Sollte jeder große Bahnhof eine Stillkabine haben?

Standpunkt

„Willkommen am Hauptbahnhof, eine ruhige Ecke zum Stillen finden Sie zwischen Bäckerei und Blumenstand leider nicht.“

Sollte jeder große Bahnhof eine Stillkabine haben?

→ Wer unterwegs ein Baby stillen oder füttern muss, sucht an vielen Bahnhöfen vergeblich einen geschützten Ort.

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Worum es geht

Ja, aber. An großen Bahnhöfen gehört ein geschützter Stillraum zum Standard, an kleinen Stationen ist er dagegen kaum zu leisten.

Ein Baby wird im Gewühl der Bahnhofshalle unruhig und hungrig.

Die Eltern suchen einen ruhigen Platz, um es zu stillen oder zu füttern.

Zwischen Bäckerei, Kiosk und Rolltreppe finden sie keinen.

Also bleibt oft nur die harte Bank im Zugwind oder die enge Toilette.

Für einen so alltäglichen Vorgang ist das ein unwürdiger Ort.

Die Frage ist, ob ein geschützter Stillraum zu einem großen Bahnhof dazugehört.

Bahnhof Wattenscheid Eingang 2013 01
Foto: Tuxyso, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Warum ein ruhiger Ort fehlt

Ein Bahnhof ist laut, hell und immer in Bewegung.

Für einen ruhigen Moment mit einem Säugling ist dort kein Platz vorgesehen.

Viele Eltern empfinden das Stillen in der vollen Halle als unangenehm.

Die Alternative ist häufig die Toilette, die dafür nicht gemacht ist.

Genau diese Lücke soll eine Stillkabine schließen.

Simbach am Inn Bahnhof — Empfangshalle innen
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was eine Stillkabine ist

Eine Stillkabine ist ein kleiner, geschlossener und ruhiger Raum.

Innen stehen ein bequemer Sitz, eine Ablage und meist eine Steckdose bereit.

Manche Modelle sind frei stehende Kabinen, andere ein fester Raum in der Halle.

Oft ist sie Teil eines größeren Eltern-Kind-Bereichs.

Entscheidend ist, dass sie Schutz vor Blicken und Lärm bietet.

Wer davon profitiert

In erster Linie helfen solche Räume stillenden und fütternden Eltern.

Auch wer ein Fläschchen zubereitet, braucht Ruhe und eine saubere Fläche.

Ein weinendes Kind lässt sich in der Stille leichter beruhigen.

Davon profitieren nebenbei alle Reisenden in der Nähe.

Ein geschützter Rückzugsort entlastet die ganze Familie auf der Reise.

Was andere Orte vormachen

An Flughäfen sind Eltern-Kind-Räume längst üblich.

Auch große Einkaufszentren bieten meist einen Still- und Ruheraum an.

Reisende kennen dieses Angebot also aus anderen Zusammenhängen.

An einigen großen Bahnhöfen gibt es bereits Eltern-Kind-Bereiche.

Ein Bahnhof, an dem täglich Zehntausende umsteigen, steht dem in nichts nach.

Platz und Kosten

Fläche ist an einem großen Bahnhof knapp und begehrt.

Eine Kabine braucht nur wenige Quadratmeter, die aber erst frei werden müssen.

Zu Bau und Einrichtung kommen die laufende Reinigung und Pflege.

Diese Kosten sind real, im Vergleich zum Nutzen aber überschaubar.

Gegen die Werbefläche an gleicher Stelle gerechnet, wirkt der Raum bescheiden.

Sauber, sicher und nicht missbraucht

Ein solcher Raum lebt davon, dass er sauber und sicher bleibt.

Ohne Pflege verkommt er schnell und wird gemieden.

Eine einfache Verriegelung von innen schützt die Privatsphäre.

Gegen Missbrauch hilft eine gute Lage in Sichtweite des Personals.

Mit etwas Aufsicht bleibt die Kabine das, was sie sein soll.

Nur an großen Bahnhöfen

Nicht jeder kleine Haltepunkt braucht eine eigene Stillkabine.

An einer Station mit wenigen Reisenden stünde sie meist leer.

Sinnvoll ist das Angebot dort, wo täglich viele Familien umsteigen.

Die Zahl der Reisenden ist deshalb ein guter Maßstab.

So landet der Raum dort, wo er wirklich gebraucht wird.

Teil eines familienfreundlichen Bahnhofs

Eine Stillkabine steht selten für sich allein.

Gut ergänzt wird sie durch einen geschützten Wartebereich für Familien.

Zusammen zeigen diese Angebote, dass Familien willkommen sind.

Wer sich mit Kind gut aufgehoben fühlt, reist lieber mit der Bahn.

Ein familienfreundlicher Bahnhof zahlt sich so für alle aus.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Pro und Contra

Dafür

+  Stillen und Füttern gehören zum Alltag und brauchen einen würdigen Ort.

+  Die Toilette ist dafür weder sauber noch angemessen.

+  Flughäfen und Einkaufszentren zeigen, dass solche Räume Standard sein können.

+  Ein ruhiger Raum beruhigt das Kind und entlastet die ganze Familie.

+  Der Platzbedarf ist klein, der Nutzen für Familien groß.

+  Ein familienfreundlicher Bahnhof gewinnt neue Fahrgäste.

Dagegen

−  Fläche an großen Bahnhöfen ist teuer und hart umkämpft.

−  Bau, Reinigung und Pflege kosten dauerhaft Geld.

−  Ohne Aufsicht droht der Raum zu verwahrlosen oder missbraucht zu werden.

−  Viele Eltern stillen längst selbstverständlich auch in der Öffentlichkeit.

−  An kleinen Stationen stünde eine Kabine die meiste Zeit leer.

−  Mancher sieht darin eher Aufgabe der Stadt als die der Bahn.

Unterm Strich

Ein Bahnhof ist kein ruhiger Ort für einen Säugling.

Ein geschützter Stillraum schließt an großen Bahnhöfen eine echte Lücke.

Der Aufwand ist gering, der Gewinn für Familien groß.

An kleinen Stationen bleibt das Angebot dagegen schwer zu rechtfertigen.

Unterm Strich gehört die Stillkabine an jeden großen Bahnhof.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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