Ortstermin
„Vorsicht am Bahnsteig in Trondheim, der Zug der Nordlandbahn nach Bodø fährt ab, bitte die Türen frei halten.“
Der Bahnhof Trondheim, zwischen Dovrebahn und Nordlandbahn
→ Ein Ortstermin in Trøndelag.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
In Trondheim treffen sich seit 1882 die großen Bahnlinien Mittelnorwegens. Hier endet die Dovrebahn aus Oslo, und die Nordlandbahn fährt weiter nach Norden.
Trondheim liegt am Ende eines breiten Fjords und war einst die Hauptstadt Norwegens.
Am Hafen der Stadt steht ein Bahnhof, in dem sich die wichtigsten Linien des Landes treffen.
Ein Ortstermin führt von den Gleisen am Wasser hinauf zum mächtigen Nidarosdom.

Ein Bahnhof am Hafen
Der Bahnhof Trondheim wurde am 8. Mai 1882 eröffnet.
Er steht auf der Landzunge Brattøra im Norden des Stadtzentrums, unmittelbar neben dem Hafen.
Ursprünglich wurde er für die Meråkerbahn gebaut, die Trondheim mit Schweden verbindet.
Von Anfang an war er das Scharnier zwischen Stadt, Hafen und Schiene.
Die Lage am Wasser prägt den Bahnhof bis heute.
Wer hier ankommt, hat den Geruch von Salzwasser und Hafen in der Nase.

Wo die großen Linien enden
In Trondheim endet die Dovrebahn, die aus Oslo über das Dovrefjell heraufführt.
Zugleich beginnt hier die Nordlandbahn, die weiter nach Norden bis Bodø fährt.
Die Fernzüge der Gesellschaft SJ Norge verbinden Trondheim mit Oslo und mit Bodø.
Regionalzüge fahren nach Røros und über die Grenze ins schwedische Östersund.
So laufen in Trondheim die wichtigsten Strecken Mittelnorwegens zusammen.
Der Bahnhof ist damit das Tor zwischen dem Süden und dem hohen Norden des Landes.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Trondheim wurde 1882 eröffnet und liegt am Hafen im Stadtteil Brattøra.
Hier endet die Dovrebahn aus Oslo, während die Nordlandbahn weiter nach Bodø führt.
Der Bahnhof gehört Bane NOR und wird von SJ Norge betrieben, er besitzt fünf Bahnsteige.
Der Takt der Pendlerzüge
Den dichtesten Takt bietet die Trøndelag-Pendlerbahn, die etwa im Stundentakt verkehrt.
Sie bringt die Menschen aus dem Umland rasch in die Stadt und wieder zurück.
Der Bahnhof besitzt fünf Bahnsteige für den Nah- und Fernverkehr.
Eigentümer der Anlage ist die staatliche Infrastrukturgesellschaft Bane NOR.
Den Zugverkehr betreibt heute das Unternehmen SJ Norge.
Fern- und Nahverkehr teilen sich so die Gleise am Hafen.

Umbauten über ein Jahrhundert
Der Bahnhof hat in seiner Geschichte mehrere große Umbauten erlebt.
Im Jahr 1888 riss ein Erdrutsch rund 180 Meter Gleis ins Meer.
Nach einem Wettbewerb von 1910 begann am 18. August 1913 der Neubau von Bahnhof und Hafen.
Der Bahnhofsteil der Dovrebahn wurde 1921 fertiggestellt.
In den 1950er Jahren erhielt das Hauptgebäude ein drittes Stockwerk, 1965 kamen zwei Anbauten hinzu.
Seit 1995 ist auch der Busbahnhof in die Station eingezogen.

Vom Gleis in die Stadt
Der Bahnhof liegt auf Brattøra, nur durch das Hafenbecken vom alten Stadtkern getrennt.
Westlich der Gleise überspannt seit dem 22. März 1918 die Skansen-Brücke den Kanal.
Zu Fuß erreicht man von hier in wenigen Minuten die Brücken über den Fluss Nidelva.
Jenseits des Wassers beginnen die engen Gassen der historischen Altstadt.
So wird der Bahnsteig am Hafen zum bequemen Ausgangspunkt für den Stadtbummel.
Der Weg vom Zug bis in das Zentrum ist angenehm kurz.

Die alte Königsstadt
Trondheim wurde im Jahr 997 von Olav Tryggvason gegründet und begann als Handelsplatz.
Durch die gesamte Wikingerzeit hindurch war die Stadt die Hauptstadt Norwegens.
Erst 1217 verlor sie diese Rolle an andere Orte des Landes.
Heute leben in Trondheim rund 218.000 Menschen, womit es die drittgrößte Kommune Norwegens ist.
Die Stadt war über Jahrhunderte aus Holz gebaut und erlebte immer wieder schwere Brände.
Bei dem Brand von 1651 wurden nach Angaben der Überlieferung neunzig Prozent der Häuser zerstört.

Der Nidarosdom
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Nidarosdom, dessen Bau 1070 begann.
Er gilt als das bedeutendste gotische Bauwerk Norwegens und birgt das Grab des heiligen Olav.
Als Krönungskirche der norwegischen Könige wurde hier zuletzt 1906 Haakon VII. gekrönt.
Der Dom ist die nördlichste mittelalterliche Kathedrale der Welt.
Gleich neben ihm steht der Erzbischofspalast, der seit 1152 den Sitz des Erzbischofs beherbergte.
Mit der Reformation von 1537 endete die Zeit der Erzbischöfe von Nidaros.

Brücken, Gassen und Festung
Über den Fluss Nidelva führt die Alte Stadtbrücke, auf Norwegisch Gamle Bybro genannt.
An ihrem Ufer liegt das Viertel Bakklandet mit seinen Cafés und alten Häusern.
Beidseits des Flusses reihen sich bunte hölzerne Speicher aus früheren Handelstagen.
Auf einem Hügel im Osten wacht die Festung Kristiansten über die Stadt.
Sie wurde zwischen 1681 und 1684 erbaut und wehrte 1718 schwedische Angreifer ab.
Im Jahr 1816 wurde die Festung schließlich außer Dienst gestellt.

Ankommen in Trondheim
Trondheim empfängt seine Gäste mit dem Blick über das Hafenbecken auf die Altstadt.
Zwischen Gleisen am Wasser, hölzernen Speichern und dem steinernen Dom entfaltet die Stadt ihren Reiz.
Von hier reicht die Schiene nach Süden bis Oslo und nach Norden bis Bodø.
Der Bahnhof Trondheim ist damit weit mehr als eine Durchgangsstation, er ist ein Knoten im Herzen Norwegens.
Ein Ortstermin in Trondheim verbindet die Freude am Bahnfahren mit nordischer Geschichte.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Trondheim eröffnet?
Welche Bahnlinien treffen sich in Trondheim?
Wie viele Bahnsteige hat der Bahnhof Trondheim?
Was kann man vom Bahnhof aus in Trondheim entdecken?
Warum ist Trondheim berühmt?
Weiterfahrt
