Der Bahnhof Tharandt, Talstation der gefürchteten Steilrampe

Ortstermin

„Nächster Halt Tharandt, hier begann früher die steile Rampe hinauf ins Erzgebirge.“

Der Bahnhof Tharandt, Talstation der gefürchteten Steilrampe

→ Ein Ortstermin am Tharandter Wald.

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Kurz gesagt

Der Bahnhof Tharandt entstand am 28. Juni 1855 mit der Albertsbahn und wurde ab 1862 zur Talstation der gefürchteten Tharandter Rampe. Bis zur Elektrifizierung 1966 standen hier immer mehrere Schiebelokomotiven bereit.

Tharandt ist eine Kleinstadt südwestlich von Dresden am Rand des Tharandter Waldes.

Bekannt ist der Ort als Wiege der Forstwissenschaft.

Sein Bahnhof liegt an der stark befahrenen Strecke von Dresden nach Werdau.

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Foto: Loracco, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Von der Kohlebahn zur Werdau-Strecke

Der Bahnhof Tharandt entstand am 28. Juni 1855 mit der Strecke der Albertsbahn.

Diese Bahn und ihre Abzweige dienten zunächst den Kohlegruben im Plauenschen Grund.

Seine eigentliche Bedeutung bekam der Bahnhof erst 1862.

Damals wurde die durchgehende Strecke von Dresden nach Werdau eröffnet.

Tharandt wurde so zur Talstation einer langen Steilrampe.

Der Abschnitt von Dresden bis Tharandt entwickelte sich rasch sehr stark.

Schon um 1900 war die Strecke bis Tharandt an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.

Über die Abzweige der Albertsbahn kam die Kohle aus dem Plauenschen Grund nach Dresden.

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Foto: Brück & Sohn Kunstverlag Meißen, CC0, via Wikimedia Commons

Die gefürchtete Tharandter Rampe

Hinter Tharandt stieg die Strecke steil in das Osterzgebirge an.

Auf zwölf Kilometern mussten die Züge über 230 Höhenmeter bis Klingenberg-Colmnitz überwinden.

Im Dampfbetrieb galt diese Tharandter Rampe als gefürchtet.

Deshalb standen in Tharandt immer mindestens zwei Schiebelokomotiven bereit.

Schwere Schnellzüge wie der von Dresden nach München bestanden aus vielen schweren Wagen.

Die Interzonenzüge von Görlitz nach München fuhren sogar mit zehn vierachsigen Wagen über die Steige.

Ohne Vorspann- und Schiebelokomotiven waren die Fahrzeiten nicht zu halten.

Zwischen Hainsberg und Tharandt lag die Strecke ursprünglich sogar viergleisig.

So konnten die vielen schweren Züge dicht hintereinander verkehren.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Tharandt entstand 1855 und wurde ab 1862 zur Talstation der Tharandter Rampe. Bis zur Elektrifizierung 1966 standen hier immer mehrere Schiebelokomotiven bereit.

Seit 2001 hat der Bahnhof ein elektronisches Stellwerk und nur noch fünf Gleise. Für einige Fahrten der Linie S 3 ist er heute Endpunkt im Dresdner S-Bahn-Netz.

Ein Bahnhof mit siebzehn Gleisen

Wegen des starken Verkehrs wurde der ganze Bahnhof um 1900 umgebaut.

1909 entstand das heute noch vorhandene Empfangsgebäude im Schweizer Stil.

Damals hatte der Bahnhof insgesamt siebzehn Gleise.

Statt eines Hausbahnsteigs gab es zunächst zwei Zwischenbahnsteige.

Für die Reisenden führte eine Unterführung, für das Gepäck eine eigene Überführung zu den Bahnsteigen.

Um 1900 entstanden auch zwei Stellwerke an den Einfahrten Richtung Dresden und Edle Krone.

Dazu kamen eine Bahnmeisterei und zahlreiche weitere Nebengebäude.

Die große Zahl der Gleise erklärt sich aus dem einst sehr starken Verkehr.

Auf alten Fotografien wirkt das weite Gleisfeld fast wie ein eigener kleiner Bahnhof.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Strom über die Rampe

1966 wurde die Strecke von Dresden nach Werdau elektrifiziert.

Für den Betrieb war das ein gewaltiger Vorteil.

Die Schiebedienste vom Bahnhof Tharandt aus entfielen nun.

Schwere Güterzüge fuhren fortan mit zwei Elektrolokomotiven der Reihe E 42 über die Rampe.

Die Reisezüge kamen mit einer Lokomotive dieser Reihe aus.

In der Folge konnten die vielen Gleise des Bahnhofs verringert werden.

Auch der alte Lokschuppen wurde nicht mehr gebraucht.

