Der Bahnhof Porta Westfalica, wo die Bahn den Fluss verlegte

Ortstermin

„Nächster Halt Porta Westfalica, über der Weser grüßt das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.“

Der Bahnhof Porta Westfalica, wo die Bahn den Fluss verlegte

→ Ein Ortstermin am Weserdurchbruch.

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Kurz gesagt

Der Bahnhof Porta Westfalica, bis 1984 einfach Bahnhof Porta, wurde 1847 an der Strecke von Köln nach Minden eröffnet. Für seinen Bau musste im engen Weserdurchbruch sogar der Fluss verlegt und ein Berg abgetragen werden.

Porta Westfalica ist eine Stadt im ostwestfälischen Kreis Minden-Lübbecke.

Ihren Namen trägt sie nach dem Weserdurchbruch, an dem der Fluss zwischen zwei Höhenzügen ins Tiefland tritt.

Der Bahnhof liegt genau in dieser Enge am rechten Weserufer.

Porta
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Bahn durch die Pforte

Die Strecke von Hamm nach Minden wurde am 15. Oktober 1847 von der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet.

Sie war das letzte Stück ihrer langen Stammstrecke vom Rhein bis an die Weser.

Mitten im Weserdurchbruch entstand dabei der Bahnhof Porta.

Ab 1856 nutzte auch die Hannoversche Westbahn aus Richtung Osnabrück die Strecke.

Der Bahnhof lag am rechten Weserufer am Fuß des Jakobsberges.

Von hier aus erreichte man die Orte Hausberge und Barkhausen zu beiden Seiten des Flusses.

Bis heute gehört die Station zur wichtigen Bahnstrecke Hannover–Hamm.

Die Köln-Mindener Bahn war eine der ersten großen Eisenbahnen im Westen Deutschlands.

1967 Zug in Porta
Foto: R-E-AL, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Als der Fluss weichen musste

Der enge Weserdurchbruch stellte die Bahnbauer vor große Probleme.

Die Weser floss hier dicht am Fuß des Jakobsberges und dann in scharfem Bogen weiter.

Für die schon damals zweigleisig geplante Bahn wurde das Flussbett zum linken Ufer nach Barkhausen verlegt.

Der bisherige Lauf des Flusses wurde einfach zugeschüttet.

Am Jakobsberg musste zusätzlich Platz geschaffen werden.

Der Berg wurde dafür auf einer Höhe und Breite von rund 100 Metern abgegraben.

Das Abbruchmaterial nutzte man, um den Bahnhofsplatz und den Bahndamm aufzuschütten.

So bekam der Bahnhof erst durch aufwändige Erdarbeiten überhaupt seinen Platz im engen Tal.

Weserdurchbruch bei Porta Westfalica
Foto: Motiko98, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Porta Westfalica wurde 1847 an der Strecke von Köln nach Minden eröffnet und hieß bis 1984 nur Bahnhof Porta. Für seinen Bau wurde die Weser verlegt und der Jakobsberg abgetragen.

Das heutige Empfangsgebäude entstand von 1913 bis 1916 auf dem zugeschütteten alten Flussbett. Vom Bahnhof aus erreicht man über die Weser das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Ein Bahnhof wie ein Schlösschen

Das erste Empfangsgebäude von 1847 stand gegenüber dem Eingang eines alten Sandsteinstollens.

Es wurde im normannischen Stil erbaut und besaß einen dreigeschossigen, vieleckigen Turm.

Zeitgenossen fanden, es wirke eher wie ein kleines Sommerschloss als wie ein Bahnhof.

Die Station hieß von Anfang an schlicht Porta und nicht Hausberge.

Der Grund war einfach, denn die Gemeinde Hausberge wollte keinen Zuschuss zum Bau zahlen.

Den Zusatz Westfalica bekam der Bahnhof erst viel später.

Bis dahin hieß er über mehr als ein Jahrhundert nur Bahnhof Porta.

Porta Westfalica, 2009 Nov 180
Foto: TUBS, Public domain, via Wikimedia Commons

Vier Gleise und ein neues Haus

Ab 1911 wurde die Bahntrasse im Durchbruchstal auf vier Gleise verbreitert.

Dafür entstand von 1913 bis 1916 ein neues Empfangsgebäude südlich des alten.

Erneut musste dazu der Lauf der Weser ein Stück weiter nach Westen verlegt werden.

Am rechten Ufer entstanden Stützmauern, die noch heute vorhanden sind.

Weil das neue Haus auf dem zugeschütteten alten Flussbett stand, war eine besondere Gründung nötig.

Die Grundmauern mussten bis auf den steinigen Untergrund hinabgetrieben werden.

Das alte Empfangsgebäude blieb bis 1953 stehen und wich dann einer neuen Weserbrücke.

Porta Westfalica, Weser Leine Express, 2009 Nov 026 (1)
Foto: TUBS, Public domain, via Wikimedia Commons

Ausflugsbahnhof am Denkmal

Wegen der reizvollen Lage am Gebirgseinschnitt rechnete man mit großem Ausflugsverkehr.

