Ortstermin: Cincinnati Union Terminal

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„Bitte zurückbleiben: Der Cardinal nach Chicago fährt gleich aus Cincinnati Union Terminal ab.“

Ortstermin: Cincinnati Union Terminal

→ Ein Ortstermin in Cincinnati, Ohio.

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Kurz gesagt

Cincinnati Union Terminal ist einer der größten Art-déco-Bahnhöfe der USA. 1933 eröffnet, dient die halbrunde Halle heute als Museumszentrum und als Halt des Amtrak-Zugs Cardinal.

Wer in Cincinnati aus dem Zug steigt, steht vor einer Halle, die wie ein steinerner Regenbogen über dem Vorplatz schwebt.

Die Union Terminal gehört zu den berühmtesten Bahnhöfen der Vereinigten Staaten und gilt als Höhepunkt des amerikanischen Art déco.

Heute ist sie Museum und Bahnhof zugleich, und genau das macht einen Besuch so reizvoll.

Cincinnati Union Terminal principal facade
Foto: Dacoslett, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Halle wie ein Triumphbogen

Das Wahrzeichen der Union Terminal ist ihre halbrunde Fassade, die sich wie ein gewaltiger Bogen über dem Eingang öffnet.

Dahinter liegt die Rotunde, ein Rundsaal von rund 54 Metern Breite und etwa 32 Metern Höhe.

Ihre Halbkuppel spannt sich rund 55 Meter weit und galt lange als eine der größten ihrer Art in der westlichen Welt.

Vor dem Gebäude liegt ein langes Wasserbecken, das die geschwungene Form noch einmal spiegelt.

Schon von Weitem erkennt man, dass hier nicht einfach ein Bahnhof, sondern ein Denkmal gebaut wurde.

Cincinnati Union Terminal Ceiling
Foto: Arun Sreeranganathan, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Weg zur Union Terminal

Vor 1933 verteilte sich der Zugverkehr Cincinnatis auf mehrere kleine Bahnhöfe, die bei Hochwasser des Ohio immer wieder lahmgelegt wurden.

Sieben Eisenbahngesellschaften schlossen sich deshalb zusammen, um einen gemeinsamen Hauptbahnhof zu errichten.

Die Architekten Alfred Fellheimer und Steward Wagner entwarfen das Haus, der Gestalter Paul Philippe Cret gab ihm ab 1930 seine klare Art-déco-Form.

Am 19. März 1933 wurde die Union Terminal eröffnet, mitten in der Weltwirtschaftskrise.

Beim Start verfügte der Bahnhof über acht Bahnsteige und sechzehn Gleise.

Outgoing Taxis & Motor Coaches Wing, Cincinnati Union Terminal, Queensga
Foto: Warren LeMay, CC0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Die Union Terminal wurde am 19. März 1933 eröffnet und steht seit dem 5. Mai 1977 als National Historic Landmark unter Schutz.

Das Gebäude gehört heute der Stadt Cincinnati, während die Gleise der Güterbahn CSX gehören.

Im Inneren befindet sich das Cincinnati Museum Center mit mehreren Museen und einem Großbildkino.

Der einzige Fernzug ist der Amtrak Cardinal, der dreimal pro Woche zwischen Chicago und New York verkehrt.

Mosaike aus Glas und Licht

Im Inneren fallen sofort die großflächigen Wandmosaike auf, die der Künstler Winold Reiss gestaltete.

Zwei riesige Mosaike in der Rotunde zeigen die Geschichte von Verkehr und Stadt, jedes von ihnen rund 32 Meter breit.

Weitere sechzehn Mosaike schmückten einst den Zugverteiler und stellten die Industrie der Region dar.

Zusammen galten sie als eine der größten Sammlungen weltlicher Mosaike in den Vereinigten Staaten ihrer Zeit.

Die leuchtenden Glassteine verwandeln das kühle Steingebäude bei Sonnenlicht in einen farbigen Raum.

Outgoing Taxis and Motor Coaches Entryway, Cincinnati Union Terminal, Qu
Foto: Warren LeMay, CC0, via Wikimedia Commons

Vom Bahnhof zum Museum

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Eisenbahn in den USA rasch an Bedeutung, und auch Cincinnati spürte das.

Am 29. Oktober 1972 endete der reguläre Zugverkehr in der Union Terminal.

Die Bahnsteige und der große Zugverteiler wurden 1974 abgerissen, ein schwerer Verlust für das Baudenkmal.

Von 1980 bis 1985 diente die Halle sogar als Einkaufszentrum, bevor dieses wieder schloss.

1990 zog das Cincinnati Museum Center ein, und am 29. Juli 1991 kehrte auch der Fernzug zurück.

