Mobilitätsservice: Hilfe beim Einsteigen

Ich verstehe nur Bahnhof · Das Wörterbuch · Begriff 030

Mobilitätsservice

→ Übersetzt: Jemand hilft beim Einsteigen. Wenn du dich anmeldest.

Lesezeit: 5 Minuten · Bahnhof & Reise

Die 30-Sekunden-Antwort

Der Mobilitätsservice organisiert Hilfe beim Ein-, Um- und Aussteigen.

Mitarbeitende bringen eine Rampe oder einen Hublift und begleiten dich zum Platz.

Der Service ist kostenlos.

Du meldest ihn vorher an: online auf msz.bahnhof.de oder telefonisch unter 030 65 21 28 88.

Für Fahrten in Deutschland gilt die Frist bis 20 Uhr am Vortag.

Nutzen können ihn alle Menschen, die Unterstützung brauchen.

Der Mobilitätsservice ist die Rampe über den Spalt — für alle, denen die Bahn sonst eine Stufe zu hoch baut.

Zwischen Bahnsteig und Zug klafft eine Lücke.

Meist sind es nur ein paar Zentimeter.

Manchmal ist es eine Stufe.

Und manchmal sind es zwei.

Für die meisten Reisenden ist das kein Thema.

Für andere ist es das Ende der Reise.

Genau dafür gibt es den Mobilitätsservice.

Ihn kennen erstaunlich wenige.

Dabei ist er kostenlos.

Es gibt nur eine Bedingung, an der die Sache oft scheitert.

Ein Mitarbeiter legt eine mobile Rampe zwischen Bahnsteigkante und Zugtür, eine Rollstuhlfahrerin wartet daneben
Ein paar Zentimeter Spalt entscheiden, ob eine Reise stattfindet. Symbolbild, mit KI erstellt.

Wer den Service nutzen kann

Er ist nicht auf Rollstuhlfahrende beschränkt.

Das ist das größte Missverständnis.

Der Service richtet sich an alle mit eingeschränkter Mobilität.

Dauerhaft oder vorübergehend.

Ein gebrochenes Bein zählt genauso wie eine Behinderung.

Auch Schwangere können ihn nutzen.

Auch ältere Menschen können ihn buchen.

Ebenso Reisende nach einer Operation oder mit Gehhilfe.

Sehbehinderte Menschen werden durch den Bahnhof begleitet.

Auch bei Umstiegen mit Gleiswechsel.

Das ist gerade an großen Bahnhöfen wertvoll.

Wer dort umsteigt, legt schnell mehrere hundert Meter zurück.

Ein Nachweis ist dafür nicht nötig.

Es reicht, dass du Unterstützung brauchst.

Der Service kostet nichts.

Weder die Hilfe noch die Anmeldung werden berechnet.

Er ist keine freiwillige Geste der Bahn.

Europäisches Recht schreibt diese Unterstützung vor.

Wie so eine Fahrt in der Praxis abläuft, zeigt dieses Video.

Es ist aus der Sicht eines Betroffenen gefilmt.

Video: „Barriere Check Regionalzug mit Mobilitätsservice“ vom Kanal Leos World.

Was die Helfer machen

Die Hilfe im Detail

Rampe und Hublift

Die Lücke wird überbrückt oder du wirst mit einer Hebebühne in den Zug gebracht.

Begleitung im Bahnhof

Vom Treffpunkt bis zum Sitzplatz. Bei Umstiegen wartet am nächsten Bahnhof schon jemand.

Hilfe mit Gepäck

Koffer werden mitgenommen und verstaut. Auch das gehört zum Service.

Die Hilfe endet nicht am Zug.

Sie wird über die ganze Reise hinweg organisiert.

Das ist der eigentliche Aufwand dahinter.

An jedem Umstiegsbahnhof muss jemand eingeplant werden.

Die Bedingung

Jetzt die Auflösung vom Anfang.

Der Service muss vorher angemeldet werden.

Spontan klappt er nur an großen Bahnhöfen und auch dort nicht sicher.

Der Grund ist einfach.

Die Helfer sind nicht auf jedem Bahnsteig, sondern werden eingeteilt.

