Stimmt es, dass die Bremsen anziehen, wenn ein Zug auseinanderreißt?

Stimmt es, dass …?

„Trennt sich ein Zug unterwegs, hält er nicht etwa ungebremst weiter, sondern steht von allein.“

Stimmt es, dass die Bremsen anziehen, wenn ein Zug auseinanderreißt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Reißt ein Zug auseinander, sinkt der Druck in der durchgehenden Luftleitung und beide Zugteile bremsen von selbst. Die Behauptung stimmt.

Ein Zug besteht aus vielen Fahrzeugen, die nur aneinandergekuppelt sind.

Was passiert, wenn diese Verbindung mitten auf der Strecke reißt?

Diese Folge klärt, ob die Bremsen dann wirklich von selbst anziehen.

2013 Dean Forest Railway 24
Foto: RichardAsh1981, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

5 bar

Regeldruck

in der Hauptluftleitung in Europa

1872

Erfindung

selbsttätige Bremse von Westinghouse

1923

Standard

als Typ der Güterzugbremse festgelegt

Die Angaben stammen aus dem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zur Druckluftbremse der Eisenbahn.

Worum es in dem Mythos geht

Die Behauptung lautet, dass die Bremsen anziehen, wenn ein Zug auseinanderreißt.

Das klingt überraschend, denn man würde eher das Gegenteil erwarten.

Ein getrennter Wagen ohne Verbindung sollte doch eigentlich ungebremst weiterrollen.

Der Check zeigt, warum genau das nicht passiert.

Reconnecting The Brake Hoses
Foto: www.mgaylard.co.uk and thanks for looking, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Wie eine Zugbremse grundsätzlich wirkt

Moderne Züge bremsen mit Druckluft.

Dafür zieht sich eine durchgehende Hauptluftleitung durch alle Fahrzeuge des Zuges.

Ein Luftpresser im Triebfahrzeug versorgt diese Leitung mit Luft.

In Europa hält er dabei üblicherweise einen Druck von 5 bar.

Diese Leitung verbindet die Lok mit jedem einzelnen Wagen.

Gut zu wissen

Weil der Druckabfall und nicht der Druckaufbau bremst, führt jede undichte Stelle zum sicheren Zustand.

Die Notbremse wirkt nach demselben Prinzip, indem sie die Luftleitung öffnet.

Der Trick der indirekten Bremse

Entscheidend ist, dass die Druckluft nicht direkt zum Bremsen geschickt wird.

Stattdessen hält der Druck in der Leitung die Bremse im gelösten Zustand.

Jeder Wagen hat dafür ein Steuerventil und einen eigenen Hilfsluftbehälter.

Sinkt der Druck in der Hauptluftleitung, lässt das Steuerventil Luft aus dem Behälter in den Bremszylinder.

Dann legt sich die Bremse an.

Warum das selbsttätig heißt

Diese Bauart heißt deshalb selbsttätige oder automatische Druckluftbremse.

Nicht der Aufbau von Druck löst die Bremsung aus, sondern der Druckabfall.

Das ist mit Absicht so gebaut.

Jeder Fehler, der die Leitung undicht macht, führt damit zum Bremsen und nicht zum Versagen.

Die Bremse fällt also in den sicheren Zustand.

Was bei einer Zugtrennung passiert

Reißt ein Zug auseinander, reißt auch die Verbindung der Luftleitung.

An der Trennstelle entweicht die Luft, und der Druck fällt schlagartig.

Die selbsttätige Bremse bewirkt bei einer Zugtrennung die Zwangsbremsung beider Zugteile.

Beide Teile kommen dadurch von allein zum Stehen.

Ein abgerissener Wagenteil rollt also nicht führerlos weiter.

Auch die Notbremse nutzt dieses Prinzip

Dasselbe Prinzip steckt hinter der Notbremse im Wagen.

Wird sie gezogen, öffnet sich die Hauptluftleitung und Luft entweicht.

Der Druck sinkt, und die Bremse legt sich an.

So wirkt jeder Druckverlust in dieselbe sichere Richtung.

Die Technik unterscheidet nicht, ob die Luft absichtlich oder durch einen Riss entweicht.

Wer das erfunden hat

Die Grundlage schuf George Westinghouse.

Er erfand 1869 eine direkt wirkende und 1872 die indirekt wirkende, selbsttätige Druckluftbremse.

Die selbsttätige Druckluftbremse ist heute die Standardbremse bei Eisenbahnen.

1923 wurde die Westinghouse-Bremse als Typ der durchgehenden Güterzugbremse festgelegt.

Seither sorgt sie im internationalen Verkehr für einheitliche Sicherheit.

Was man einschränkend sagen muss

Das Prinzip gilt für die durchgehende, selbsttätige Druckluftbremse.

Eine einfache, nur von Hand bediente Bremse hätte diese Sicherheit nicht.

Gerade deshalb ist die durchgehende Bremse heute vorgeschrieben.

Am Ergebnis ändert das nichts, der Zug bremst bei einer Trennung von selbst.

Das Fazit

Reißt ein Zug auseinander, fällt der Druck in der durchgehenden Luftleitung und beide Zugteile bremsen zwangsweise.

Die Bremse ist bewusst so gebaut, dass jeder Druckverlust zum Bremsen führt.

Die Behauptung stimmt.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Häufige Fragen

Bremst ein abgerissener Wagen von selbst?
Ja, bei einer Zugtrennung reißt die Luftleitung, der Druck fällt und beide Zugteile bremsen zwangsweise.
Warum bremst ein Druckverlust den Zug?
Der Druck in der Leitung hält die Bremse gelöst, fällt er, legt sich die Bremse automatisch an.
Wie heißt diese Bremse?
Selbsttätige oder automatische Druckluftbremse, sie ist die Standardbremse bei Eisenbahnen.
Wer hat sie erfunden?
George Westinghouse, der 1872 die indirekt wirkende, selbsttätige Druckluftbremse vorstellte.
Wirkt die Notbremse genauso?
Ja, sie öffnet die Luftleitung, der Druck sinkt und die Bremse zieht an.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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