Sollte die Infrastruktursparte InfraGO dauerhaft dem Gemeinwohl verpflichtet bleiben?

Standpunkt

„Das Schienennetz dieses Bahnhofs wird von der bundeseigenen InfraGO betrieben.“

Sollte die Infrastruktursparte InfraGO dauerhaft dem Gemeinwohl verpflichtet bleiben?

→ Ein Standpunkt zur Struktur der Deutschen Bahn.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja. Das Schienennetz ist Grundausstattung wie Straßen und Strom, und es gehört dauerhaft dem Nutzen aller verpflichtet statt der Rendite eines Konzerns.

Das Schienennetz gehört zwar dem Bund, wird aber von einem Unternehmen geführt.

Lange stand dabei der Gewinn des Konzerns im Vordergrund, nicht der Nutzen für alle.

Mit der InfraGO sollte sich das ändern, und die Frage ist, ob dieser Kurs von Dauer sein sollte.

Bahnhof Tunnelgatan 2014a
Foto: Holger.Ellgaard, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was die InfraGO ist

Die DB InfraGO AG ist das bundeseigene Unternehmen für Netz und Bahnhöfe.

Das GO im Namen steht für gemeinwohlorientiert.

Sie entstand Ende Dezember 2023 aus der DB Netz und der DB Station&Service.

Seither liegen Schienennetz und Bahnhöfe wieder in einer Hand.

Bahnhof Brückl
Foto: Manfred Kopka, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum das ein Kurswechsel ist

Früher sollte die Netzsparte vor allem Gewinn an den Konzern abführen.

Das setzte Anreize, eher zu sparen als zu erhalten.

Gemeinwohlorientiert heißt, dass ein guter Zustand des Netzes über dem Gewinn steht.

Das ist eine grundlegend andere Zielrichtung.

Das Netz gehört allen

Auf demselben Netz fahren die Deutsche Bahn und ihre Wettbewerber.

Ein neutraler, gemeinwohlorientierter Betreiber behandelt alle gleich.

Das stärkt den Wettbewerb und am Ende das Angebot für die Fahrgäste.

Ein Netz, das nur einem Konzern dient, wäre für die anderen unfair.

Warum Verlässlichkeit zählt

Bauwerke und Gleise halten Jahrzehnte und brauchen langfristige Pflege.

Wer ständig den Kurs wechselt, kann ein Netz nicht vernünftig erhalten.

Eine dauerhaft festgeschriebene Ausrichtung schafft Planungssicherheit.

Investitionen von heute wirken erst in vielen Jahren.

Die Gefahr des Rückfalls

Ein Kurs, der nur eine Absichtserklärung ist, lässt sich leicht wieder umdrehen.

Sobald das Geld knapp wird, lockt die Rückkehr zum reinen Sparen.

Nur eine feste gesetzliche Bindung schützt das Gemeinwohl auf Dauer.

Sonst bleibt vom neuen Namen bald nur der Buchstabe übrig.

Kontrolle und Transparenz

Wer dem Gemeinwohl dient, muss offenlegen, wohin das Geld fließt.

Klare Ziele für Zustand und Pünktlichkeit machen den Erfolg messbar.

Die Öffentlichkeit kann dann prüfen, ob der Anspruch eingelöst wird.

Transparenz ist der beste Schutz vor leeren Versprechen.

Kein Freibrief für Verschwendung

Gemeinwohl heißt nicht, dass Geld keine Rolle spielt.

Auch ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen muss sparsam wirtschaften.

Der Unterschied ist das Ziel, nicht der leichtfertige Umgang mit Mitteln.

Gut angelegtes Geld dient dem Gemeinwohl mehr als jeder ausgeschüttete Gewinn.

Ein Netz für das Land

Das Schienennetz ist Grundausstattung wie Straßen, Strom und Wasser.

Solche Netze gehören dem Nutzen aller verpflichtet, nicht der Rendite.

Eine dauerhafte Bindung der InfraGO an das Gemeinwohl ist deshalb folgerichtig.

Sie macht aus einem guten Anfang eine verlässliche Grundlage.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Pro und Contra

Dafür

+  Das Schienennetz gehört dem Bund und dient allen, nicht einem Konzern.

+  Ein neutraler Betreiber behandelt Deutsche Bahn und Wettbewerber gleich.

+  Eine feste Bindung schützt vor dem Rückfall ins reine Sparen.

+  Langfristige Pflege des Netzes braucht Planungssicherheit.

+  Klare Ziele und Transparenz machen den Erfolg messbar.

+  Grundnetze wie die Schiene gehören dem Gemeinwohl verpflichtet.

Dagegen

−  Eine feste Bindung nimmt Spielraum in knappen Zeiten.

−  Gemeinwohl darf nicht zum Freibrief für Verschwendung werden.

−  Der Bund muss die neue Ausrichtung auch mit genug Geld hinterlegen.

−  Ein bloßer Name ändert noch keine Kultur im Unternehmen.

−  Ohne klare Kontrolle bleibt das Ziel eine leere Formel.

−  Der Umbau selbst kostet zunächst Kraft und Aufmerksamkeit.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Unterm Strich

Die InfraGO ist ein richtiger Schritt, weil das Netz allen dient.

Nur eine feste Bindung schützt das Gemeinwohl vor dem nächsten Sparzwang.

Dazu gehören klare Ziele, Transparenz und genug Geld.

So wird aus einem guten Anfang eine verlässliche Grundlage.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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