Für Fahrten innerhalb Deutschlands gibt es eine feste Grenze.

Sie liegt bei 20 Uhr am Tag vor der Reise.

Wer ins Ausland fährt, braucht 24 Stunden Vorlauf.

Diese Frist ist keine Empfehlung.

Danach gibt es keine gesicherte Zusage mehr.

Dein Zeitfenster für die Anmeldung

SOFORT NACH DEM TICKETKAUF

Der beste Moment. Hier bekommst du auch bei kniffligen Umstiegen fast immer eine Zusage.

EIN PAAR TAGE VORHER

Immer noch entspannt. Die Einsatzpläne der Helfer sind jetzt in Arbeit.

VORTAG, 20:00 UHR

Die letzte Chance für Fahrten in Deutschland. Ins Ausland müssen es volle 24 Stunden sein.

AM REISETAG

Jetzt hilft nur noch Glück. An großen Bahnhöfen klappt es manchmal spontan.

Stand: Sommer 2026. Maßgeblich sind die Angaben der Mobilitätsservice-Zentrale.

Genau daran scheitern spontane Fahrten.

Das ist die größte Kritik an diesem System.

Andere steigen ein, wenn sie Lust haben.

Du musst am Vorabend wissen, was du morgen vorhast.

So erreichst du den Mobilitätsservice

Zuständig ist die Mobilitätsservice-Zentrale in Berlin.

Kurz: MSZ.

Sie plant die Hilfe für ganz Deutschland.

Es gibt drei Wege dorthin.

Die drei Wege zur Anmeldung

1 · Online

msz.bahnhof.de

Das barrierefreie Formular. Rund um die Uhr offen und der schnellste Weg.

2 · Telefon

030 65 21 28 88

Mo bis Fr 6 bis 22 Uhr. Sa, So und feiertags 8 bis 20 Uhr.

3 · E-Mail

msz@deutschebahn.com

Gut für lange Verbindungen. Antwort kommt nicht sofort.

Alle Angaben Stand Sommer 2026. Ein Fax gibt es übrigens auch noch: 030 65 21 28 99.

Speicher die Nummer jetzt ein.

Nicht erst am Bahnsteig.

Denn genau dann brauchst du sie am dringendsten.

Warum, kommt gleich.

So läuft die Anmeldung im Netz

Das Formular auf msz.bahnhof.de ist selbst barrierefrei gebaut.

Es funktioniert mit Screenreader und ohne Maus.

Ein Kundenkonto brauchst du nicht.

Du füllst aus und schickst ab.

Das Formular in vier Schritten

Schritt 1 — Deine Reise

Start, Ziel, Datum und Uhrzeit. Gib jeden Umstieg mit an, auch den kurzen.

Schritt 2 — Deine Hilfe

Rampe, Hublift oder Begleitung. Hier sagst du auch, ob du im Rollstuhl sitzen bleibst.

Schritt 3 — Dein Gepäck und deine Begleitung

Zahl der Koffer, Maße des Rollstuhls, Begleitperson oder Assistenzhund.

Schritt 4 — Deine Kontaktdaten

Handynummer und E-Mail. Über die Nummer erreicht dich die Zentrale am Reisetag.

Danach bekommst du eine Bestätigung mit Treffpunkt und Uhrzeit.

Sei dort etwas früher als nötig.

Der Treffpunkt ist meist die Information oder der Bahnsteigaufgang.

Er steht in der Zusage.

Kommt keine Bestätigung, ruf an.

Eine abgeschickte Anfrage ist noch keine Zusage.

Reservier gleich auch einen passenden Platz.

Rollstuhlstellplätze im Fernverkehr sind knapp und schnell vergeben.

Wie das geht, steht bei der Sitzplatzreservierung.

Für Menschen mit Behinderung ist sie meist kostenlos.

Was bei Störungen passiert

„Der Aufzug zu Gleis 5 ist außer Betrieb.“

→ Für manche ist das eine Unbequemlichkeit. Für andere eine Mauer.

Fällt dein Zug aus, gilt die Anmeldung nicht automatisch für den nächsten.

Sag dem Personal vor Ort sofort Bescheid.

Genau dafür ist die 030 65 21 28 88 da.

