Ortstermin
„Bitte einsteigen: Der Flying Scotsman nach London King’s Cross verlässt gleich Edinburgh Waverley.“
Ortstermin: Edinburgh Waverley
→ Ein Ortstermin in Schottlands Hauptstadt.
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Kurz gesagt
Edinburgh Waverley liegt in einer schmalen Senke zwischen Altstadt und Neustadt und ist nach einem Roman von Sir Walter Scott benannt. Nach der Fläche gilt er als zweitgrößter Bahnhof Großbritanniens und ist nach Glasgow Central der zweitbelebteste Schottlands.
Wer in Edinburgh mit dem Zug ankommt, steigt mitten in der Stadt aus, in einer tiefen Senke zwischen zwei Stadthälften.
Über den Bahnsteigen spannt sich ein weites Glasdach, ringsum klettern die Altstadt und die Neustadt die Hänge hinauf.
Der Bahnhof heißt Waverley, nach dem berühmten Roman von Sir Walter Scott, und ist bis heute das Tor zur schottischen Hauptstadt.

Ein Bahnhof in der Senke
Edinburgh Waverley liegt im Tal des einstigen Nor Loch, dessen Grund heute die Princes Street Gardens füllen.
Nördlich steigt die georgianische Neustadt mit der Princes Street an, südlich erhebt sich die mittelalterliche Altstadt mit ihren hohen Häuserzeilen.
Über den mittleren Teil der Gleise führt in großer Höhe die North Bridge hinweg, am Westende überspannt die Waverley Bridge die Anlage.
So wirkt der Bahnhof wie in den Stadtboden eingelassen, und von den Brücken blickt man auf sein Dach hinab.
Wer heraufkommt, steht fast sofort auf der Princes Street und sieht das Schloss auf seinem Felsen.

Vom North-Bridge-Bahnhof zum großen Umbau
Den Anfang machte 1846 die North British Railway, die am 22. Juni ihren Bahnhof North Bridge als Endpunkt der Strecke von Berwick-upon-Tweed eröffnete.
Im Mai 1847 kamen zwei weitere Bahnhöfe hinzu, der General der Edinburgh and Glasgow Railway und der Canal Street der Edinburgh, Leith and Newhaven Railway.
Zwischen 1866 und 1868 kaufte die North British Railway alle drei Anlagen auf, riss sie ab und baute an ihrer Stelle den heutigen viktorianischen Bahnhof.
Den gemeinsamen Namen Waverley trugen die Bahnhöfe schon seit etwa 1854, als die Strecke nach Carlisle eröffnet wurde.
Seine Besitzer wechselten im Lauf der Zeit von der North British Railway über die LNER und British Railways bis zur heutigen Infrastrukturgesellschaft Network Rail.
Damit ist der Bahnhof zugleich ein Stück britischer Eisenbahngeschichte in Stein und Stahl.

Gut zu wissen
Edinburgh Waverley wurde zwischen 1866 und 1868 an der Stelle dreier älterer Bahnhöfe neu errichtet und 1897 mit seinem großen Glasdach versehen.
Der Bahnhof hat zwanzig nummerierte Bahnsteige und ist nach Glasgow Central der zweitbelebteste in Schottland.
Im Geschäftsjahr 2024/25 zählte man nach amtlichen Angaben rund 22,8 Millionen Reisende.
Das Glasdach über den Gleisen
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Bahnhof erweitert, und 1897 entstand das große Glasdach über der Halle.
Im selben Jahr baute man die darüberführende North Bridge als dreibogige Brücke aus Eisen und Stahl neu.
Zwischen 2010 und 2012 wurde die gesamte Verglasung erneuert und durch klares, verstärktes Glas ersetzt.
Die neue Dachfläche bedeckt rund 34.000 Quadratmeter und ließ deutlich mehr Tageslicht in die Halle.
Diese Arbeiten waren Teil eines Umbaus, dessen Kosten mit etwa 130 Millionen Pfund angegeben werden.

