Stimmt es, dass …?
„Ein Land in Europa, in dem noch Mitte des 20. Jahrhunderts kein Zug nach Fahrplan fuhr.“
Stimmt es, dass Albanien erst spät eine Eisenbahn bekam?
→ Ein Land, das lange auf die Schiene wartete.
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Kurz gesagt
Die Behauptung stimmt: Albanien eröffnete seine erste reguläre Eisenbahn erst im Jahr 1947 und zählte damit zu den letzten Ländern Europas, die ans Netz gingen. Erst danach entstand nach und nach ein kleines Streckennetz.
In weiten Teilen Europas rollten schon im 19. Jahrhundert die ersten Züge.
Ein Land blieb dabei jedoch lange außen vor.
Dieser Beitrag klärt, warum Albanien erst so spät zur Eisenbahn kam.

Die Fakten in Zahlen
1947
Erste Strecke
Durrës–Peqin, rund 44 km
1948
Nach Tirana
Anschluss der Hauptstadt
677 km
Netz 1987
auf dem Höhepunkt
Lange galt Albanien als das letzte Land Europas ohne eigene Eisenbahn.
Lange ohne Eisenbahn
Über Jahrzehnte besaß Albanien keine durchgehende Eisenbahn für den öffentlichen Verkehr.
Während andere Länder längst dichte Netze hatten, blieb das Land hier zurück.
Gebirgiges Gelände und wirtschaftliche Schwäche erschwerten den Bau.
So galt Albanien lange als das letzte Land Europas ohne eigene Bahn.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich diese Lage.

Schmale Spuren im Krieg
Ganz ohne Schienen war das Land allerdings nicht.
Während des Ersten Weltkriegs entstanden einzelne schmalspurige Feldbahnen.
Diese dienten vor allem militärischen Zwecken fremder Truppen.
Für einen regulären Personenverkehr waren sie nicht gedacht.
Eine richtige Staatsbahn fehlte dem Land weiterhin.
Gut zu wissen
Die Aussage, Albanien sei das letzte Land Europas ohne Bahn gewesen, bezieht sich auf eine reguläre, normalspurige Eisenbahn.
Die wichtige Verbindung zwischen Tirana und Durrës wird seit einiger Zeit erneuert.
Die erste richtige Strecke
Im November 1947 eröffnete Albanien seine erste reguläre Eisenbahnstrecke.
Sie führte über rund 44 Kilometer von der Hafenstadt Durrës nach Peqin.
Damit besaß das Land endlich eine Bahn für den allgemeinen Verkehr.
Der Schritt kam Jahrzehnte später als in den meisten Nachbarländern.
Von diesem Anfang aus wuchs das Netz dann Stück für Stück.
Weiter bis in die Hauptstadt
Schon im Jahr 1948 folgte die Verbindung von Durrës nach Tirana.
Damit war auch die Hauptstadt an die Schiene angeschlossen.
Die Achse zwischen Hafen und Hauptstadt bildete das Rückgrat des Netzes.
Über sie liefen fortan Güter und Reisende.
Die junge Bahn wurde rasch zu einem wichtigen Verkehrsmittel.
Aufbau mit großem Einsatz
Der Ausbau der Bahn fiel in die Zeit der damaligen Staatsführung.
Das Netz wurde mit erheblichem Einsatz von Arbeitskraft vorangetrieben.
Die Eisenbahn galt als Zeichen des Aufbaus und des Fortschritts.
Sie sollte entlegene Regionen besser an die Zentren anbinden.
So entstand in wenigen Jahrzehnten ein kleines, aber zusammenhängendes Netz.
Das Netz wächst
Im Jahr 1957 kamen die ersten diesel-elektrischen Lokomotiven zum Einsatz.
Im Jahr 1973 wurde mit der Strecke von Elbasan nach Prrenjas erstmals das Gebirge durchquert.
Bis zum Jahr 1987 war das Netz auf rund 677 Kilometer angewachsen.
Damit erreichte die albanische Bahn ihren größten Umfang.
Für ein so kleines Land war das eine beachtliche Entwicklung.
Anschluss ans Ausland
Lange war das albanische Netz vollständig von den Nachbarländern abgeschnitten.
Im Jahr 1986 rollte erstmals internationaler Güterverkehr in Richtung Norden.
Dieser führte zum damals jugoslawischen Nachbarn.
Erst damit war die Bahn des Landes nicht mehr ganz isoliert.
Der grenzüberschreitende Verkehr blieb allerdings bescheiden.
Niedergang nach 1991
Nach dem politischen Umbruch um 1991 verlor die Bahn rasch an Bedeutung.
Immer mehr Menschen stiegen auf Autos und Busse um.
Aus Mangel an Geld wurde kaum noch in die Strecken investiert.
Nach und nach wurden viele Verbindungen eingestellt.
Heute ist nur noch ein kleiner Teil des einstigen Netzes in Betrieb.
Das Fazit
Albanien bekam seine erste reguläre Eisenbahn tatsächlich erst 1947.
Damit zählte das Land zu den letzten in Europa, die ans Netz gingen.
Die Behauptung stimmt also eindeutig.
Nach einem späten Start folgten rascher Aufbau und ein ebenso rascher Niedergang.
Die Geschichte der albanischen Bahn ist damit ungewöhnlich kurz und wechselhaft.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
