Stimmt es, dass bei vielen Zügen die Lok hinten fährt?

Stimmt es, dass …?

„Auch wenn unsere Lok heute hinten fährt und schiebt: Der Lokführer sitzt wie immer ganz vorne im Steuerwagen.“

Stimmt es, dass bei vielen Zügen die Lok hinten fährt?

→ Die Lok schiebt, der Lokführer sitzt trotzdem ganz vorn.

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Kurz gesagt

Ja. Sehr viele Züge fahren als Wendezug, bei dem die Lok schiebt und der Lokführer vorn im Steuerwagen sitzt.

Wer genau hinschaut, entdeckt es oft: Am vorderen Ende eines Zuges ist gar keine Lok.

Sie hängt am hinteren Ende und schiebt den ganzen Zug vor sich her.

Was wie ein Fehler aussieht, ist ein durchdachtes und sehr verbreitetes Prinzip.

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Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Wendezug in Zahlen

2 Führerstände

an beiden Zugenden

gefahren wird je nach Richtung von vorn

Steuerwagen

Wagen ohne Antrieb mit Führerstand

von hier steuert der Lokführer die schiebende Lok

kein Umsetzen

Vorteil des Wendezugs

die Lok muss nicht ans andere Zugende

Quelle: deutschsprachige Wikipedia, Artikel Wendezug und Steuerwagen. Stand: September 2026.

Stimmt es? Ja, das nennt man Wendezug

Ein Wendezug hat an beiden Enden einen Führerstand.

Je nach Fahrtrichtung wird er vom einen oder anderen Ende aus gesteuert.

An einem Ende steht die Lok, am anderen ein Wagen mit Führerstand, der Steuerwagen.

Fährt der Steuerwagen voran, schiebt die Lok den Zug von hinten.

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Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum die Lok nicht umsetzen muss

Früher musste eine Lok am Endbahnhof mühsam ans andere Ende des Zuges fahren.

Dieses Umsetzen kostete Zeit, Personal und ein freies Gleis.

Beim Wendezug entfällt das komplett, weil die Lok einfach am Zug bleibt.

Der Lokführer wechselt nur den Führerstand und fährt in die andere Richtung.

Gut zu wissen

In der Schweiz heißt der Wendezug Pendelzug, im Englischen Push-Pull-Zug.

Der Vorteil ist immer derselbe: Die Lok muss am Endbahnhof nicht ans andere Ende umgesetzt werden.

Der Steuerwagen

Der Steuerwagen ist ein Wagen ohne eigenen Antrieb, aber mit einem vollen Führerstand.

Von hier aus steuert der Lokführer die schiebende Lok am anderen Zugende fern.

Alle Befehle laufen über eine Leitung durch den ganzen Zug zur Lok.

Für die Fahrgäste ändert sich nichts, denn vorne sitzt immer der Lokführer.

Wo man Wendezüge findet

Besonders im Regionalverkehr ist der Wendezug der Normalfall.

Viele Doppelstockzüge bestehen aus einer Lok, mehreren Wagen und einem Steuerwagen an der Spitze.

Auch im Fernverkehr gibt es lokbespannte Wendezüge.

Sie eignen sich gut überall dort, wo ein Zug oft die Richtung wechselt.

Ist Schieben gefährlicher als Ziehen?

Ein geschobener Zug ist bei richtiger Bauart genauso sicher wie ein gezogener.

Die Wagen sind fest gekuppelt und laufen ruhig in der Spur.

Der Lokführer sieht aus dem Steuerwagen die Strecke wie aus einer Lok.

Die Technik der Wendezugsteuerung ist seit vielen Jahrzehnten erprobt.

Eine alte Erfindung

Die Idee, einen Zug vom antriebslosen Ende aus zu steuern, ist über hundert Jahre alt.

Schon früh koppelte man die Steuerung eines Triebwagens auf einen Beiwagen.

Damit war der Steuerwagen im Grunde erfunden.

Aus dieser Idee wurde das Prinzip des heutigen Wendezugs.

Lok oder Triebzug

Nicht jeder Zug ist ein Wendezug mit eigener Lok.

Viele Nahverkehrszüge sind Triebzüge, bei denen der Antrieb unter den Wagen verteilt ist.

Lokbespannte Wendezüge lohnen sich vor allem bei klassischen Wagenzügen.

Beide Bauarten haben ihre Stärken, je nach Strecke und Fahrplan.

Ein Blick, der sich lohnt

Am Bahnsteig lässt sich leicht erkennen, ob ein Zug geschoben wird.

Steht vorne ein Wagen mit Führerstand und hinten eine Lok, ist es ein Wendezug.

Beim nächsten Halt fährt die Lok dann voran, und der Steuerwagen bildet den Schluss.

So dreht sich die Rolle von Lok und Steuerwagen bei jeder Richtung um.

Das Fazit

Der Mythos stimmt.

Bei vielen Zügen, den Wendezügen, bleibt die Lok an einem Ende und schiebt in einer Richtung.

Der Lokführer sitzt dabei vorn im Steuerwagen und steuert die Lok fern.

Das spart das Umsetzen der Lok und ist seit Jahrzehnten sicher im Einsatz.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Häufige Fragen

Warum fährt die Lok manchmal hinten?
Weil viele Züge Wendezüge sind. Die Lok bleibt an einem Ende und schiebt in einer Richtung, statt am Endbahnhof umgesetzt zu werden.
Wer steuert den Zug dann?
Der Lokführer sitzt vorn im Steuerwagen, einem Wagen mit Führerstand, und steuert die schiebende Lok über eine Leitung fern.
Ist das Schieben sicher?
Ja. Bei richtiger Bauart ist ein geschobener Zug genauso sicher wie ein gezogener. Die Technik ist seit Jahrzehnten erprobt.
Was ist ein Steuerwagen?
Ein Wagen ohne eigenen Antrieb, aber mit vollem Führerstand. Von dort steuert der Lokführer die Lok am anderen Zugende.
Wo fahren Wendezüge?
Vor allem im Regionalverkehr, oft als Doppelstockzug, aber auch im Fernverkehr. Überall dort, wo Züge häufig die Richtung wechseln.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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