Die Zentrale plant deine Hilfe dann auf den neuen Zug um.

Das geht nur, wenn sie es rechtzeitig erfährt.

Ruf lieber einmal zu viel an.

Deine Fahrgastrechte gelten unverändert.

Ein Zugausfall wird genauso entschädigt wie bei allen anderen.

Ein Fortschritt kommt übrigens durch die Generalsanierung.

Erneuerte Bahnhöfe bekommen höhere Bahnsteige und neue Aufzüge.

Wie du dich beim Mobilitätsservice anmeldest

Es gibt drei Wege, und alle führen zur selben Stelle.

Der erste ist das Telefon.

Die Mobilitätsservice-Zentrale ist täglich erreichbar und nimmt deine Anmeldung direkt auf.

Der zweite ist das Online-Formular auf der Seite der Bahn.

Es fragt Start, Ziel, Zug und die Art der benötigten Hilfe ab.

Der dritte ist die App.

Dort lässt sich die Hilfe direkt bei der Buchung mitbestellen.

Melde dich möglichst früh an.

Für die Zusage gilt eine Frist am Vortag, kurzfristig geht es nur, wenn gerade jemand frei ist.

Was passiert, wenn dein Zug ausfällt

Das ist die größte Sorge vieler Reisender mit Handicap.

Die gute Nachricht: Deine Anmeldung wandert mit.

Die Zentrale organisiert die Hilfe für den Ersatzzug neu.

Wichtig ist, dass du dich meldest.

Ruf die Zentrale an, sobald du von der Änderung erfährst.

Am Bahnhof hilft dir außerdem das Personal am Servicepoint weiter.

Und wenn ein Ersatzbus fährt, muss ein barrierefreies Fahrzeug bereitstehen.

Auch das läuft über die Anmeldung.

Wer hinter dem Mobilitätsservice steht

Hinter dem Angebot steht eine zentrale Stelle der Deutschen Bahn, die Mobilitätsservice-Zentrale, kurz MSZ.

Sie nimmt deine Anmeldung entgegen und organisiert die Hilfe an den beteiligten Bahnhöfen.

Die Bahnhöfe selbst betreibt die DB InfraGO, die bundeseigene Infrastrukturgesellschaft der Bahn.

Die MSZ ist dabei die Schaltzentrale zwischen dir, dem Bahnhofspersonal und dem Zugpersonal.

An großen Bahnhöfen sitzen zusätzlich die sogenannten 3-S-Zentralen, zuständig für Service, Sicherheit und Sauberkeit.

Nach Angaben der Bahn sind diese Zentralen rund um die Uhr erreichbar, auch über die Notruf- und Info-Säulen an vielen Bahnsteigen.

So landet deine Anfrage immer bei einer Stelle, die die Abläufe vor Ort kennt.

Diese Reisenden nutzen den Service

Der Mobilitätsservice ist nicht nur für Menschen im Rollstuhl da.

Ihn nutzen auch blinde und sehbehinderte Reisende, die sich im Gewühl schwer orientieren können.

Ebenso wenden sich gehbehinderte und ältere Menschen an die MSZ, denen die Stufe in den Zug zu hoch ist.

Auch eine vorübergehende Einschränkung zählt, etwa ein Gipsbein oder die Zeit nach einer Operation.

Selbst Schwangere oder Reisende mit sehr viel Gepäck fragen manchmal nach einer helfenden Hand.

Nach Angaben der Bahn richtet sich das Angebot an alle Reisenden mit eingeschränkter Mobilität.

Einen Schwerbehindertenausweis musst du dafür nicht vorlegen.

Wer unsicher ist, ob er dazugehört, ruft einfach an und fragt nach.

Servicekraft hilft einem Rollstuhlfahrer mit einer Hebebühne in einen Zug
Eine Servicekraft hilft einem Fahrgast mit Rollstuhl über eine Hebebühne in den Zug. Symbolbild. Foto: Robert Taylor, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Was die Hilfe kostet

Der Mobilitätsservice ist kostenlos.

Du zahlst nur deinen normalen Fahrschein, die Hilfe selbst kostet nichts extra.

Auch das Bereitstellen eines Hublifts oder einer Rampe wird nicht berechnet.