Damit endete in Tharandt eine mehr als hundertjährige Geschichte des Schiebebetriebs.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Elektronik und das Hochwasser

Im Jahr 2001 wurde der Bahnhof mit einem elektronischen Stellwerk ausgerüstet.

Seither besteht er nur noch aus fünf durchgehenden Gleisen.

Es blieben ein Zwischenbahnsteig und ein Hausbahnsteig übrig.

Die beiden alten mechanischen Stellwerke wurden damit funktionslos.

Beim Augusthochwasser 2002 zerstörte die Wilde Weißeritz die Gleisanlagen vollständig.

Beim Wiederaufbau wurden ein altes Stellwerk und die Bahnmeisterei mit abgerissen.

Vier Häuser im Tal neben der Burg wurden bei der Flut zerstört.

Nach 1989 wurde unter anderem die alte Gepäcküberführung zu den Bahnsteigen entfernt.

Von ihr ist heute nur noch ein kleines Gebäude auf dem Hausbahnsteig zu sehen.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Endpunkt der S-Bahn

Heute hat der Bahnhof vor allem für den Regionalverkehr Bedeutung.

Für einige Fahrten der Linie S 3 ist er Endpunkt im Dresdner S-Bahn-Netz.

Über Tharandt erreicht man Dresden, Chemnitz, Zwickau und Hof.

Dazu bestehen Verbindungen nach Freital, Dippoldiswalde und Kurort Hartha.

Der Bahnhof liegt im Verkehrsverbund Oberelbe.

Die Gleise auf dem Vorplatz wichen einer Bushaltestelle und vielen Fahrradständern.

Vom einst riesigen Gleisfeld ist so nur ein kleiner Rest geblieben.

Damit ist der einstige Rampenbahnhof heute eine eher ruhige Station im Tal.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Wiege der Forstwissenschaft

Tharandt gilt als Wiege der Forstwissenschaft.

Heinrich Cotta brachte 1811 seine private Forstlehranstalt aus Thüringen hierher.

1816 wurde sie zur Königlich-sächsischen Forstakademie erhoben.

Zwischen 1929 und 1941 wurde sie als Forstliche Hochschule in die Technische Hochschule Dresden eingegliedert.

Bis heute lehrt und forscht in Tharandt eine forstliche Fakultät.

Zum Ort gehört auch ein bekannter Forstbotanischer Garten.

Der Tharandter Wald ringsum ist reich an Wild und alten Bäumen.

Cotta hatte seine Lehranstalt zuvor aus dem thüringischen Zillbach nach Tharandt gebracht.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Burg, Schloss und Postsäule

Über der Stadt liegt eine Burgruine mit der Stadt- und Bergkirche zum Heiligen Kreuz.

Am Markt steht ein altes Stadtschloss.

Dort findet sich auch eine kursächsische Postmeilensäule von 1730.

Die heutige Säule ist eine Nachbildung aus dem Jahr 2006 mit einem Originalwappen.

An mehreren Straßen erinnern königlich-sächsische Meilensteine an alte Postwege.

Die ehemalige Poststation diente später als Rathaus.

So erzählt der kleine Ort von Forst, Post und alter Herrschaft.

An Markt und Straßen zeugen alte Steine bis heute von der kursächsischen Post.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Tharandt

Vom Bahnhof sind es nur wenige Schritte in den Tharandter Wald.

Der Forstbotanische Garten lädt zu einem Spaziergang zwischen seltenen Bäumen ein.

Ein kurzer Aufstieg führt hinauf zur Burgruine über der Stadt.

Von dort reicht der Blick über das Tal der Wilden Weißeritz.

Mit der S-Bahn ist Dresden in kurzer Zeit erreichbar.

So ist Tharandt ein bequemes Tor vom Bahnsteig in den Wald.

Kaum ein Bahnhof liegt so dicht zwischen Steilrampe und Baumwipfeln.

Wer mag, verbindet den Bahnhof mit einer Wanderung durch den nahen Wald.

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Foto: DCB, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Seit wann gibt es den Bahnhof Tharandt?
Seit dem 28. Juni 1855, als die Strecke der Albertsbahn eröffnet wurde.
Was ist die Tharandter Rampe?
Die steile Strecke hinter Tharandt, die auf zwölf Kilometern über 230 Höhenmeter bis Klingenberg-Colmnitz ansteigt.
Warum standen hier Schiebelokomotiven?
Weil die schweren Züge die Steilrampe im Dampfbetrieb nur mit Vorspann- und Schiebelokomotiven schafften. 1966 endete das mit der Elektrifizierung.
Welche Züge halten heute?
Regionalzüge nach Dresden, Chemnitz, Zwickau und Hof, und für einige Fahrten ist Tharandt Endpunkt der S 3.
Wofür ist Tharandt bekannt?
Als Wiege der Forstwissenschaft mit einer Forstakademie seit 1816 und einem Forstbotanischen Garten.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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