Deshalb wurde der Bahnhof besonders groß angelegt.

Vom Empfangsgebäude aus erreichte man über eine Brücke das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am anderen Ufer.

Eine Buslinie verband den Bahnhof mit der Haltestelle Porta am linken Weserufer.

Von 1954 bis 1965 fuhr auf dieser Strecke sogar ein Oberleitungsbus aus Minden.

An der Haltestelle Porta endete bis 1959 auch die Straßenbahn aus Minden.

So war der Bahnhof lange das Tor für Ausflügler in den Weserdurchbruch.

Porta Westfalica, 146 124 3 mit Weser Leine Express, 2009 Nov 026
Foto: TUBS, Public domain, via Wikimedia Commons

Unglück und neuer Name

Am 20. Januar 1944 kam es im Bahnhof Porta zu einem schweren Zugunglück.

Ein Schnellzug hatte kurz nach der Durchfahrt eine Notbremsung eingelegt.

Der nachfolgende Zug hatte bereits die Erlaubnis zur Einfahrt erhalten.

Beim Zusammenprall der beiden Züge kamen 79 Menschen ums Leben.

1973 wurden die umliegenden Gemeinden zur Stadt Porta Westfalica vereinigt.

1984 wurde daraufhin auch der Bahnhof von Porta in Porta Westfalica umbenannt.

Das Empfangsgebäude wurde später verkauft und wird heute für Veranstaltungen genutzt.

Porta Westfalica, 2009 Nov 027
Foto: TUBS, Public domain, via Wikimedia Commons

Die Pforte zu Westfalen

Der Name Porta Westfalica bedeutet so viel wie Pforte zu Westfalen.

Gemeint ist der Durchbruch, an dem die Weser zwischen Wiehengebirge und Wesergebirge hindurchfließt.

Hier tritt der Fluss aus dem Bergland in die Norddeutsche Tiefebene.

Hoch über dem linken Ufer steht das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Es thront auf dem Wittekindsberg und ist weithin sichtbar.

Am rechten Ufer erhebt sich der Jakobsberg, in den einst der Bahnhof geschnitten wurde.

Die enge Pforte machte die Stelle schon immer zu einem wichtigen Verkehrsweg.

Schon in alter Zeit führten Straßen und Wege durch diese natürliche Pforte.

Porta Westfalica, 2009 Nov 029
Foto: TUBS, Public domain, via Wikimedia Commons

Zwischen zwei Ufern

Die Stadt Porta Westfalica entstand erst 1973 aus vielen einzelnen Gemeinden.

Der Bahnhof gibt Zugang zu den Ortsteilen Hausberge am rechten und Barkhausen am linken Ufer.

Zwischen beiden Ufern spannt sich die Brücke über die Weser.

Rund um den Durchbruch laden bewaldete Höhen zu Wanderungen ein.

Von den Bergen reicht der Blick weit über das Wesertal.

Der Fluss selbst ist bis heute ein wichtiger Wasserweg.

So liegt die junge Stadt an einer sehr alten Landschaftsgrenze.

Der neue Stadtname von 1973 knüpfte bewusst an den berühmten Durchbruch an.

Porta Westfalica, 2009 Nov 041
Foto: TUBS, Public domain, via Wikimedia Commons

Ankommen in Porta Westfalica

Wer in Porta Westfalica aussteigt, steht mitten im engen Durchbruchstal.

Gleich gegenüber führt der Weg hinauf zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Von der Aussichtsplattform reicht der Blick über Fluss, Berge und Stadt.

Wanderwege führen über den Wittekindsberg und den Jakobsberg.

Unten an der Weser laden Uferwege zu einem Spaziergang ein.

Mit dem Zug ist die Pforte von Minden aus in wenigen Minuten erreicht.

So bringt der Bahnhof die Gäste bis mitten in die Landschaft der Porta.

Porta Westfalica, 2009 Nov 042
Foto: TUBS, Public domain, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Warum heißt der Bahnhof Porta Westfalica?
Nach dem Weserdurchbruch, der Pforte zu Westfalen. Bis 1984 hieß der Bahnhof einfach Porta.
Stimmt es, dass für die Bahn der Fluss verlegt wurde?
Ja, im engen Durchbruchstal wurde die Weser für die Bahn verlegt und der Jakobsberg auf rund 100 Metern abgetragen.
Seit wann gibt es den Bahnhof?
Seit 1847, als die Köln-Mindener Eisenbahn die Strecke bis Minden eröffnete.
Wie kommt man zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal?
Vom Bahnhof über die Weserbrücke und dann hinauf auf den Wittekindsberg am anderen Ufer.
Was ist mit dem alten Empfangsgebäude?
Das erste Gebäude von 1847 wurde 1953 abgerissen, das heutige stammt von 1913 bis 1916 und dient heute Veranstaltungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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