Stimmt es, dass …?
„Auch wenn unsere Lok heute hinten fährt und schiebt: Der Lokführer sitzt wie immer ganz vorne im Steuerwagen.“
Stimmt es, dass bei vielen Zügen die Lok hinten fährt?
→ Die Lok schiebt, der Lokführer sitzt trotzdem ganz vorn.
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Kurz gesagt
Ja. Sehr viele Züge fahren als Wendezug, bei dem die Lok schiebt und der Lokführer vorn im Steuerwagen sitzt.
Wer genau hinschaut, entdeckt es oft: Am vorderen Ende eines Zuges ist gar keine Lok.
Sie hängt am hinteren Ende und schiebt den ganzen Zug vor sich her.
Was wie ein Fehler aussieht, ist ein durchdachtes und sehr verbreitetes Prinzip.

Der Wendezug in Zahlen
2 Führerstände
an beiden Zugenden
gefahren wird je nach Richtung von vorn
Steuerwagen
Wagen ohne Antrieb mit Führerstand
von hier steuert der Lokführer die schiebende Lok
kein Umsetzen
Vorteil des Wendezugs
die Lok muss nicht ans andere Zugende
Quelle: deutschsprachige Wikipedia, Artikel Wendezug und Steuerwagen. Stand: September 2026.
Stimmt es? Ja, das nennt man Wendezug
Ein Wendezug hat an beiden Enden einen Führerstand.
Je nach Fahrtrichtung wird er vom einen oder anderen Ende aus gesteuert.
An einem Ende steht die Lok, am anderen ein Wagen mit Führerstand, der Steuerwagen.
Fährt der Steuerwagen voran, schiebt die Lok den Zug von hinten.

Warum die Lok nicht umsetzen muss
Früher musste eine Lok am Endbahnhof mühsam ans andere Ende des Zuges fahren.
Dieses Umsetzen kostete Zeit, Personal und ein freies Gleis.
Beim Wendezug entfällt das komplett, weil die Lok einfach am Zug bleibt.
Der Lokführer wechselt nur den Führerstand und fährt in die andere Richtung.
Gut zu wissen
In der Schweiz heißt der Wendezug Pendelzug, im Englischen Push-Pull-Zug.
Der Vorteil ist immer derselbe: Die Lok muss am Endbahnhof nicht ans andere Ende umgesetzt werden.
Der Steuerwagen
Der Steuerwagen ist ein Wagen ohne eigenen Antrieb, aber mit einem vollen Führerstand.
Von hier aus steuert der Lokführer die schiebende Lok am anderen Zugende fern.
Alle Befehle laufen über eine Leitung durch den ganzen Zug zur Lok.
Für die Fahrgäste ändert sich nichts, denn vorne sitzt immer der Lokführer.
Wo man Wendezüge findet
Besonders im Regionalverkehr ist der Wendezug der Normalfall.
Viele Doppelstockzüge bestehen aus einer Lok, mehreren Wagen und einem Steuerwagen an der Spitze.
Auch im Fernverkehr gibt es lokbespannte Wendezüge.
Sie eignen sich gut überall dort, wo ein Zug oft die Richtung wechselt.
Ist Schieben gefährlicher als Ziehen?
Ein geschobener Zug ist bei richtiger Bauart genauso sicher wie ein gezogener.
Die Wagen sind fest gekuppelt und laufen ruhig in der Spur.
Der Lokführer sieht aus dem Steuerwagen die Strecke wie aus einer Lok.
Die Technik der Wendezugsteuerung ist seit vielen Jahrzehnten erprobt.
Eine alte Erfindung
Die Idee, einen Zug vom antriebslosen Ende aus zu steuern, ist über hundert Jahre alt.
Schon früh koppelte man die Steuerung eines Triebwagens auf einen Beiwagen.
Damit war der Steuerwagen im Grunde erfunden.
Aus dieser Idee wurde das Prinzip des heutigen Wendezugs.
Lok oder Triebzug
Nicht jeder Zug ist ein Wendezug mit eigener Lok.
Viele Nahverkehrszüge sind Triebzüge, bei denen der Antrieb unter den Wagen verteilt ist.
Lokbespannte Wendezüge lohnen sich vor allem bei klassischen Wagenzügen.
Beide Bauarten haben ihre Stärken, je nach Strecke und Fahrplan.
Ein Blick, der sich lohnt
Am Bahnsteig lässt sich leicht erkennen, ob ein Zug geschoben wird.
Steht vorne ein Wagen mit Führerstand und hinten eine Lok, ist es ein Wendezug.
Beim nächsten Halt fährt die Lok dann voran, und der Steuerwagen bildet den Schluss.
So dreht sich die Rolle von Lok und Steuerwagen bei jeder Richtung um.
Das Fazit
Der Mythos stimmt.
Bei vielen Zügen, den Wendezügen, bleibt die Lok an einem Ende und schiebt in einer Richtung.
Der Lokführer sitzt dabei vorn im Steuerwagen und steuert die Lok fern.
Das spart das Umsetzen der Lok und ist seit Jahrzehnten sicher im Einsatz.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
