Ortstermin
„Nächster Halt Oppenheim; über Ihnen die gotische Katharinenkirche, unter Ihnen die Keller der Weinstadt.“
Der Bahnhof Oppenheim, wo die Weinstadt über einem Kellerlabyrinth liegt
→ Ein Ortstermin in Oppenheim in Rheinhessen.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Oppenheim ging am 22. März 1853 in Betrieb, als die erste Bahn von Mainz die Stadt erreichte. Über dem Ort thront die gotische Katharinenkirche, unter ihm liegt ein weit verzweigtes Kellerlabyrinth.
Oppenheim ist eine Stadt der Gegensätze, in der Höhe und in der Tiefe.
Über den Dächern erhebt sich die gotische Katharinenkirche, unter den Straßen zieht sich ein Labyrinth aus alten Kellern.
Mittendrin hält seit über 160 Jahren die Bahn an einem Bahnhof, der einmal zu den modernsten in Rheinhessen zählte.

Ankunft in der Weinstadt
Der Bahnhof Oppenheim liegt am Fuß des Hügels, auf dem die Altstadt und die große Kirche stehen.
Wer aussteigt, blickt fast zwangsläufig nach oben, wo die Türme der Katharinenkirche über die Dächer ragen.
Der Bahnsteig wurde vor einigen Jahren modernisiert und ist über eine neue Brücke mit Aufzügen zu erreichen.
Von hier sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis in die Gassen der alten Reichsstadt.
Oppenheim empfängt seine Gäste also gleich mit dem Blick auf sein Wahrzeichen.

Ein Bahnhof von 1853
Der Bahnhof Oppenheim ging am 22. März 1853 in Betrieb.
An diesem Tag erreichte der erste Abschnitt der Bahn von Mainz die Stadt, gebaut von der Hessischen Ludwigsbahn.
Die Strecke war zunächst eingleisig, und es verkehrten nur vier Personenzüge am Tag.
Ihre Lokomotiven trugen Namen wie Gutenberg, Dalwigk, Worms und Mainz.
Für die kleine Weinstadt war der Anschluss an die Schiene ein großes Ereignis.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Oppenheim liegt an der Strecke Mainz–Mannheim; Regionalzüge erreichen Mainz und Worms in wenigen Minuten.
Zwischen 2009 und 2011 wurde der Bahnhof saniert und mit einer neuen Brücke und zwei Aufzügen barrierefrei gemacht.
Die wichtigsten Ziele, Kirche, Kellerlabyrinth, Marktplatz und Weinbaumuseum, liegen nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt.
Als die Strecke bis Worms führte
Am 24. August 1853 wurde die Bahn bis Worms verlängert, und in Oppenheim begann ein spürbarer Aufschwung.
Einige Firmen erhielten eigene Anschlussgleise, darunter eine nahe Draht- und Nagelfabrik.
Der Bahnhof bekam einen Güterschuppen, in dem zwei gedeckte Wagen zugleich beladen werden konnten, dazu zwei Stellwerke.
Bald wohnten viele Eisenbahner in der Stadt, die in Mainz und im Rangierbahnhof Mainz-Bischofsheim arbeiteten.
So galt der Oppenheimer Bahnhof früh als einer der modernsten in ganz Rheinhessen.

Der Bahnhof heute
Heute liegt Oppenheim an der Bahnstrecke von Mainz nach Mannheim und wird vom Bahnhofsmanagement Mainz betreut.
Zwischen 2009 und 2011 wurde der Bahnhof gründlich saniert und barrierefrei ausgebaut.
Dabei entstanden eine neue Fußgängerbrücke und zwei Aufzüge, die auf die Bahnsteige führen.
Regionalzüge verbinden die Stadt in wenigen Minuten mit Mainz im Norden und Worms im Süden.
Der Bahnhof ist damit ein bequemer Ausgangspunkt für einen Tag in der Weinstadt.

Die Katharinenkirche
Das Wahrzeichen von Oppenheim ist die gotische Katharinenkirche.
Sie gilt als der bedeutendste gotische Kirchenbau am Rhein zwischen Köln und Straßburg.
Berühmt sind ihre Glasgemälde und die beiden großen Maßwerkfenster, die man die Oppenheimer Rose und die Oppenheimer Lilie nennt.
An die Kirche schließt ein Beinhaus an, in dem bis heute Gebeine aus alten Zeiten liegen.
Schon von den Bahnsteigen aus sind ihre Türme zu sehen.

Die Stadt unter der Stadt
Unter Oppenheim liegt eine zweite Stadt aus Kellern und Gängen.
Über Jahrhunderte gruben die Bürger unter ihren Häusern Keller in den weichen Untergrund, um Wein und Waren zu lagern.
Nach und nach verbanden sich diese Keller zu einem weit verzweigten Labyrinth auf mehreren Ebenen.
Ein Teil davon lässt sich heute bei Führungen begehen.
So kann man in Oppenheim einmal nicht nach oben zur Kirche, sondern nach unten in die Tiefe steigen.

Marktplatz, Rathaus und Landskron
Im Herzen der Altstadt liegt der Marktplatz mit dem Rathaus von 1621.
Davor steht eine alte Säule, die aus dem Saal der einstigen Burg Landskron stammen soll.
Von der Stadtbefestigung sind noch Reste erhalten, darunter das Gautor und der Ruprechtsturm.
Über der Stadt thront die Ruine der Burg Landskron mit einem weiten Blick in die Rheinebene.
Im Sommer wird die Ruine zur Bühne für Festspiele und Konzerte.

Stadt des Weines
Oppenheim nennt sich mit Recht eine Stadt des Weines.
Die Weinberge rundherum gehören zur bekannten Großlage Oppenheimer Krötenbrunnen.
In der Stadt lädt das Deutsche Weinbaumuseum zu einem Besuch ein.
Es zeigt die Geschichte des Weinbaus und Raritäten wie eine der ältesten Keltern der Region.
Wer im Herbst kommt, erlebt die Stadt zwischen Lese und Weinfest von ihrer lebhaftesten Seite.

Ankommen in Oppenheim
Ankommen in Oppenheim heißt, sich zwischen Höhe und Tiefe zu entscheiden.
Vom Bahnhof führt der kurze Weg hinauf zur Katharinenkirche und in die Gassen der Altstadt.
Wer lieber nach unten möchte, steigt bei einer Führung in das Kellerlabyrinth hinab.
Dazwischen locken der Marktplatz, das Weinbaumuseum und der Blick von der Landskron.
Und wenn der Tag zu Ende geht, bringt die Bahn einen in wenigen Minuten zurück nach Mainz oder Worms.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Oppenheim eröffnet?
An welcher Strecke liegt Oppenheim?
Was macht die Katharinenkirche besonders?
Was ist das Oppenheimer Kellerlabyrinth?
Ist der Bahnhof barrierefrei?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Mainz Hauptbahnhof – Die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz liegt nördlich und ist per Bahn in gut zwanzig Minuten erreichbar.
→ Ortstermin: Der Bahnhof Mainz – Die alte Dom- und Nibelungenstadt liegt in der anderen Richtung am Rhein.