Diese Kostenfreiheit ist kein Entgegenkommen, sondern in den europäischen Fahrgastrechten verankert.

Ein Trinkgeld erwarten die Mitarbeitenden nicht.

So soll niemand aus Geldgründen auf die nötige Unterstützung verzichten.

Welche Hilfen es konkret gibt

Die MSZ organisiert die Hilfe über die gesamte Reise hinweg.

Am Startbahnhof wirst du vom vereinbarten Treffpunkt zum Zug begleitet.

Beim Einstieg schiebt dir ein Mitarbeiter eine mobile Rampe an die Tür oder fährt einen Hublift aus.

Mobiler Hublift steht einsatzbereit an einem Bahnsteig
Ein mobiler Hublift überbrückt den Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Einstieg. Symbolbild. Foto: Charles Fulton, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Ein Hublift ist eine kleine, fahrbare Hebebühne, die den Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Einstieg überwindet.

Beim Umsteigen wartet am nächsten Bahnhof schon die nächste Hilfe auf dich.

Am Zielbahnhof wirst du wieder aus dem Zug und bis zu einem vereinbarten Punkt begleitet.

Auf Wunsch hilft das Personal nach Angaben der Bahn auch beim Gepäck.

Darüber hinaus bestellt die MSZ auf Wunsch deine Fahrkarte und reserviert passende Sitzplätze.

Sie berät dich außerdem zur Barrierefreiheit einzelner Züge und Bahnhöfe und zu den nötigen Umstiegszeiten.

Auch über Aufzugsstörungen und Baustellen auf deiner Strecke gibt die Zentrale Auskunft.

Anmeldefristen und die spontane Reise

Damit die Hilfe sicher bereitsteht, meldest du sie am besten vorher an.

Für Reisen innerhalb Deutschlands gilt als Richtwert die Anmeldung bis 20 Uhr am Vortag.

Für Fahrten ins Ausland nennt die Bahn einen Vorlauf von 24 Stunden.

Je früher deine Anmeldung eingeht, desto besser lässt sich die Hilfe planen.

Eine spontane Reise ohne Anmeldung ist nicht ausgeschlossen, aber nicht garantiert.

An großen Bahnhöfen mit eigenem Personal klappt die Hilfe oft auch kurzfristig.

An kleinen Stationen ohne Personal braucht es dagegen fast immer den Vorlauf.

Nach europäischem Recht muss die Bahn sich auch bei verpasster Frist bemühen, deine Reise möglich zu machen.

Sicher planbar ist der Service aber nur mit rechtzeitiger Anmeldung.

Kontakt auf einen Blick

Telefon: 030 65 21 28 88

E-Mail: msz@deutschebahn.com

Online-Formular: msz.bahnhof.de

Erreichbar Mo bis Fr 6 bis 22 Uhr, Sa, So und an bundesweiten Feiertagen 8 bis 20 Uhr.

Angaben nach bahn.de, Stand Oktober 2026, ohne Gewähr.

An welchen Bahnhöfen es den Service gibt

Den vollen Service gibt es vor allem an den größeren Personalbahnhöfen.

Nach Angaben der Bahn gibt es an rund 25 großen Bahnhöfen eine durchgehend besetzte Zentrale.

Ob ein Bahnhof Mobilitätsservice anbietet, zeigt seine Seite auf bahnhof.de.

Dort steht unter dem Punkt Beratung und Unterstützung eine blaue Kachel mit dem Wort Mobilitätsservice.

Gläserner Aufzug an einem Bahnsteig im U-Bahnhof Rotes Rathaus in Berlin
Ein Aufzug bringt Reisende stufenlos zum Bahnsteig, hier im Berliner U-Bahnhof Rotes Rathaus. Foto: Julius Tens, CC0, via Wikimedia Commons

An kleinen Bahnhöfen ohne Personal hilft stattdessen das Zugpersonal.

Diese Hilfe lässt sich ebenfalls über die MSZ vorbestellen.

Möglich ist sie aber nur, wenn der Bahnsteig stufenlos erreichbar ist, die Einstiegshöhe überbrückt werden kann und der Zug eine technische Einstiegshilfe hat.

