Ortstermin
„Vorsicht am Bahnsteig in São Paulo, der Zug der Linie 8 nach Itapevi fährt ab, bitte achten Sie auf die Türen.“
Der Bahnhof São Paulo Júlio Prestes, Palast für Züge und Musik
→ Ein Ortstermin in São Paulo.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Júlio Prestes in São Paulo wurde 1938 für die Sorocabana-Bahn vollendet. Seit 1999 beherbergt er die berühmte Konzerthalle Sala São Paulo.
São Paulo ist die größte Stadt Brasiliens und ein gewaltiges Meer aus Hochhäusern.
Mitten in ihr steht ein prächtiger alter Bahnhof mit einer großen Überraschung.
Ein Ortstermin führt von den Gleisen der Vorortbahn in einen der schönsten Konzertsäle der Welt.

Ein Bahnhof der Kaffeebahn
Die Geschichte des Bahnhofs beginnt am 10. Juli 1872.
An diesem Tag nahm an dieser Stelle der Bahnhof São Paulo seinen Betrieb auf.
Erbaut wurde er von der Eisenbahngesellschaft Sorocabana.
Diese Bahn brachte vor allem Kaffee aus dem Inland zur Küste.
Der Kaffee war damals der größte Reichtum der Region.
So stand der Bahnhof von Anfang an im Dienst des Handels.

Ein Palast von 1938
Das heutige prächtige Gebäude wurde erst viel später errichtet.
Den Entwurf lieferten 1925 die Architekten Cristiano und Samuel Stockler das Neves.
Ihr Plan wurde 1927 auf einem panamerikanischen Architektenkongress ausgezeichnet.
Am 15. Dezember 1938 war der Neubau vollendet.
Er umfasst rund 25.000 Quadratmeter und ist im Stil des Louis-seize gehalten.
Mit seiner wuchtigen Fassade wirkt er eher wie ein Palast als wie ein Bahnhof.

Gut zu wissen
Der Bahnhof São Paulo begann 1872 als Station der Sorocabana-Bahn, das heutige Gebäude wurde 1938 vollendet.
Seit 1951 trägt er den Namen Júlio Prestes, heute hält hier die Linie 8 der Vorortbahn.
Im Inneren liegt die Konzerthalle Sala São Paulo, die 1999 eröffnet wurde.
Der Name Júlio Prestes
Zunächst trug der Bahnhof schlicht den Namen São Paulo.
Im Jahr 1951 wurde er umbenannt.
Seitdem heißt er Júlio Prestes, nach einem früheren Gouverneur des Bundesstaates.
Unter diesem Namen ist er bis heute bekannt.
Der Name erinnert an eine bewegte Zeit der brasilianischen Geschichte.
Für die Menschen der Stadt ist er einfach der große Bahnhof an der Praça.

Die Vorortbahn heute
Heute dient der Bahnhof dem Nahverkehr der Millionenstadt.
Hier hält die Linie 8 der Vorortbahn, die den Beinamen Diamant trägt.
Betrieben wird sie vom Unternehmen ViaMobilidade.
Die Züge verbinden den Bahnhof mit den Endpunkten Itapevi und Amador Bueno.
Für die Reisenden gibt es zwei Mittelbahnsteige und einen Seitenbahnsteig.
Täglich strömen so viele Pendler durch die alten Hallen.

Die Sala São Paulo
Die größte Überraschung verbirgt sich im Inneren des Bahnhofs.
Dort eröffnete am 9. Juli 1999 die Konzerthalle Sala São Paulo.
Sie bietet Platz für 1.498 Zuhörer.
Seitdem ist sie die Heimat des Sinfonieorchesters des Staates São Paulo.
Dieses Orchester trägt den Namen OSESP.
Aus einem Bahnhof wurde so zugleich ein Tempel der Musik.

Das bewegliche Dach
Herzstück der Halle ist ihre besondere Decke.
Sie besteht aus fünfzehn beweglichen Platten von je rund siebeneinhalb Tonnen.
An zwanzig Seilwinden lassen sie sich langsam heben und senken.
So kann das Volumen des Saales zwischen 12.000 und 28.000 Kubikmetern verändert werden.
Auf diese Weise passt sich der Klang an jedes Konzert an.
Der Saal gilt deshalb als einer der besten für klassische Musik in Südamerika.

Die Rettung des Bahnhofs
Lange Jahre war der prächtige Bahnhof dem Verfall preisgegeben.
Erst in den 1990er Jahren ordnete Gouverneur Mário Covas seine Rettung an.
Die große Sanierung begann im November 1997.
Handwerker stellten dabei unter anderem 81 alte Türen wieder her.
Aus der Ruine wurde so wieder ein Schmuckstück der Stadt.
Heute verbindet das Gebäude den Verkehr mit der Kultur.

Vom Bahnsteig in die Stadt
Der Bahnhof liegt im Viertel Santa Cecília nahe dem großen Bahnhof Luz.
Rund um ihn breitet sich das alte Zentrum von São Paulo aus.
In der Nähe laden Parks und Museen zu einem Spaziergang ein.
Von den Bahnsteigen aus ist man schnell mitten im Getümmel der Stadt.
So wird der Bahnhof zum Ausgangspunkt für die Erkundung der Megastadt.
Der Weg vom Zug ins Leben der Stadt ist denkbar kurz.

Ankommen in São Paulo
São Paulo empfängt seine Gäste mit dem prächtigen Bahnhof und den Klängen seines Orchesters.
Zwischen Hochhäusern, Verkehr und Kultur entfaltet die Megastadt ihre ganze Energie.
Nirgends sonst führt der Weg vom Bahnsteig so unmittelbar in einen Konzertsaal.
Der Bahnhof Júlio Prestes ist damit mehr als ein Halt, er ist ein Palast für Züge und Musik.
Ein Ortstermin in São Paulo verbindet die Freude am Bahnfahren mit großer Musik.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Júlio Prestes gebaut?
Was ist die Sala São Paulo?
Welche Züge halten am Bahnhof Júlio Prestes?
Was ist das Besondere am Konzertsaal?
Warum lohnt sich der Bahnhof für Besucher?
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