Sollte die Bahn große Stromspeicher an ihr eigenes Bahnstromnetz bauen?

Standpunkt

„Ein Zug bremst, der Strom wandert in den Speicher, und der nächste Zug fährt damit an.“

Sollte die Bahn große Stromspeicher an ihr eigenes Bahnstromnetz bauen?

→ Ein Standpunkt zu Stromspeichern im Bahnstromnetz.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja, aber gezielt. An neuralgischen Punkten retten Speicher Bremsenergie und stabilisieren das Netz, doch flächendeckend an jedem Unterwerk wären sie zu teuer.

Züge brauchen beim Anfahren kurzzeitig sehr viel Strom und geben beim Bremsen Strom zurück.

Diese Schwankungen muss das Bahnstromnetz jederzeit ausgleichen.

Ob große Stromspeicher dabei helfen sollten, ist eine technische, aber wichtige Frage.

Oberleitung an der Prinz Wilhelm Bahn 20
Foto: Sebastian Rittau, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Das eigene Netz der Bahn

Die Bahn fährt in Deutschland mit einem besonderen Strom von 16,7 Hertz.

Das ist etwa ein Drittel der Frequenz des normalen Haushaltsstroms.

Dafür betreibt die Bahn ein eigenes, weitgehend unabhängiges Bahnstromnetz.

An manchen Stellen wird der Strom auch aus dem öffentlichen Netz umgeformt.

1008 nach der Lokkollision auf der Lehrter Bahn in Fallersleben
Foto: This image is a work by Wikipedia and Wikimedia Co, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Warum der Verbrauch schwankt

Ein anfahrender Zug zieht in wenigen Sekunden sehr viel Leistung.

Fahren viele Züge gleichzeitig an, entsteht eine hohe Lastspitze.

Beim Bremsen kann ein moderner Zug dagegen Strom zurückspeisen.

Das Netz schwankt dadurch ständig zwischen Bedarf und Überschuss.

Was ein Speicher leistet

Ein großer Speicher nimmt überschüssigen Strom auf und gibt ihn später wieder ab.

Er glättet damit die Spitzen und Täler im Netz.

Bremst ein Zug, wandert die Energie in den Speicher statt verloren zu gehen.

Fährt kurz darauf ein anderer Zug an, liefert der Speicher den Strom.

Bremsenergie nicht verschenken

Ohne Speicher verpufft zurückgespeiste Bremsenergie oft ungenutzt.

Sie lässt sich nur verwenden, wenn im selben Moment ein anderer Zug Strom braucht.

Ein Speicher überbrückt diese zeitliche Lücke.

So wird aus dem Bremsen ein echter Beitrag zum Sparen.

Stabilität für das Inselnetz

Weil das Bahnstromnetz teils für sich steht, muss es selbst stabil bleiben.

Speicher können kurzfristig einspringen und die Spannung halten.

Das ist besonders am Ende langer Leitungen wertvoll.

Dort kommt der Strom sonst nur schwach an.

Puffer für erneuerbare Energie

Die Bahn will ihren Strom zunehmend aus Wind und Sonne beziehen.

Diese Quellen liefern aber nicht gleichmäßig.

Ein Speicher fängt Überschüsse auf und gibt sie bei Flaute ab.

So passt er gut zu einer klimafreundlichen Stromversorgung.

Wo ein Speicher am meisten bringt

Am wirksamsten sind Speicher an neuralgischen Punkten des Netzes.

Das sind Strecken mit vielen Anfahrten oder mit schwacher Zuleitung.

Dort ist der Nutzen groß genug, um die Kosten zu rechtfertigen.

Flächendeckend an jedem Unterwerk wäre der Aufwand zu hoch.

Was ein Speicher kostet

Große Speicher sind teuer in Anschaffung und Wartung.

Ihre Batterien altern und müssen irgendwann ersetzt werden.

Der Nutzen muss die Kosten über die Lebensdauer übersteigen.

Eine genaue Rechnung für jeden Standort ist deshalb Pflicht.

Verschiedene Techniken

Speicher müssen nicht immer Batterien sein.

Auch Schwungräder oder andere Techniken können kurze Spitzen abfangen.

Für jede Aufgabe gibt es die passende Bauart.

Wichtig ist, die Technik zum Bedarf am Standort zu wählen.

Ein gezieltes Ja

Speicher sind kein Allheilmittel, aber ein starkes Werkzeug.

An den richtigen Stellen sparen sie Energie und stabilisieren das Netz.

Überall aufzustellen wäre dagegen Verschwendung.

Die Bahn sollte deshalb gezielt bauen, wo der Nutzen am größten ist.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Pro und Contra

Dafür

+  Ein Speicher fängt Bremsenergie auf, die sonst ungenutzt verpufft.

+  Er glättet die starken Lastspitzen beim Anfahren vieler Züge.

+  Am Ende langer Leitungen hält er die Spannung stabil.

+  Er passt gut zu schwankendem Strom aus Wind und Sonne.

+  Ein stabiles Inselnetz ist weniger anfällig für Störungen.

+  Gespeicherte Energie senkt langfristig den Strombedarf von außen.

Dagegen

−  Große Speicher sind teuer in Anschaffung und Wartung.

−  Batterien altern und müssen ersetzt werden.

−  Flächendeckend an jedem Unterwerk wäre der Aufwand zu hoch.

−  Der Nutzen hängt stark vom einzelnen Standort ab.

−  Ein gut ausgebautes Netz kann viele Schwankungen auch ohne Speicher tragen.

−  Die Technik entwickelt sich schnell, frühe Anlagen veralten rasch.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Unterm Strich

Stromspeicher können Bremsenergie retten und das Bahnstromnetz stabiler machen.

An neuralgischen Punkten mit vielen Anfahrten lohnen sie sich am meisten.

Flächendeckend überall wären sie dagegen zu teuer.

Die Bahn sollte gezielt dort bauen, wo der Nutzen die Kosten klar übersteigt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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