Welche Station welche Hilfe bietet, verrät am Ende ein Anruf bei der Zentrale.

Der Service bei anderen Bahnunternehmen

Die Mobilitätsservice-Zentrale ist die zentrale Anlaufstelle, nicht nur für Fernzüge der DB.

Über sie lässt sich auch Hilfe in Nahverkehrszügen wie RE, RB, IRE und S-Bahn vorbestellen.

Nach europäischem Recht muss grundsätzlich jedes Bahnunternehmen Reisenden mit Behinderung helfen.

Einige Verkehrsverbünde und private Anbieter haben dafür aber eigene Servicestellen.

Wer mit einem anderen Anbieter fährt, fragt am besten vorab bei der MSZ oder direkt beim Unternehmen nach.

So vermeidest du, dass die Hilfe am falschen Schalter angemeldet ist.

Die Begleitperson fährt kostenlos mit

Viele Reisende mit Behinderung dürfen eine Begleitperson kostenlos mitnehmen.

Voraussetzung ist das Merkzeichen B im Schwerbehindertenausweis.

Dieses Merkzeichen bestätigt, dass eine ständige Begleitung nötig sein kann.

Die Begleitperson braucht dann keinen eigenen Fahrschein, der Ausweis gilt als ihre Fahrkarte.

Wer dich begleitet, spielt dabei keine Rolle und darf von Fahrt zu Fahrt wechseln.

Bei der Buchung auf bahn.de trägst du die Begleitung als Mitreisende ein, sie erscheint dann mit null Euro.

Für Fahrten ins Ausland gelten nach Angaben der Bahn besondere Regeln, die du vorher klären solltest.

Du darfst übrigens auch allein reisen, das Recht auf die kostenlose Begleitung bleibt bestehen.

Den Rollstuhlstellplatz im Zug reservieren

In den Fernzügen gibt es feste Stellplätze für Rollstühle.

Diesen Platz kannst du reservieren, ein passender Sitzplatz für die Begleitung gehört dazu.

In welchem Wagen der Stellplatz liegt, zeigt die Wagenreihung in der App DB Navigator.

Viele ICE-Türen liegen rund 40 Zentimeter über dem Bahnsteig, weshalb Lift und Personal nötig bleiben.

Aufzug am Gleis 1 des Bahnhofs Wangen
Auch kleinere Bahnhöfe werden mit Aufzügen barrierefrei, hier in Wangen. Foto: Bergerbse, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der neue ICE L ist nach Angaben der Bahn seit Ende 2025 im Einsatz und an allen Türen stufenlos.

Ältere Zugtypen haben dagegen oft nur einen einzigen Rollstuhlstellplatz.

Reserviere deshalb früh und am besten gleich zusammen mit der Anmeldung bei der MSZ.

Assistenzhund und Blindenführhund

Ein Blindenführhund oder Assistenzhund darf selbstverständlich mitfahren.

Für ihn zahlst du keinen Aufpreis, und du musst ihn bei der Buchung nicht extra angeben.

Der Hund sollte sichtbar als Assistenzhund gekennzeichnet sein, etwa durch eine Kenndecke.

Einen Maulkorb brauchen Blindenführ- und Assistenzhunde im Zug nach den geltenden Regeln nicht.

Sag bei der Anmeldung trotzdem kurz Bescheid, damit das Personal darauf vorbereitet ist.

Deine Rechte nach europäischem Recht

Die Hilfe ist kein freiwilliges Extra, sondern dein gutes Recht.

Grundlage ist die europäische Fahrgastrechte-Verordnung mit der Nummer 2021/782.

Danach darf dich ein Bahnunternehmen nicht allein wegen einer Behinderung von der Fahrt ausschließen.

Mobile Hebebühne neben einer Treppe an einem Bahnsteig
Wo Treppen eine Hürde sind, schafft eine Hebehilfe den stufenlosen Einstieg. Symbolbild. Foto: Pi.1415926535, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Am Bahnhof und im Zug hast du Anspruch auf kostenlose Unterstützung.

Meldest du die Hilfe mindestens 24 Stunden vorher an, muss sie bereitstehen.

Kommt die Anmeldung später, muss die Bahn sich zumindest nach Kräften bemühen.

