Stimmt es, dass …?
„Bitte treten Sie zurück, der Zug fährt ein: In der Schweiz nennt man diese Kante schlicht Perron.“
Stimmt es, dass der Perron dasselbe ist wie der Bahnsteig?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Perron und Bahnsteig meinen tatsächlich dieselbe Sache, nämlich die Plattform am Gleis. Der Mythos stimmt, denn Perron ist nur das ältere, aus dem Französischen entlehnte Wort, das vor allem in der Schweiz gebräuchlich ist.
Wer in der Schweiz Bahn fährt, hört ein Wort, das in Deutschland selten geworden ist.
Dort spricht man nicht vom Bahnsteig, sondern vom Perron.
Doch verbirgt sich dahinter wirklich dieselbe Sache?

Die Fakten in Zahlen
Schweiz
heute
dort sagt man Perron
früher
auch A und D
da war Perron üblich
Französisch
Herkunft
Perron ist ein Lehnwort
Im amtlichen deutschen Sprachgebrauch heißt die Plattform am Gleis heute Bahnsteig.
Zwei Wörter für eine Sache
Perron und Bahnsteig klingen sehr verschieden.
Trotzdem bezeichnen sie denselben Ort im Bahnhof.
Gemeint ist die feste Plattform neben dem Gleis.
Von ihr aus steigen die Reisenden in den Zug ein und wieder aus.
Nur das Wort dafür unterscheidet sich je nach Land und Zeit.
Ein Unterschied in der Sache besteht dagegen nicht.
Wer Perron sagt, meint genau das, was andere Bahnsteig nennen.

Was ein Bahnsteig ist
Ein Bahnsteig ist eine befestigte Plattform an einem Eisenbahngleis.
Er verläuft parallel zum Gleis und hält nur geringen Abstand dazu.
So wird das Ein- und Aussteigen für die Fahrgäste erleichtert.
Man findet Bahnsteige in Bahnhöfen und an einfachen Haltepunkten.
An der Kante zum Gleis beginnt der Bereich, den der Zug befährt.
Ähnliche Plattformen gibt es auch bei Straßenbahnen und U-Bahnen.
Der Bahnsteig ist damit die Schnittstelle zwischen Reisenden und Zug.
Gut zu wissen
Weil Perron ursprünglich jede erhöhte Zustiegsplattform meinte, findet sich das Wort in manchen Gegenden auch bei Bussen wieder.
Die Höhe eines Bahnsteigs ist genau festgelegt und richtet sich nach der Oberkante der Schiene, damit der Einstieg möglichst eben ist.
Woher das Wort Perron kommt
Das Wort Perron stammt aus dem Französischen.
Es ist ein sogenanntes Lehnwort, also aus einer anderen Sprache übernommen.
In die deutsche Sprache kam es in der frühen Zeit der Eisenbahn.
Damals war der Einfluss des Französischen im Verkehr noch groß.
Viele Begriffe der jungen Bahn stammten aus anderen Sprachen.
Neben der Bahn nutzt man das Wort auch für andere Zustiegsplattformen.
So spricht man in manchen Gegenden auch von einem Busperron.
Wo man Perron sagt
Am geläufigsten ist das Wort heute in der Schweiz.
Auch in den Niederlanden wird die Plattform am Gleis Perron genannt.
Früher war der Begriff ebenso in Österreich und in Deutschland üblich.
Dort ist er im Alltag inzwischen weitgehend verschwunden.
An seine Stelle trat das Wort Bahnsteig.
In der Schweiz aber steht Perron bis heute auf Anzeigen und in Ansagen.
Regional lebt der alte Begriff also unverändert weiter.
Nicht nur bei der Bahn
Der Begriff Perron ist nicht auf die Eisenbahn beschränkt.
Ursprünglich bezeichnete er ganz allgemein eine erhöhte Plattform.
Deshalb passt das Wort auch zu anderen Verkehrsmitteln.
Eine Haltestelle für Busse kann so ebenfalls ein Perron sein.
Das zeigt, wie weit der alte Begriff einmal reichte.
Beim Bahnsteig hingegen denkt man sofort nur an die Schiene.
Der Bahnsteig ist damit das engere, die Bahn betreffende Wort.
Bahnsteig ist nicht gleich Gleis
Oft werden Bahnsteig und Gleis in einen Topf geworfen.
Gemeint sind aber zwei verschiedene Dinge.
Das Gleis ist der Weg aus Schienen, auf dem der Zug rollt.
Der Bahnsteig ist die Plattform daneben, auf der die Menschen stehen.
An großen Bahnhöfen liegen viele Gleise und Bahnsteige nebeneinander.
Zwischen zwei Gleisen liegt oft ein gemeinsamer Bahnsteig.
Wer Perron sagt, meint immer die Plattform und nie die Schiene selbst.
Hilfen auf dem Bahnsteig
Auf einem Bahnsteig gibt es mehr als nur die nackte Fläche.
An jeder Kante steht in der Regel eine Anzeige für das Ziel des Zuges.
So finden Reisende schnell den richtigen Zug.
Eine Linie markiert den sicheren Abstand zur Kante.
Auch die Höhe des Bahnsteigs ist genau festgelegt.
Sie richtet sich nach der Oberkante der Schiene daneben.
Diese Ausstattung ist auf dem Perron nicht anders als auf dem Bahnsteig.
Warum es verschiedene Wörter gibt
Sprache verändert sich langsam und nicht überall gleich.
In manchen Ländern hält sich ein altes Wort besonders zäh.
In anderen setzt sich rasch ein neuer Begriff durch.
So entstand das Nebeneinander von Perron und Bahnsteig.
Beide Wörter sind richtig und meinen dasselbe.
Keines ist besser als das andere, nur unterschiedlich verbreitet.
Welches man hört, verrät oft nur, wo man gerade unterwegs ist.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn Perron und Bahnsteig bezeichnen dieselbe Sache.
Gemeint ist stets die Plattform am Gleis zum Ein- und Aussteigen.
Perron ist das ältere, aus dem Französischen entlehnte Wort.
Vor allem in der Schweiz ist es bis heute gebräuchlich.
In Deutschland spricht man dagegen fast nur noch vom Bahnsteig.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
