diese Kraft vollkommen aus.

Gut zu wissen

Die Vorführung gehörte zur Berliner Gewerbeausstellung von 1879, einem Schaufenster für neue Technik aus Industrie und Handwerk.

Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die Wikipedia-Darstellungen zur elektrischen Lokomotive und zu Werner von Siemens (Stand 2025).

Drei Wagen und ein Rundkurs

Die Vorführung fand auf einem Rundkurs von etwa 300 Metern Länge statt.

Hinter der Lok hingen drei offene Wagen, auf denen jeweils sechs Personen Platz fanden.

Mit dieser Last erreichte der kleine Zug rund 13 Kilometer pro Stunde.

Das klingt langsam, war für eine Rundfahrt auf dem Ausstellungsgelände aber genau richtig.

In den vier Monaten der Schau beförderte die Bahn etwa 90.000 neugierige Fahrgäste.

Warum sie als erste praxistaugliche gilt

Elektrische Fahrversuche hatte es schon vorher gegeben, doch sie blieben meist im Labor oder scheiterten an schwachen Batterien.

Der schottische Erfinder Robert Davidson baute bereits um 1840 eine batteriebetriebene Lokomotive, die aber zu wenig Kraft hatte.

Siemens löste das Problem, indem er den Strom über die Schiene von außen zuführte.

Damit musste die Lok keine schwere Batterie mehr mitschleppen.

Genau deshalb gilt die Berliner Maschine als erste praxistaugliche Elektrolokomotive der Welt.

Der Unterschied zur elektrischen Straßenbahn

Nur zwei Jahre später, 1881, ging bei Berlin in Lichterfelde die erste elektrische Straßenbahn in den Dauerbetrieb.

Auch sie stammte von Siemens, nutzte aber zunächst beide Fahrschienen zur Stromzufuhr.

Die Lokomotive von 1879 war dagegen ein einmaliges Ausstellungsstück und kein Linienfahrzeug.

Beide Ereignisse werden oft verwechselt, weil sie nah beieinander liegen und vom selben Erfinder stammen.

Richtig ist: Die Lok kam zuerst, die fahrplanmäßige Straßenbahn folgte kurz darauf.

Vom Ausstellungsstück zur echten Technik

Die kleine Lok war ein Versprechen, das die Technik in den folgenden Jahrzehnten einlöste.

Bald fuhren elektrische Straßenbahnen durch viele Städte und machten Pferde als Zugtiere überflüssig.

Später folgten elektrische U-Bahnen und schließlich ganze Fernstrecken unter dem Fahrdraht.

Der Vorteil blieb immer derselbe: kein Rauch, wenig Lärm und viel Kraft schon beim Anfahren.

Was 1879 als Rundfahrt begann, prägt heute den Nahverkehr auf der ganzen Welt.

Lokomotive, Triebwagen oder Bahn

Streng genommen war das Fahrzeug von 1879 eine Lokomotive, weil es selbst keine Fahrgäste trug, sondern nur die Wagen zog.

Ein Triebwagen dagegen nimmt die Reisenden gleich mit an Bord und ist zugleich Antrieb und Abteil.

Die moderne Straßenbahn und die U-Bahn sind meist solche Triebwagen.

Die Unterscheidung wirkt kleinlich, erklärt aber, warum hier von einer Lokomotive die Rede ist.

Für die Frage nach der Premiere zählt vor allem, dass erstmals ein Schienenfahrzeug zuverlässig elektrisch fuhr.

Was von der Vorführung geblieben ist

Die Vorführung von 1879 wurde zu einem vielzitierten Meilenstein der Technikgeschichte.

Bei Jubiläen drehen Nachbauten der kleinen Lok ihre Runden und erinnern an den Auftritt.

Der Name Siemens ist bis heute eng mit der Bahntechnik verbunden.

Viele Lokomotiven und Züge der Gegenwart tragen Technik aus demselben Haus.

So zieht sich eine Linie von der Ausstellungsbahn bis zu den schnellen Zügen von heute.

Das Fazit

Die Behauptung trifft zu, wenn man sie genau nimmt.

Werner von Siemens zeigte 1879 in Berlin die erste praxistaugliche elektrische Lokomotive der Welt.

Sie zog drei Wagen über einen Rundkurs und holte ihren Strom aus einer Mittelschiene.

Frühere elektrische Fahrversuche gab es zwar, doch erst diese Maschine funktionierte zuverlässig im Alltag einer Ausstellung.

Der Mythos ist also im Kern richtig und markiert tatsächlich den Beginn der elektrischen Bahn.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Häufige Fragen

Hat Werner von Siemens die Lokomotive selbst gefahren?
Das ist nicht sicher belegt; gebaut wurde sie von seiner Firma Siemens & Halske.
Wie schnell war die kleine Lok?
Mit drei Wagen erreichte sie rund 13 Kilometer pro Stunde.
Woher kam der Strom?
Aus einer isolierten Schiene in der Gleismitte, die Gleichstrom mit etwa 150 Volt führte.
War das schon eine richtige Eisenbahn?
Es war eine echte elektrische Bahn, allerdings nur ein Rundkurs zur Vorführung und keine Linie.
Gab es vorher keine elektrischen Fahrzeuge?
Doch, aber die früheren Versuche mit Batterien blieben zu schwach; Siemens lieferte die erste praxistaugliche Lösung.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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