Ortstermin
„Nächster Halt Trossingen, bitte zur Musikstadt auf der Baar aussteigen.“
Der Bahnhof Trossingen, wo eine eigene kleine Bahn zur Musikstadt führt
→ Ein Ortstermin auf der Baar in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Trossingen ist eine Musikstadt auf der Baar, bekannt für die Harmonika-Industrie. Vom Bahnhof bringt eine eigene kleine Bahn die Reisenden hinauf zur Stadt.
Trossingen ist eine Kleinstadt auf der Baar und die zweitgrößte Stadt im Landkreis Tuttlingen.
Als Sitz einer Musikhochschule und einer traditionsreichen Instrumentenindustrie nennt sie sich selbst gern Musikstadt.
Zur Stadt gehört eine Besonderheit, die es nicht überall gibt, nämlich eine eigene kleine Bahn vom Bahnhof hinauf zur Stadt.

Bahnhof und Stadtbahnhof
Der Trossinger Bahnhof liegt nicht mitten in der Stadt, sondern draußen im Gemeindegebiet des Nachbarorts Deißlingen.
Hier zweigt die Trossinger Eisenbahn von der Bahnstrecke Rottweil–Villingen ab, um die Stadt an das Netz anzuschließen.
Der Bahnhof liegt auf etwa 644 Metern Höhe, unweit der Kreuzung von Autobahn und Bundesstraße.
Von dort bringt die kleine Bahn die Reisenden hinauf zum Bahnhof Trossingen Stadt.
So teilen sich zwei Bahnhöfe die Aufgabe, die Musikstadt mit der Schiene zu verbinden.

Die Trossinger Eisenbahn
Die Trossinger Eisenbahn wurde bereits im Jahr 1898 eröffnet und war von Beginn an elektrisch betrieben.
Sie verbindet den außerhalb gelegenen Trossinger Bahnhof mit dem Bahnhof Trossingen Stadt im Ort.
Damit gehört sie zu den ältesten elektrischen Bahnen ihrer Art in der ganzen Region.
Heute ist die Strecke in das Netz des Ringzugs eingebunden, der die Region miteinander verknüpft.
Für viele Reisende ist die kurze Fahrt hinauf in die Stadt ein kleines Erlebnis für sich.

Gut zu wissen
Der Trossinger Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Rottweil–Villingen, von dort zweigt die Trossinger Eisenbahn zur Stadt ab.
Die Trossinger Eisenbahn wurde 1898 eröffnet und ist heute in das Netz des Ringzugs eingebunden.
Das alte Empfangsgebäude aus Tuffstein steht unter Denkmalschutz.
In der Stadt erinnert das Deutsche Harmonikamuseum an die traditionsreiche Instrumentenindustrie.
Ein Empfangsgebäude aus Tuffstein
Das zweistöckige ehemalige Empfangsgebäude des Trossinger Bahnhofs wurde aus Tuffstein errichtet.
Es enthielt früher eine Schalterhalle und eine Wohnung und ist bis heute weitgehend unverändert erhalten.
Das Gebäude entspricht einem alten Bautyp und steht inzwischen unter Denkmalschutz.
Als Empfangsgebäude wird es allerdings schon lange nicht mehr genutzt.
Die heutigen Bahnsteige liegen etwa einhundert Meter weiter nördlich.

Warum ein dritter Bahnsteig
Der Bahnhof verfügt neben einem Mittelbahnsteig über eine zusätzliche Bahnsteigkante.
Diese ist nötig, weil die Züge des Ringzugs hier planmäßig kreuzen.
Zugleich besteht ein Anschluss aus und nach Trossingen, wofür ein weiterer Bahnsteig gebraucht wird.
So sorgt die Gleisanlage dafür, dass die verschiedenen Züge gut ineinandergreifen.
Gerade an einem Knoten kleiner Bahnen ist ein solcher Aufbau eine praktische Lösung.

Der Ringzug hält hier
Heute ist Trossingen in das Netz des Ringzugs eingebunden, der die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg verknüpft.
Über die Strecke nach Villingen und nach Rottweil erreicht man die größeren Städte der Umgebung.
Der Bahnhof am Rand der Stadt bleibt so ein wichtiger Umsteigepunkt.
Die kleine Bahn zur Stadt schließt den Weg bequem bis in den Ort hinein.
Auf diese Weise bleibt die Musikstadt trotz ihrer Randlage gut erreichbar.

Die Musikstadt
Trossingen ist Sitz einer staatlichen Musikhochschule und mehrerer musikalischer Einrichtungen.
Über viele Jahrzehnte prägte die Herstellung von Mund- und Handharmonikas das Leben der Stadt.
Die Matthias Hohner AG wurde hier zu einem weltweit bekannten Namen der Branche.
Im Jahr 1927, zur 100-Jahr-Feier der Harmonika-Industrie, erhielt Trossingen die Stadtrechte.
Bis heute trägt die Stadt ihren Beinamen Musikstadt mit sichtbarem Stolz.

Ein Museum der Harmonika
Das Deutsche Harmonikamuseum bewahrt eine der umfangreichsten Sammlungen von Mund- und Handharmonikas.
2016 zog das Museum an einen besonderen Ort, in ein denkmalgeschütztes früheres Produktionsgebäude im Hohner-Areal.
Dort werden nicht nur die Instrumente selbst gezeigt, sondern auch ihre Geschichte und ihr weltweiter Weg.
Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist das Türmle, ein Überbleibsel der mittelalterlichen St.-Anna-Kirche.
Das Heimatmuseum Auberlehaus ergänzt das Bild der Stadtgeschichte.

Zwischen Baar und Schwarzwald
Trossingen liegt auf der weiten Hochfläche der Baar zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb.
Das ehemalige Schulhaus auf der Löhr von 1873 diente später der Firma Hohner als Fachschule.
In der Stadtmitte prägen heute auch Neubauten der Musikhochschule das Bild.
So verbinden sich in Trossingen Industrie, Musik und die weite Landschaft der Baar.
Rundherum laden die weiten Höhen der Baar zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Ankommen in Trossingen
Ankommen in Trossingen heißt oft, zunächst am Bahnhof draußen vor der Stadt auszusteigen.
Von dort bringt die kleine Trossinger Eisenbahn die Reisenden bequem hinauf in den Ort.
Am Bahnhof Trossingen Stadt ist man dann mitten in der Musikstadt angekommen.
Ein Besuch im Harmonikamuseum führt anschließend tief in die Geschichte der Instrumente.
So wird schon die Anreise selbst zu einem kleinen Teil des Ausflugs.

Häufige Fragen
Warum hat Trossingen zwei Bahnhöfe?
Seit wann fährt die Trossinger Eisenbahn?
Was ist am Empfangsgebäude besonders?
Wofür ist Trossingen bekannt?
Was kann man in Trossingen ansehen?
Weiterfahrt
→ Ortstermin Villingen-Schwenningen: Bahnhof der Doppelstadt im Schwarzwald – Villingen-Schwenningen ist das große Zentrum der Region und liegt an derselben Bahnlinie.
→ Ortstermin: Der Bahnhof Rottweil – Rottweil, die älteste Stadt des Landes, liegt am anderen Ende der Strecke nach Villingen.