Bleibt eine fest zugesagte Hilfe aus, kannst du dich beschweren und notfalls die Schlichtungsstelle einschalten.

Mobilitätsservice, DB Information und Bahnhofsmission

Am Bahnhof gibt es mehrere Anlaufstellen, die sich leicht verwechseln lassen.

Die DB Information und das Reisezentrum beantworten allgemeine Fragen und verkaufen Fahrkarten.

Der Servicepoint ist die schnelle Anlaufstelle für Auskünfte rund um Zug und Gleis.

Die Bahnhofsmission ist dagegen eine soziale Einrichtung der Kirchen und arbeitet unabhängig von der Bahn.

Sie hilft allen Reisenden, zum Beispiel beim Umsteigen oder beim Tragen des Gepäcks, und das ohne Anmeldung.

Der Mobilitätsservice schließlich organisiert gezielt die geplante Ein-, Um- und Ausstiegshilfe.

Für eine fest eingeplante Hilfe beim Einsteigen ist also die MSZ die richtige Adresse.

Tipps für die erste Reise

Die erste Fahrt mit dem Mobilitätsservice wirkt oft aufregender, als sie am Ende ist.

Plane die Verbindung mit großzügigen Umstiegszeiten, denn auch die Helfer brauchen Zeit von Gleis zu Gleis.

Sei etwas früher am Bahnhof und gehe zum vereinbarten Treffpunkt, meist der Servicepoint oder die DB Information.

Speichere die Nummer der Zentrale ins Handy, damit du bei einer Störung sofort anrufen kannst.

Warte vor der Reise auf die Bestätigung, denn ohne sie ist deine Anfrage nur ein Wunsch.

Halte deinen Fahrschein und, falls vorhanden, deinen Ausweis griffbereit.

Wenn etwas schiefläuft, sprich sofort das Personal am Bahnsteig an, es ist über deine Anmeldung informiert.

Nach der ersten Reise wird die zweite schon zur Routine.

Alle Fragen zum Thema

Wer kann den Mobilitätsservice nutzen?

Jeder, der beim Ein- und Aussteigen Hilfe braucht. Das sind Menschen mit Behinderung, ältere Menschen und Reisende nach einer Verletzung. Ein Nachweis ist nicht nötig.

Was kostet der Service?

Nichts. Die Hilfe ist kostenlos, unabhängig vom Ticket. Auch die Bereitstellung einer Hebeeinrichtung wird nicht berechnet.

Wie früh muss ich mich anmelden?

Für eine verbindliche Zusage bis zum Vortag. Kurzfristigere Anmeldungen werden angenommen, aber nicht garantiert. An großen Bahnhöfen klappt es oft auch spontan.

Was machen die Helfer genau?

Sie begleiten dich vom Treffpunkt zum Zug und helfen beim Einstieg. Bei Bedarf bedienen sie eine Hublift oder eine Rampe. Am Ziel und beim Umsteigen wartet der nächste Helfer.

Funktioniert das an jedem Bahnhof?

Nein. An kleinen Bahnhöfen ohne Personal ist keine Hilfe möglich. Die Zentrale sagt dir, ob dein Bahnhof dabei ist, und schlägt sonst eine andere Route vor.

Kann ich meinen Rollstuhl mitnehmen?

Ja. Fernverkehrszüge haben mindestens einen Rollstuhlstellplatz. Er lässt sich kostenfrei reservieren. Für die Maße gibt es Grenzwerte, die die Zentrale mit dir prüft.

Fährt eine Begleitperson kostenlos mit?

Wenn im Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen B eingetragen ist, ja. Die Begleitperson fährt dann ohne Ticket. Das gilt im Nah- und im Fernverkehr.

Gibt es Hilfe auch im Ausland?

Ja, die EU schreibt sie vor. Bei internationalen Fahrten meldest du dich weiterhin bei der deutschen Zentrale an. Sie gibt die Anmeldung an die ausländische Bahn weiter.

Was ist, wenn niemand da ist?

Sprich sofort das Zugpersonal oder den Servicepoint an. Melde den Vorfall danach schriftlich. Wenn zugesagte Hilfe ausbleibt, ist das ein Beschwerdegrund und im Zweifel ein Fall für die Schlichtungsstelle.

