Der Bahnhof Spittal an der Drau, wo Tauernbahn und Drautalbahn sich treffen

Ortstermin

„Spittal-Millstättersee, Umsteigen ins Drautal und zur Tauernbahn Richtung Salzburg, bitte Vorsicht beim Aussteigen.“

Der Bahnhof Spittal an der Drau, wo Tauernbahn und Drautalbahn sich treffen

→ Ein Ortstermin in Oberkärnten.

Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Der Bahnhof Spittal-Millstättersee wurde 1871 an der Drautalbahn eröffnet und ist heute das südliche Ende der Tauernbahn. Er macht Spittal an der Drau zur Drehscheibe Oberkärntens.

Spittal an der Drau ist eine Stadt mit rund 15.000 Einwohnern im Bundesland Kärnten.

Sie liegt dort, wo Drautal, Liesertal, Mölltal und das Gebiet um den Millstätter See zusammentreffen.

Als urbanes Zentrum Oberkärntens verdankt die Stadt ihre Rolle nicht zuletzt der Eisenbahn.

Bahnhof Spittal Millstättersee
Foto: JJ55, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Bahnhof mit doppeltem Namen

Der Bahnhof der Stadt trägt den Namen Spittal-Millstättersee und weist damit zugleich auf den nahen See hin.

Er wurde im November 1871 von der privaten Südbahn-Gesellschaft eröffnet.

Damals nahm diese den Abschnitt Villach–Franzensfeste der Drautalbahn in Betrieb.

So lag Spittal von Beginn an an einer wichtigen West-Ost-Verbindung durch das Drautal.

Spittal Agspittalmillstaetterseegleisansicht
Foto: Clemens Mosch, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie die Tauernbahn die Stadt veränderte

Richtig bedeutend wurde die Station mit dem Bau der Tauernbahn ab 1901.

Diese Gebirgsstrecke verbindet Schwarzach-St. Veit im Salzburger Land mit Spittal-Millstättersee.

Ihr Herzstück ist der über acht Kilometer lange Tauerntunnel unter dem Alpenhauptkamm.

Weil die Station dadurch stark an Bedeutung gewann, erhielt sie bis 1906 ein wesentlich größeres Aufnahmsgebäude.

Spittal Agspittalmillstaetterseeseitlich
Foto: Clemens Mosch, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Spittal-Millstättersee wurde 1871 an der Drautalbahn eröffnet und bis 1906 stark vergrößert.

Er gilt als südlicher Endpunkt der ab 1901 gebauten Tauernbahn mit ihrem langen Tauerntunnel.

Von hier bestehen Verbindungen nach Villach, Lienz und über die Berge nach Salzburg.

Südliches Ende einer Gebirgsbahn

Verkehrlich gilt Spittal-Millstättersee als südlicher Endpunkt der Tauernbahn.

Betrieblich mündet diese schon einige Kilometer nordwestlich bei Pusarnitz in die Drautalbahn ein.

Für Reisende bedeutet das, dass hier die Züge aus Salzburg auf die Strecke durch das Drautal treffen.

Von Spittal aus führen die Gleise weiter nach Villach im Osten und nach Lienz in Osttirol im Westen.

Spittal Agspittalmillstaetterseevorne
Foto: Clemens Mosch, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Knoten für Oberkärnten

Der Bahnhof ist das Tor zu den Tälern und Seen rund um Spittal.

Wer zum Millstätter See, ins Mölltal oder in die Nockberge will, steigt häufig hier um.

Auch Fernzüge aus Deutschland und dem Norden Österreichs halten auf ihrem Weg nach Villach und Italien.

Damit ist die Station weit mehr als nur der Bahnhof einer mittelgroßen Stadt.

Bahnhof Spittal Millstättersee, Kärnten
Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Schloss Porcia

Das bekannteste Bauwerk der Stadt ist das Schloss Porcia mitten im Zentrum.

Es gilt als einer der bedeutendsten Renaissancebauten außerhalb Italiens.

Sein von Arkaden umrahmter Innenhof ist im Sommer Schauplatz von Theater und Konzerten.

Nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt versetzt der Bau die Besucher in die Zeit um 1600.

8081 9770 640 7 Transportwagen Bhf. Spittal
Foto: Linie29, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Kirchen, Paläste und ein altes Hospital

Das Khevenhüller Stadtpalais dient heute als Rathaus der Stadt.

Die katholische Pfarrkirche Mariä Verkündigung prägt gemeinsam mit der evangelischen Lutherkirche das Stadtbild.

Der Name Spittal geht auf ein mittelalterliches Hospital zurück, das einst Reisende und Kranke aufnahm.

An seinem historischen Standort ist heute die Fachhochschule Technikum Kärnten untergebracht.

Goldeck Bergbahnen mit Blick in die Nockberge, Spittal an der Drau, Kärn
Foto: Naturpuur, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

See, Berge und Museen

Nur wenige Kilometer entfernt lädt der Millstätter See zum Baden und zu Schifffahrten ein.

Im Westen öffnet sich das Mölltal mit dem Großglockner und seinen Gletschern.

In Molzbichl zeigt das Museum Carantana Funde aus der frühen Geschichte Kärntens.

Über dem Drautal thront das langgestreckte Schloss Rothenthurn mit Wurzeln im 11. Jahrhundert.

Spittal Tiroler Straße Bezirkshauptmannschaft 4404
Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Mit dem Zug durch Oberkärnten

Für einen Ausflug ohne Auto ist Spittal ein idealer Ausgangspunkt.

Vom Knotenbahnhof lassen sich das Drautal, das Mölltal und die Seenregion bequem erreichen.

Regionalzüge und Fernverbindungen greifen hier wie Zahnräder ineinander.

So bleibt die Stadt, die mit der Drautalbahn groß wurde, bis heute ein Verkehrsmittelpunkt.

Spittal Dr. Arthur Lemisch Platz 2 Bezirksgericht Amtsgebäude S Ansicht
Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Spittal an der Drau

Ankommen in Spittal an der Drau heißt, zwischen Fluss, Seen und hohen Bergen auszusteigen.

Vom großzügigen Aufnahmsgebäude aus sind es nur wenige Schritte bis zum Schloss Porcia.

Wer mag, wechselt gleich in den Anschlusszug ins Mölltal oder nach Lienz.

Die Luft riecht nach Wasser und Wald, und das Drautal öffnet sich weit nach allen Seiten.

Spittal Litzelhofenstraße 1 Pfarrkirche Mariä Verkündigung Bildfeld 4361
Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Häufige Fragen

Wie heißt der Bahnhof von Spittal an der Drau?
Er trägt den Namen Spittal-Millstättersee und weist damit auf den nahen Millstätter See hin.
Seit wann gibt es den Bahnhof?
Er wurde im November 1871 von der Südbahn-Gesellschaft mit dem Drautalabschnitt Villach–Franzensfeste eröffnet.
Welche Rolle spielt die Tauernbahn?
Spittal-Millstättersee ist der südliche Endpunkt der ab 1901 gebauten Tauernbahn, die über den Tauerntunnel nach Salzburg führt.
Was sollte man in Spittal ansehen?
Vor allem das Schloss Porcia, einen der bedeutendsten Renaissancebauten außerhalb Italiens, nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt.
Eignet sich Spittal für Ausflüge ohne Auto?
Ja, vom Knotenbahnhof erreicht man den Millstätter See, das Mölltal und die Stadt Lienz bequem mit der Bahn.

Weiterfahrt

→ Der Bahnhof Villach, Kärntens Knoten zum Alpen-Adria-Raum – die Draustadt Villach, wichtiger Knoten im Osten des Drautals

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →