Ich verstehe nur Bahnhof · Das Wörterbuch · Begriff 138
„Bitte beachten Sie: Dieser Zug wird geschoben. Der Steuerwagen führt voraus.“
Steuerwagen
→ Übersetzt: Vorne sitzt jemand, der fährt. Der Motor selbst ist ganz woanders.
Lesezeit: 6 Minuten · Zug & Technik
Die 30-Sekunden-Antwort
Ein Steuerwagen sieht von vorne oft wie eine Lokomotive aus, hat aber selbst keinen eigenen Antrieb. Er ermöglicht dem Lokführer, den Zug vom vorderen Ende aus zu steuern, während die eigentliche Lokomotive am anderen Ende schiebt. Dieses Wendezug-Prinzip spart Zeit, weil am Endbahnhof nicht umgesetzt werden muss.
Ein Zug fährt in den Bahnhof ein.
Vorne sitzt sichtbar ein Lokführer.
Der Wagen davor sieht aus wie eine Lokomotive.
Er ist es aber nicht.
Die eigentliche Kraft kommt von ganz hinten.
Und genau das spart jeden Tag wertvolle Minuten.

Wie das Wendezug-Prinzip funktioniert
Am einen Ende des Zuges hängt eine echte, antreibende Lokomotive.
Am anderen Ende sitzt der Steuerwagen.
Er hat einen Führerstand, aber keinen eigenen Motor.
Über Kabel werden alle Befehle des Lokführers an die Lok am anderen Ende übertragen.
So kann der Zug in beide Richtungen fahren, ohne die Lok umzusetzen.
Mal zieht die Lok, mal schiebt sie, je nach Fahrtrichtung.
Warum dieses Prinzip so viel Zeit spart
Ohne Steuerwagen müsste die Lokomotive an jedem Endbahnhof umgesetzt werden.
Das bedeutet: abkuppeln, um den Zug herumfahren, wieder ankuppeln.
Dieser Vorgang dauert mehrere Minuten und braucht zusätzliches Gleis.
Mit einem Steuerwagen entfällt das komplett.
Der Lokführer wechselt einfach ins andere Führerhaus.
Die Fahrt kann fast ohne Pause in die Gegenrichtung weitergehen.
Video: „Macht es einen Unterschied, ob ein Zug gezogen oder geschoben wird?“ vom Kanal Peterle Sky.
„Bitte beachten Sie: Dieser Zug wird geschoben. Der Steuerwagen führt voraus.“
→ Übersetzt: Übersetzt: Der Motor sitzt hinten. Vorne wird nur gesteuert, nicht angetrieben.
Ob geschoben oder gezogen einen Unterschied macht
Fahrtechnisch macht es kaum einen Unterschied.
Moderne Systeme sind für beide Richtungen gleich sicher ausgelegt.
Früher gab es größere Bedenken beim Schieben, etwa bei Entgleisungsrisiken.
Heutige Sicherheitssysteme haben diese Bedenken weitgehend entkräftet.
Du merkst als Fahrgast in der Regel gar nicht, ob gerade gezogen oder geschoben wird.
Was du daraus machen kannst
Schau beim nächsten Halt einmal genauer auf die Front des Zuges.
Fehlt ein großer Motorblock oder wirkt sie eher wie ein normaler Wagen mit Führerstand, sitzt du vermutlich in einem Steuerwagen.
Ein kleines Detail, das zeigt, wie clever ein scheinbar einfaches System aufgebaut sein kann.
Wie alt das Prinzip eigentlich ist
Wendezüge sind keine neue Erfindung.
Schon vor Jahrzehnten wurden erste Steuerwagen eingesetzt.
Damals vor allem im Nahverkehr, um Wendezeiten zu verkürzen.
Die Technik wurde seither stetig weiterentwickelt und ist heute Standard im gesamten Regionalverkehr.
Was im Steuerwagen technisch verbaut ist
Neben dem Führerstand sitzen dort wichtige Steuerungselektronik und Sicherheitssysteme.
Diese übertragen die Befehle zuverlässig an die entfernte Lok.
Auch die Zugsicherung wirkt vom Steuerwagen aus genauso wie von einer echten Lok.
Sicherheitstechnisch besteht also kein Unterschied zur direkten Steuerung.
Ein letzter Gedanke
Ein Wagen, der aussieht wie eine Lok und doch nur ein kluger Trick für schnellere Wendezeiten ist.
Was bei einem Defekt des Steuerwagens passiert
Fällt die Steuerungstechnik im Steuerwagen aus, lässt sich der Zug von dort nicht mehr bedienen.
Der Lokführer muss dann zur eigentlichen Lok wechseln.
Das kostet Zeit und führt zu spürbaren Verspätungen.
Solche Fälle sind aber selten, da die Technik redundant ausgelegt ist.
Ein cleverer Trick, der jeden Tag Minuten spart, ohne dass es jemand bemerkt.
Beim nächsten Halt lohnt sich der zweite Blick auf die Front des Zuges.
Ein letzter Gedanke: Nicht jeder Führerstand hat auch einen Motor darunter.
Ein letztes Detail: Auch S-Bahnen nutzen häufig genau dieses bewährte Prinzip.
Ein Prinzip, das längst zum unauffälligen Standard im täglichen Nahverkehr geworden ist.
Ein letzter Satz: Nicht jede Front mit Führerstand versteckt auch einen Motor.
Am Ende bleibt ein Prinzip, das jede Wendezeit im ganzen Land verkürzt.
Ein kluger Trick, verborgen hinter einer gewöhnlichen Zugfront.
Ein Detail, das deine nächste Zugfahrt ein Stück interessanter macht.
Am Ende zählt nur, dass du sicher und pünktlich ankommst, egal wer gerade zieht.
Ein letzter Satz zum Abschluss dieses kleinen Kapitels über Züge ohne eigenen Motor vorne.
Danke, dass du bis hierher gefolgt bist.
Warum Schieben genauso sicher ist wie Ziehen
Viele Fahrgäste wundern sich, wenn die Lok hinten läuft.
Technisch macht das keinen Unterschied. Die Kupplungen nehmen Druckkräfte genauso auf wie Zugkräfte.
Der Lokführer sitzt vorn im Steuerwagen und hat freie Sicht.
Alle Befehle laufen über eine Steuerleitung durch den ganzen Zug.
Für sehr hohe Geschwindigkeiten gibt es Grenzen. Deshalb fahren geschobene Züge in Deutschland meist bis hundertsechzig Stundenkilometer.
Woran du einen Steuerwagen erkennst
Er sieht aus wie eine Lok und ist doch keine.
Er hat einen Führerstand mit Frontscheibe, aber keinen Antrieb.
Dahinter beginnt sofort der Fahrgastraum, oft schon im selben Wagen.
Bei Doppelstockzügen ist er besonders auffällig. Der Führerstand sitzt dort unten und darüber sitzen Fahrgäste.
Ein sicheres Erkennungsmerkmal: Er ist leise. Ohne Motor hörst du beim Anfahren nur die anderen Wagen.
Alle Fragen zum Thema
Was ist ein Steuerwagen?
Ein Wagen mit Führerstand, aber ohne eigenen Antrieb. Der Lokführer steuert von dort die Lok am anderen Zugende. So kann der Zug wenden, ohne die Lok umzusetzen.
Ist das sicher?
Ja. Die Kupplungen sind für Druckkräfte ausgelegt. Die Steuerung läuft über eine durchgehende Leitung. Es gilt als gleichwertig zum Ziehen.
Wie schnell darf ein geschobener Zug fahren?
In Deutschland üblicherweise bis hundertsechzig Stundenkilometer. Für höhere Geschwindigkeiten gelten zusätzliche Anforderungen. Deshalb fahren Doppelstockzüge meist genau bis zu dieser Marke.
Warum sitzt der Führerstand manchmal unten?
Bei Doppelstockwagen ist das die einzige Möglichkeit. Über dem Führerstand sitzen dann Fahrgäste. Von dort hat man den besten Blick nach vorn.
Warum wird der Steuerwagen durch Triebzüge verdrängt?
Weil Triebzüge ihren Antrieb im ganzen Zug verteilt haben und schneller beschleunigen. Sie brauchen weder Lok noch Steuerwagen. Für neue Ausschreibungen sind sie fast immer die Vorgabe.
Gibt es Steuerwagen auch im Fernverkehr?
Ja, bei Intercity-Zügen mit Doppelstockwagen. Auch bei einigen älteren IC-Garnituren. Im ICE gibt es sie nicht, weil er ein Triebzug ist.
Hat der Steuerwagen eine eigene Bremse?
Er hat wie jeder Wagen eine Druckluftbremse. Eine elektrische Bremse hat nur die Lok. Der Bremsbefehl kommt vom Führerstand im Steuerwagen.
Was passiert, wenn die Steuerleitung ausfällt?
Dann kann der Zug nicht geschoben werden. Der Lokführer muss in die Lok wechseln und ziehen. In einem Kopfbahnhof heißt das umsetzen und damit Verspätung.
Sitzt man im Steuerwagen ruhiger?
Meist ja, weil kein Motor darunter läuft. Dafür hört man den Fahrtwind stärker. Bei Doppelstockzügen ist das Oberdeck über dem Führerstand ein beliebter Platz.
Der Chefübersetzer sagt
„Ein Zug, der vorne gesteuert und hinten angetrieben wird, spart am Ende jeder Fahrt wertvolle Minuten. Ein einfaches Prinzip mit großer Wirkung auf den Fahrplan.“
Das heißt für dich am Gleis
1. Ein Steuerwagen hat keinen eigenen Antrieb, nur einen Führerstand zur Steuerung der Lok am anderen Ende.
2. Das Wendezug-Prinzip erspart das zeitaufwendige Umsetzen der Lokomotive an Endbahnhöfen.
3. Ob geschoben oder gezogen, macht für deine Sicherheit als Fahrgast heute keinen relevanten Unterschied.
Weiterfahrt
→ Lokwechsel – Begriff 137
→ Triebwagen – Begriff 082
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