Ortstermin
„Der Berlin-Warszawa-Express nach Berlin fährt von Gleis vier, bitte Vorsicht beim Einsteigen.“
Der Bahnhof Warschau Centralna, tief unter der Stadt
→ Ein Ortstermin in Warschau, tief unter dem Zentrum der Stadt.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Warszawa Centralna ist der wichtigste Fernbahnhof Warschaus und liegt tief unter der Stadt. Der heutige Bahnhof wurde im Dezember 1975 eröffnet.
Wer in Warschau mit dem Fernzug ankommt, steigt tief unter dem Zentrum der Stadt aus.
Warszawa Centralna ist der wichtigste Fernverkehrsbahnhof der polnischen Hauptstadt.
Dieser Ortstermin führt von den ersten Bahnhöfen des 19. Jahrhunderts bis zum unterirdischen Bau von 1975.

Warschaus großer Durchgangsbahnhof
Warszawa Centralna ist der wichtigste Fernverkehrsbahnhof der polnischen Hauptstadt.
Auf Deutsch bedeutet der Name Warschau Zentralbahnhof.
Er zählt zu den größten unterirdischen Bahnhöfen Europas.
Seine Bahnsteige liegen in einem Tunnel tief unter der Stadt.
Über diesen Tunnel ist er mit den übrigen großen Bahnhöfen Warschaus verbunden.

Die ersten Bahnhöfe der Stadt
Der Eisenbahnbetrieb in Warschau begann im Jahr 1843.
Damals entstand das erste Teilstück der Warschau-Wiener Eisenbahn.
Deren Bahnhof, der Wiener Bahnhof, war ein Kopfbahnhof östlich des heutigen Zentralbahnhofs.
1862 kam der Bahnhof der Strecke nach Sankt Petersburg hinzu.
Weitere Bahnhöfe lagen jenseits der Weichsel im Osten der Stadt.

Gut zu wissen
Warszawa Centralna ist der wichtigste Fernverkehrsbahnhof Warschaus und einer der größten unterirdischen Bahnhöfe Europas.
Der heutige Bahnhof wurde im Dezember 1975 eröffnet, geplant von Arseniusz Romanowicz und Piotr Szymaniak.
Über eine Tunnelstrecke ist er mit den Bahnhöfen Warschau Ost und Warschau West verbunden.
Der Plan für einen zentralen Bahnhof
Erste Pläne für einen zentralen Warschauer Hauptbahnhof gab es schon 1879.
Nach der polnischen Unabhängigkeit wurde das Thema wieder aufgegriffen.
Man beschloss, den Fernverkehr durch einen Tunnel unter dem Zentrum zu führen.
An diesem Tunnel sollte der neue Hauptbahnhof entstehen.
Die ersten Arbeiten begannen 1919 mit dem Abriss des alten Wiener Bahnhofs.

Die Querbahn unter der Stadt
Herzstück der Planung war eine Durchmesserstrecke quer durch die Stadt.
Im Westen entstand dafür der neue Bahnhof Warszawa Zachodnia.
Die Verbindung mit einer Tunnelstrecke ging 1933 in Betrieb.
Das Gebäude entwarfen Czesław Przybylski und Andrzej Pszenicki.
1936 wurde die Strecke schließlich elektrifiziert.

Zerstörung im Krieg
Der Bau eines repräsentativen Empfangsgebäudes begann 1932.
Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde es jedoch nicht ganz fertig.
Nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands 1944 wurde der Bahnhof zerstört.
Wie die ganze Stadt lag auch er in Trümmern.
Auch die Strecke durch den Tunnel war danach unpassierbar.

Der Neubau bis 1975
Nach dem Krieg entstanden zunächst nur provisorische Anlagen mit Baracken.
1963 wurde der unterirdische Bahnhof Warszawa Śródmieście eröffnet.
Die Architekten Arseniusz Romanowicz und Piotr Szymaniak planten den neuen Zentralbahnhof.
Erst ab 1970 konnten sie ihre Pläne wieder aufnehmen.
Im Dezember 1975 wurde der neue Bahnhof schließlich eröffnet.

Ein Bahnhof tief unter der Stadt
Warszawa Centralna ist bis heute einer der größten unterirdischen Bahnhöfe Europas.
Seine Bahnsteige liegen in der Tunnelstrecke unter dem Stadtzentrum.
Über den Tunnel und eine Brücke ist er mit Warschau Ost verbunden.
Ebenso besteht eine Verbindung zum Bahnhof Warschau West.
So fügt sich der Bahnhof in eine lange Querachse durch die ganze Stadt ein.

Mit dem Express nach Berlin
Am Bahnhof halten mehrere Fernverkehrslinien der Polnischen Staatsbahnen.
Die bekannteste Verbindung ist der Berlin-Warszawa-Express.
Diesen Zug betreiben die polnische Bahn und die Deutsche Bahn gemeinsam.
So ist der Bahnhof das Tor zwischen Polen und Deutschland.
Von hier aus erreicht man Berlin ohne Umsteigen.

Ankommen in Warschau
Wer in Warszawa Centralna ankommt, steht mitten im Herzen der Stadt.
Gleich neben dem Bahnhof erhebt sich der mächtige Kulturpalast.
Von dort führen die Straßen hinein in das moderne Zentrum Warschaus.
Bis zur wieder aufgebauten Altstadt sind es nur wenige Minuten mit der Bahn.
So beginnt der Besuch in Warschau gleich hinter den Bahnsteigen im Tunnel.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Häufige Fragen
Was bedeutet Warszawa Centralna?
Warum liegt der Bahnhof unter der Erde?
Wann wurde der heutige Bahnhof eröffnet?
Wie kommt man von Warschau nach Berlin?
Mit welchen anderen Bahnhöfen ist er verbunden?
Weiterfahrt
