Ortstermin
„Varna, Endstation am Schwarzen Meer, bitte alle aussteigen.“
Der Bahnhof Varna, Jugendstil am Schwarzen Meer
→ Ein Ortstermin an der bulgarischen Küste.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Varna ist die drittgrößte Stadt Bulgariens und das Tor zum Schwarzen Meer. Ihr Bahnhof im Jugendstil wurde 1925 feierlich eröffnet, dort wo 1866 die erste Eisenbahn des Landes begann.
Wer in Varna aus dem Zug steigt, hat das Schwarze Meer schon fast in Sichtweite.
Der Bahnhof zählt zu den schönsten Gebäuden der ganzen Stadt.
Dieser Ortstermin führt vom Bahnsteig bis zum ältesten Goldschatz der Menschheit.

Ein Bahnhof im Jugendstil
Der Bahnhof Varna ist weit mehr als ein Zweckbau.
Das heutige Gebäude entstand zwischen 1908 und 1925.
Feierlich eröffnet wurde es im Jahr 1925 von Zar Boris III.
Der Bau zeigt Jugendstil mit Formen des Neubarock.
In seinem Uhrturm läuft seit 1929 ein deutsches Uhrwerk.

Bulgariens erste Eisenbahn
In Varna begann die Geschichte der bulgarischen Eisenbahn.
Schon am 26. Oktober 1866 öffnete die Strecke nach Ruse.
Sie war zugleich die erste Eisenbahn im damaligen Osmanischen Reich.
Von Anfang an war Varna der Endpunkt dieser Linie.
So verband die Bahn das Meer mit dem Fluss Donau.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Varna ist ein Jugendstilbau von 1925 und liegt nahe dem großen Hafen am Schwarzen Meer.
Von hier führen gleich drei Strecken in die Hauptstadt Sofia, dazu Linien nach Ruse und Plovdiv.
Zum Meeresgarten und zum Strand sind es vom Bahnhof nur wenige Minuten.
Knotenpunkt am Schwarzen Meer
Heute ist Varna ein wichtiger Knotenpunkt der bulgarischen Bahn.
Gleich drei Strecken führen von hier in die Hauptstadt Sofia.
Weitere Linien verbinden die Stadt mit Ruse, Plovdiv und Schumen.
Dazu kommen Verbindungen in die Küstenregion um Dobritsch.
So laufen am Bahnhof viele Fäden des Netzes zusammen.

Auf den Spuren des Orient-Express
Varna spielte früh eine Rolle im berühmten Orient-Express.
Reisende aus Europa kamen mit dem Zug bis an die Küste.
In Varna bestiegen sie dann ein Schiff nach Konstantinopel.
So war der Bahnhof einst ein Tor zwischen Europa und dem Orient.
Von diesem Glanz vergangener Tage erzählt das Gebäude bis heute.

Der Bahnhof heute
In den Jahren 2004 und 2005 wurde der Bahnhof aufwendig saniert.
Seither erstrahlt die alte Halle wieder in frischem Glanz.
Der Bahnhof liegt nur einen kurzen Weg vom großen Hafen entfernt.
Vor dem Gebäude halten Busse und Taxis für die letzte Strecke.
So verbindet Varna bequem die Schiene mit dem Meer.

Der Meeresgarten
Das grüne Herz von Varna ist der weite Meeresgarten.
Dieser lange Park zieht sich zwischen Stadt und Strand entlang.
Unter alten Bäumen reihen sich Wege, Bühnen und Denkmäler aneinander.
Von den Terrassen reicht der Blick weit über das Schwarze Meer.
Im Sommer ist der Park ein beliebter Treffpunkt der ganzen Stadt.

Römische Thermen und die Kathedrale
Mitten in der Stadt liegen die großen römischen Thermen.
Diese Badeanlage stammt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus.
Mit rund 7.000 Quadratmetern gilt sie als größte auf dem Balkan.
Über den Dächern erhebt sich die Kathedrale von 1896.
Ihre goldenen Kuppeln sind von weitem zu sehen.

Das älteste Gold der Welt
Varna besitzt einen weltberühmten archäologischen Schatz.
In einem alten Gräberfeld fand man uralten Goldschmuck.
Er stammt aus dem vierten Jahrtausend vor Christus.
Damit gilt er als das älteste verarbeitete Gold der Menschheit.
Heute ist der Schatz im Archäologischen Museum zu sehen.

Ankommen in Varna
Ankommen in Varna heißt, am Rand des Schwarzen Meeres zu stehen.
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis zum Hafen.
Nach kurzer Zeit steht man im schattigen Meeresgarten.
Von dort ist es nicht weit hinunter zum breiten Sandstrand.
So lässt sich Varna an einem Tag bequem zu Fuß entdecken.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