Zwanzig Bahnsteige und viele Ziele
Der Bahnhof zählt zwanzig nummerierte Bahnsteige und ist nach Glasgow Central der zweitbelebteste Bahnhof Schottlands.
Hier endet die East Coast Main Line, die nach Angaben der Bahn gut 393 Meilen bis zum Londoner Bahnhof King’s Cross misst.
Nach London fährt die Gesellschaft LNER im Stundentakt, dazu kommen Fernzüge weiterer Betreiber in Richtung England.
Nach Glasgow bestehen dichte Verbindungen zu den Bahnhöfen Queen Street und Central, mehrmals täglich geht es nach Aberdeen und einmal täglich nach Inverness.
Hinzu kommen die Nahverkehrszüge von ScotRail, die unter anderem die Orte in der Region Fife bedienen.
So treffen in der Senke der Fern- und der Nahverkehr des ganzen Landes zusammen.

Der Flying Scotsman und die Waverley-Linie
Von Waverley aus startet seit 1862 der Flying Scotsman, der wohl berühmteste Zug zwischen Edinburgh und London.
Lange Zeit trugen auch andere Verbindungen klangvolle Namen, etwa der Aberdonian, die Queen of Scots und die Coronation.
Nach Süden zweigte hier die Waverley Line ab, die mitten durch die schottischen Grenzlande bis nach Carlisle führte.
Diese Strecke wurde 1969 stillgelegt, doch ihr Name blieb im Bahnhof lebendig.
Bis heute erinnert das Wort Waverley an diese alte Verbindung und an den Roman, der Pate stand.

Die Uhr, die vorgeht
Gleich neben dem Bahnhof, an der Ecke von Princes Street und North Bridge, steht ein großes Hotel mit Uhrturm.
Es wurde 1902 als North British Station Hotel der Bahngesellschaft eröffnet, auf dem Gelände der früheren Wagenwerkstätten.
1988 schloss das Haus, 1991 wurde es als Balmoral Hotel wiedereröffnet.
Die berühmte Uhr am Turm geht nach alter Gewohnheit ein paar Minuten vor, damit die Reisenden ihren Zug nicht verpassen.
Nur in der Silvesternacht zeigt sie die genaue Zeit, wenn die Stadt das neue Jahr begrüßt.

Der Namensgeber Walter Scott
Der Name Waverley geht auf die Waverley-Romane von Sir Walter Scott zurück, einem der bekanntesten Schriftsteller Schottlands.
Sein erster Roman dieses Namens erschien zu Beginn des 19. Jahrhunderts und wurde in ganz Europa gelesen.
In den Princes Street Gardens, gleich über dem Bahnhof, erhebt sich das hohe Scott Monument zu seinen Ehren.
Das dunkle, spitz zulaufende Denkmal gilt als eines der größten Schriftstellerdenkmäler der Welt.
So trägt der Reisende den Namen eines Romans in seinem Ticket, noch ehe er die Stadt gesehen hat.

Rund um den Bahnhof
Tritt man aus dem Bahnhof, liegt im Norden sofort die Princes Street, die große Einkaufsstraße der Neustadt.
Südlich davon ziehen sich die Princes Street Gardens hin, wo einst der See Nor Loch lag, der längst trockengelegt ist.
Über den Gärten thront auf seinem Vulkanfelsen das Edinburgh Castle, das Wahrzeichen der Stadt.
Von der Altstadt führt die Royal Mile vom Schloss hinab zum Palast von Holyroodhouse.
Wer höher hinaus will, erreicht zu Fuß den Aussichtshügel Calton Hill mit seinem weiten Blick über die Dächer.

Ankommen in Edinburgh
Ankommen in Edinburgh heißt, aus der Tiefe der Gleishalle in eine Stadt aus dunklem Stein zu treten.
Von den Bahnsteigen führen Rampen und die steilen Waverley Steps hinauf zur Princes Street.
Oben weht oft ein frischer Wind, und über allem liegt die Silhouette der Altstadt mit dem Schloss.
Viele Reisende halten kurz inne, bevor sie in die Gassen der Royal Mile oder in die Geschäfte der Neustadt eintauchen.
Der Bahnhof Waverley bleibt dabei der ruhige Mittelpunkt, zu dem man am Abend wieder hinabsteigt.

Häufige Fragen
Woher hat der Bahnhof Edinburgh Waverley seinen Namen?
Wann wurde Edinburgh Waverley gebaut?
Wie viele Bahnsteige hat der Bahnhof?
Welche Züge fahren von Edinburgh Waverley ab?
Was kann man vom Bahnhof aus zu Fuß erreichen?
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