Stimmt es, dass …?
„Einfahrt in den Gotthard-Basistunnel: Ab hier geht es fast eben quer durch die Alpen.“
Stimmt es, dass der Gotthard-Basistunnel flach durch die Alpen führt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Es stimmt: Der Gotthard-Basistunnel ist als Flachbahn gebaut. Sein höchster Punkt liegt bei nur rund 549 Metern über dem Meer, während die alte Bergstrecke bis auf 1151 Meter hinaufklettert.
Die Alpen sind eine gewaltige Barriere für die Eisenbahn.
Früher mussten sich Züge in engen Kehren den Berg hinaufquälen.
Der Gotthard-Basistunnel geht einen ganz anderen Weg.

Die Fakten in Zahlen
549 m
Scheitelpunkt
höchster Punkt tief im Tunnel
1.151 m
alte Strecke
Scheitel der alten Gotthardbahn
4.000 t
Güterzüge
mögliches Zuggewicht auf der Flachbahn
Der rund 57 Kilometer lange Tunnel wurde 2016 nach etwa 17 Jahren Bauzeit eröffnet.
Was der Mythos behauptet
Der Mythos sagt, der Gotthard-Basistunnel sei fast eben.
Die Züge sollen die Alpen überqueren, ohne hoch hinaufzufahren.
Fachleute nennen so etwas eine Flachbahn.
Das klingt erstaunlich für eine Strecke mitten durch das Hochgebirge.
Tatsächlich ist genau das der Grundgedanke des Tunnels.

Was eine Flachbahn ist
Eine Flachbahn hält die Strecke möglichst eben.
Dafür führt sie tief durch den Berg statt über ihn hinweg.
So müssen die Züge kaum noch Steigungen bewältigen.
Das spart Kraft, Zeit und zusätzliche Lokomotiven.
Der Gotthard-Basistunnel ist das bekannteste Beispiel dafür.
Gut zu wissen
Der Gotthard-Basistunnel ist mit rund 57 Kilometern zugleich der längste Eisenbahntunnel der Welt.
Die maximale Gesteinsüberdeckung über dem Tunnel beträgt etwa 2450 Meter und zählt zu den höchsten der Welt.
Der höchste Punkt liegt tief
Der Scheitelpunkt des Tunnels liegt bei etwa 549 Metern über dem Meer.
Das Nordportal liegt auf rund 460 Metern.
Das Südportal liegt sogar nur auf etwa 312 Metern.
Zwischen den Portalen steigt und fällt die Strecke nur sanft.
Die größte Neigung beträgt im Norden rund vier Promille.
Im Süden sind es knapp sieben Promille.
Der Vergleich mit der alten Strecke
Die alte Gotthardbahn über den Berg ist viel steiler.
Ihr höchster Punkt liegt bei 1151 Metern über dem Meer.
Das sind rund 600 Meter mehr als im neuen Tunnel.
Außerdem ist die alte Strecke etwa 30 Kilometer länger.
Dort schrauben sich die Gleise in engen Kehrtunneln nach oben.
Der Basistunnel umgeht diese Kletterei vollständig.
Warum das für Güterzüge wichtig ist
Flache Strecken sind vor allem für den Güterverkehr ein Segen.
Auf der neuen Strecke dürfen Züge bis zu 4000 Tonnen wiegen.
Auf der alten Strecke zogen zwei Lokomotiven höchstens 1400 Tonnen.
Eine einzige vierachsige Lok schafft im Tunnel bis zu 1700 Tonnen.
So lassen sich längere und schwerere Züge fahren.
Das verlagert mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene.
Teil eines großen Plans
Der Tunnel gehört zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale, kurz NEAT.
Die Schweiz wollte damit den Güterverkehr durch die Alpen bündeln.
Verantwortlich für den Bau war die Gesellschaft AlpTransit Gotthard.
Sie ist eine Tochter der Schweizerischen Bundesbahnen.
Das Ziel war eine schnelle und ebene Verbindung von Nord nach Süd.
Zahlen eines Rekordbaus
Der Tunnel ist rund 57 Kilometer lang.
Über ihm türmt sich das Gestein bis zu 2450 Meter hoch auf.
Der offizielle Baubeginn war 1999.
Nach etwa 17 Jahren Bauzeit wurde er 2016 eröffnet.
Seitdem rollt der Verkehr fast eben durch das Gebirge.
Was Reisende davon merken
Für Fahrgäste wird die Fahrt durch die Alpen deutlich kürzer.
Die Züge fahren zügig und ohne mühsames Bergauf.
Von der Landschaft sieht man im Tunnel allerdings nichts.
Dafür gewinnt der Fernverkehr spürbar an Tempo.
Die alte Bergstrecke bleibt für Ausflüge weiter beliebt.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt: Der Gotthard-Basistunnel ist eine Flachbahn.
Sein höchster Punkt liegt bei nur rund 549 Metern.
Damit vermeidet er die steile alte Strecke über den Berg.
Vor allem schwere Güterzüge profitieren von der ebenen Führung.
Die Eisenbahn quert die Alpen heute fast ohne Steigung.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