Outgoing Taxis & Motor Coaches Wing, Cincinnati Union Terminal, Queensga
Foto: Warren LeMay, CC0, via Wikimedia Commons

Der Cardinal hält dreimal die Woche

Heute hält an der Union Terminal nur noch ein einziger Fernzug, der Amtrak-Zug mit dem Namen Cardinal.

Er verbindet Chicago mit New York City und fährt dabei über Washington und Philadelphia.

Der Cardinal verkehrt nicht täglich, sondern nur an drei Tagen pro Woche in jede Richtung.

In Cincinnati hält er mitten in der Nacht, sodass Reisende hier zu ungewöhnlicher Stunde ankommen.

Die Stadt gehört damit zu den großen amerikanischen Orten mit nur noch sehr dünnem Zugangebot.

CMC Union Terminal
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Königin des Westens

Cincinnati liegt im Süden Ohios, direkt am Ohio River, der hier die Grenze zum Bundesstaat Kentucky bildet.

Die Stadt wurde 1788 gegründet und trug zunächst den Namen Losantiville.

Bald benannte man sie nach der Society of the Cincinnati, einem Verband von Offizieren des Unabhängigkeitskrieges.

Wegen ihres schnellen Aufstiegs im 19. Jahrhundert erhielt sie den Beinamen Königin des Westens.

Bei der Volkszählung 2020 zählte Cincinnati rund 309.000 Einwohner, der Großraum fast zwei Millionen.

Cincinnati Union Terminal (OHPTC)
Foto: Ohio Redevelopment Projects – ODSA, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Über den Fluss nach Kentucky

Nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt überspannt die John A. Roebling Suspension Bridge den Ohio River.

Die Hängebrücke wurde von demselben Ingenieur entworfen, der später die berühmte Brooklyn Bridge in New York baute.

Viele sehen in ihr daher einen Vorläufer des New Yorker Wahrzeichens.

Zu Fuß gelangt man über die Brücke hinüber nach Covington in Kentucky, mit schönem Blick zurück auf die Skyline.

Der Ohio River war über Jahrzehnte die wichtigste Verkehrsader der Stadt, lange bevor die Eisenbahn kam.

Cincinnati Union Terminal (OHPTC)
Foto: Ohio Redevelopment Projects – ODSA, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Türme, Brunnen und Over-the-Rhine

Das Zentrum Cincinnatis wird von Hochhäusern geprägt, unter ihnen der Carew Tower und der noch höhere Great American Tower.

Auf dem zentralen Fountain Square sprudelt der Tyler Davidson Fountain, einer der bekanntesten Brunnen des Landes.

Nördlich der Innenstadt liegt das Viertel Over-the-Rhine mit seinen vielen historischen Backsteinhäusern.

Seit 2016 verbindet eine Straßenbahn, der Cincinnati Bell Connector, das Zentrum auf knapp sechs Kilometern mit diesem Viertel.

So lässt sich die Stadt auch ohne Auto bequem erkunden.

Cincinnati Union Terminal (OHPTC)
Foto: Ohio Redevelopment Projects – ODSA, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Cincinnati

Ankommen in Cincinnati heißt heute vor allem, in einem Museum anzukommen, denn die Union Terminal ist beides zugleich.

Unter der großen Kuppel warten das Geschichtsmuseum, das Naturkundemuseum und ein Kindermuseum auf Besucher.

Wer mag, beginnt mit einem Blick in die Rotunde und folgt dann den Mosaiken an den Wänden.

Vom Bahnhof aus erreicht man das Zentrum in wenigen Minuten und steht bald vor Brücke, Brunnen und Fluss.

So wird aus einem schlichten Halt ein kleiner Ausflug in die Geschichte einer stolzen Stadt.

Cincinnati Cincinnati Union Terminal (OHPTC)
Foto: Ohio Redevelopment Projects – ODSA, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wann wurde Cincinnati Union Terminal eröffnet?
Der Bahnhof wurde am 19. März 1933 eingeweiht und gilt als ein Höhepunkt des amerikanischen Art déco.
Fahren heute noch Züge ab Cincinnati Union Terminal?
Ja, allerdings nur der Amtrak-Zug Cardinal, der dreimal wöchentlich zwischen Chicago und New York hält.
Warum ist der Bahnhof heute ein Museum?
Nach dem Ende des regulären Zugverkehrs 1972 zog 1990 das Cincinnati Museum Center ein, Amtrak kehrte 1991 zurück.
Wie groß ist die berühmte Rotunde?
Die halbrunde Haupthalle ist rund 54 Meter breit und etwa 32 Meter hoch, ihre Halbkuppel spannt sich rund 55 Meter weit.
Was kann man vom Bahnhof aus in der Stadt sehen?
In wenigen Minuten erreicht man die Roebling-Hängebrücke, den Fountain Square mit dem Tyler Davidson Fountain und das Viertel Over-the-Rhine.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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