Brauche ich einen Schwerbehindertenausweis für den Service?

Nein, der Mobilitätsservice steht allen Reisenden mit eingeschränkter Mobilität offen. Einen Nachweis oder Ausweis musst du dafür nicht vorlegen. Für die kostenlose Begleitperson ist allerdings das Merkzeichen B im Ausweis nötig.

Was gilt bei einer spontanen Reise ohne Anmeldung?

An großen Bahnhöfen mit eigenem Personal klappt die Hilfe oft auch ohne Voranmeldung. Garantiert ist sie dann aber nicht, besonders an kleinen Stationen. Melde dich deshalb möglichst bis 20 Uhr am Vortag an.

Wie erreiche ich die Mobilitätsservice-Zentrale?

Am schnellsten telefonisch unter 030 65 21 28 88 oder per E-Mail an msz@deutschebahn.com. Rund um die Uhr geht das Online-Formular auf msz.bahnhof.de. Die Telefonleitung ist montags bis freitags von 6 bis 22 Uhr und am Wochenende sowie an Feiertagen von 8 bis 20 Uhr besetzt.

Kann ich einen Rollstuhlstellplatz im Zug reservieren?

Ja, in den Fernzügen lässt sich der Rollstuhlstellplatz samt Sitzplatz für die Begleitung reservieren. Die Zentrale übernimmt das auf Wunsch bei der Anmeldung. In welchem Wagen der Platz liegt, zeigt die Wagenreihung im DB Navigator.

Darf mein Assistenzhund oder Blindenführhund mitfahren?

Ja, ein gekennzeichneter Assistenz- oder Blindenführhund fährt kostenlos mit. Du musst ihn bei der Buchung nicht extra angeben. Einen Maulkorb braucht er im Zug nach den geltenden Regeln nicht.

Was passiert bei Verspätung oder einem verpassten Anschluss?

Die Hilfe ist an deine gebuchte Verbindung gebunden, läuft bei einer Störung aber nicht einfach ins Leere. Sprich das Personal am Bahnsteig an oder ruf die Zentrale an, damit die Hilfe am nächsten Bahnhof neu organisiert werden kann. Deshalb lohnt es sich, die Nummer der MSZ griffbereit zu haben.

Gilt der Service auch bei anderen Bahnunternehmen?

Die MSZ ist die zentrale Anlaufstelle und nimmt auch Anmeldungen für Nahverkehrszüge entgegen. Nach europäischem Recht muss grundsätzlich jedes Bahnunternehmen helfen. Einige Anbieter und Verbünde haben aber eigene Servicestellen, frag im Zweifel vorher nach.

Was ist ein Hublift?

Ein Hublift ist eine kleine, fahrbare Hebebühne. Sie überbrückt den Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Zugtür, wenn eine Rampe nicht reicht. Das Bahnpersonal bedient sie und bringt dich so sicher in den Zug.

Worin unterscheiden sich Mobilitätsservice, DB Information und Bahnhofsmission?

Die DB Information gibt Auskunft und verkauft Tickets, der Mobilitätsservice organisiert die geplante Ein- und Ausstiegshilfe. Die Bahnhofsmission ist eine unabhängige soziale Einrichtung der Kirchen und hilft allen Reisenden ohne Anmeldung. Für eine fest eingeplante Hilfe beim Einsteigen ist die MSZ zuständig.

Der Chefübersetzer sagt

„Spontan losfahren ist ein Luxus.

Man merkt es erst, wenn man ihn nicht hat.“

Das heißt für dich am Gleis

1. Spätestens bis 20 Uhr am Vortag anmelden.

Am besten direkt nach dem Ticketkauf auf msz.bahnhof.de.

2. Die 030 65 21 28 88 ins Handy speichern.

Bei Störungen ist sie deine schnellste Hilfe.

3. Umstiege großzügig planen.

Auch die Helfer brauchen Zeit von Gleis zu Gleis.

4. Auf die Bestätigung warten.

Ohne sie ist deine Anfrage nur eine Anfrage.

Weiterfahrt

→ Sitzplatzreservierung – Begriff 008 im Wörterbuch

→ Zugausfall – Begriff 028

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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