Sollte man auf der Rolltreppe rechts stehen und links gehen?

Standpunkt

„Bitte benutzen Sie die Rolltreppe wie vorgesehen: rechts stehen, links gehen — und bitte nicht in der Mitte stehen bleiben und telefonieren.“

Sollte man auf der Rolltreppe rechts stehen und links gehen?

→ Ein Standpunkt zu einer Treppe, die sich schon von allein bewegt.

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Worum es geht

Ja, aber. Rechts stehen und links gehen ist eingeübt, höflich und meist richtig; auf sehr langen, überfüllten Rolltreppen kann beidseitiges Stehen allerdings mehr Menschen nach oben bringen.

An der Rolltreppe scheiden sich die Geister, oft ganz leise.

Die einen stellen sich rechts hin und lassen die Stufe sie tragen.

Die anderen steigen links daran vorbei, weil sie es eilig haben.

Diese Ordnung ist nirgends laut vorgeschrieben und doch fast überall bekannt.

Nun sagen manche Fachleute, genau diese Ordnung bremse bei vollen Treppen.

Also bewährte Regel oder überholte Gewohnheit?

U Bahnhof St. Quirin Platz Rolltreppe
Foto: High Contrast, CC BY 3.0 de, via Wikimedia Commons

Die ungeschriebene Regel

Der Grundsatz rechts stehen, links gehen hat sich in Deutschland weitgehend durchgesetzt.

Er beruht weniger auf Gesetzen als auf Gewohnheit und gegenseitiger Rücksicht.

In der Hausordnung der Personenbahnhöfe der Deutschen Bahn ist immerhin das Rechtsstehen vorgeschrieben.

In Städten wie München gilt die Regel als gewohnheitsrechtlich anerkannt.

Wer sich daran hält, macht die linke Spur für Eilige frei.

Berlin U Bahnhof Alexanderplatz Rolltreppe vom Bahnsteig der U5 zur Vert
Foto: IngolfBLN, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Warum die Regel so beliebt ist

Die Trennung in Stehen und Gehen wirkt fair und einleuchtend.

Wer es eilig hat, kommt vorbei, ohne jemanden zu bedrängen.

Wer stehen bleibt, stört niemanden, solange er rechts bleibt.

Diese Ordnung spart Nerven und Diskussionen auf engem Raum.

Sie ist so eingeübt, dass viele sie gar nicht mehr hinterfragen.

Der Haken bei vollen Treppen

Bei sehr langen Rolltreppen gehen nur wenige Menschen tatsächlich.

Die linke Spur bleibt dann oft halb leer, während sich rechts eine Schlange staut.

Fachleute weisen darauf hin, dass eine voll besetzte, stehende Treppe mehr Menschen befördert.

Denn stehend passt auf jede Stufe jemand, beim Gehen bleibt Abstand nötig.

Je länger und voller die Treppe, desto stärker fällt dieser Effekt ins Gewicht.

Wenn alle stehen bleiben

Im Ausland, etwa in London, gab es Versuche, bei denen auf langen Rolltreppen alle stehen bleiben sollten.

Die Idee dahinter ist einfach: Wird jede Stufe besetzt, passen mehr Menschen auf die Treppe.

In solchen Tests kam rechnerisch ein höherer Durchsatz heraus als bei der Mischung aus Stehen und Gehen.

Durchgesetzt hat sich das beidseitige Stehen trotzdem kaum, weil es gegen die Gewohnheit läuft.

Viele Eilige empfinden eine blockierte linke Spur als Zumutung.

Wie die Schweiz und andere es sehen

Die Sichtweisen gehen auseinander, auch unter den Bahnen selbst.

Am Baseler Bahnhof fordert die SBB die Fahrgäste gerade zur Kapazitätserhöhung auf, rechts zu stehen und links zu gehen.

Dieselbe Regel gilt sogar in Ländern mit Linksverkehr wie dem Vereinigten Königreich.

Andere Städte wie Singapur drehen die Seiten entsprechend um.

Einigkeit herrscht nur darin, dass klare Zeichen besser sind als Chaos.

Sicherheit und Rücksicht

Für die Sicherheit gilt unabhängig von der Seite: festhalten und nicht drängeln.

Wer mit Gepäck, Kinderwagen oder Rollkoffer unterwegs ist, kann die linke Spur oft gar nicht freihalten.

Auch wer unsicher auf den Beinen ist, braucht einen festen Platz zum Stehen.

Rücksicht ist deshalb wichtiger als das sture Beharren auf der Regel.

Ein Sturz auf der Rolltreppe wiegt schwerer als zehn gewonnene Sekunden.

Was im Alltag sinnvoll ist

Auf kurzen Rolltreppen spricht wenig gegen rechts stehen, links gehen.

Dort gehen genug Menschen, sodass die linke Spur nicht verwaist.

Auf sehr langen Treppen zur Stoßzeit kann beidseitiges Stehen den Stau rechts auflösen.

Entscheidend ist, dem jeweils geltenden Hinweis vor Ort zu folgen.

Wo kein Schild steht, bleibt die eingeübte Regel ein guter Standard.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Pro und Contra

Dafür

+  Die Regel ist eingeübt und funktioniert fast ohne Worte.

+  Wer es eilig hat, kommt auf der linken Spur zügig vorbei.

+  Die Deutsche Bahn schreibt das Rechtsstehen in ihrer Hausordnung ohnehin vor.

+  Auf kurzen Treppen bleibt die Gehspur gut genutzt.

+  Klare Seiten vermeiden Gedränge und Streit auf engem Raum.

+  Bewegung tut vielen gut, die nicht nur stehen wollen.

Dagegen

−  Auf langen, vollen Rolltreppen bleibt die linke Spur oft halb leer.

−  Stehen alle, passt auf jede Stufe jemand und es kommen mehr Menschen nach oben.

−  Gehen auf der Rolltreppe erhöht zudem das Sturzrisiko.

−  Wer Gepäck oder Kinder dabeihat, kann die linke Spur gar nicht freihalten.

−  An Engstellen staut sich rechts eine Schlange, während links Lücken bleiben.

−  Starre Gewohnheit ist kein Argument gegen den besseren Durchsatz.

Unterm Strich

Rechts stehen und links gehen ist höflich, eingeübt und meist richtig.

Auf kurzen Treppen gibt es keinen Grund, daran zu rütteln.

Auf sehr langen, überfüllten Rolltreppen kann beidseitiges Stehen jedoch mehr Menschen befördern.

Am klügsten folgt man dem Hinweis, der vor Ort tatsächlich angebracht ist.

Und in jedem Fall gilt: Festhalten geht vor Eile.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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