Ortstermin
„Nächster Halt Landstuhl, Umstieg in Richtung Kusel und weiter nach Kaiserslautern.“
Der Bahnhof Landstuhl, siebter Eisenbahnknoten der Pfalz
→ Ein Ortstermin in der Westpfalz.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Landstuhl wurde am 1. Juli 1848 mit der Pfälzischen Ludwigsbahn eröffnet. Mit der Strecke nach Kusel wurde er 1868 zum siebten Eisenbahnknoten der Pfalz.
Die Sickingenstadt Landstuhl ist die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Kaiserslautern.
Sie liegt in der Westpfalz am Fuß eines Berges mit der Burg Nanstein.
Ihr Bahnhof liegt am nordwestlichen Stadtrand an der Strecke von Mannheim nach Saarbrücken.

Eine Bahn für die Kohle
Ursprünglich war in der Pfalz eine Bahn in Nord-Süd-Richtung geplant.
Man einigte sich aber darauf, zuerst eine Strecke in Ost-West-Richtung zu bauen.
Diese sollte vor allem Kohle aus dem Saargebiet an den Rhein bringen.
Die Strecke führte von Bexbach über Landstuhl und Kaiserslautern bis an den Rhein.
Schon der Bauentwurf von 1839 sah einen Bahnhof für die Sickingenstadt vor.
Am 1. Juli 1848 wurde der Abschnitt Kaiserslautern–Homburg mit dem Landstuhler Bahnhof eröffnet.
Bereits ab dem 10. Juli 1848 hatten hier probeweise Züge gehalten.
Für den Grunderwerb zahlte man in der Stadt 730 Gulden pro Morgen Land.
Damit war die Sickingenstadt früh an das entstehende Schienennetz angeschlossen.

Die Pfälzische Ludwigsbahn
Die Strecke trug den Namen Pfälzische Ludwigsbahn.
Wegen des schwierigen Pfälzerwaldes konnte sie nicht in einem Zug gebaut werden.
Schon 1847 war der Abschnitt zwischen Neustadt und Ludwigshafen freigegeben worden.
Ende 1848 wurde die Strecke bis Frankenstein verlängert.
Im Sommer 1849 konnte man nach Westen bis Bexbach fahren.
Am 25. August 1849 war die Ludwigsbahn schließlich auf ganzer Länge befahrbar.
Landstuhl lag damit an der wichtigen Magistrale zwischen Rhein und Saar.
Zwischen Neustadt und Kaiserslautern musste die Bahn erst den Pfälzerwald durchqueren.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Landstuhl wurde am 1. Juli 1848 mit der Pfälzischen Ludwigsbahn eröffnet. Mit der Strecke nach Kusel wurde er 1868 zum siebten Eisenbahnknoten der Pfalz.
Die Strecke von Mannheim nach Saarbrücken wurde bis 1964 elektrifiziert. Heute halten in Landstuhl vor allem der Regional-Express und die S-Bahn RheinNeckar.
Die Strecke nach Kusel
Bald wünschte man sich in Kusel eine eigene Bahnverbindung.
Eine Denkschrift von 1861 schlug eine in Landstuhl abzweigende Strecke vor.
Sie sollte entlang von Mohrbach, Glan und Kuselbach bis nach Kusel führen.
Der erste Güterzug fuhr am 28. August 1868.
Am 20. September 1868 wurde die Strecke Landstuhl–Kusel offiziell eröffnet.
Zur Eröffnung fuhr ein Sonderzug mit einem bayerischen Staatsminister an Bord.
Damit wurde Landstuhl zum siebten Eisenbahnknoten innerhalb der Pfalz.
Landstuhl lag damit von Anfang an an einer Hauptstrecke, nicht an einer Nebenbahn.

Reichsbahn und Direktionen
1922 kam der Bahnhof zur neu gegründeten Reichsbahndirektion Ludwigshafen.
Mit deren Auflösung wechselte er 1937 zur Direktion Saarbrücken.
Die Magistrale von Mannheim nach Saarbrücken war immer wichtig für den Fernverkehr.
Sie ging im Wesentlichen aus der alten Ludwigsbahn hervor.
Über sie rollte lange ein dichter Verkehr zwischen Rhein und Saar.
Der Bahnhof Landstuhl lag mitten auf dieser Strecke.
Seine Bedeutung als Knotenpunkt blieb über die Jahrzehnte erhalten.
Vor Landstuhl waren in der Pfalz schon sechs andere Bahnknoten entstanden.

Fahrdraht über der Magistrale
Wegen ihrer Bedeutung wurde die Strecke ab 1960 schrittweise elektrifiziert.
Am 8. März 1960 konnte man zwischen Saarbrücken und Homburg elektrisch fahren.
Der Abschnitt Homburg–Kaiserslautern folgte am 18. Mai 1961.
Auch der Landstuhler Bahnhof lag auf diesem Stück.
Ab dem 12. März 1964 war die Strecke auf ganzer Länge elektrisch befahrbar.
Die Elektrifizierung machte den Verkehr schneller und einfacher.
Der Bahnhof der alten Kohlebahn war nun Teil einer modernen Hauptstrecke.
Damit endete auf dieser Strecke die Zeit der Dampflokomotiven.

Drei Gleise und die S-Bahn
Heute hat der Bahnhof Landstuhl drei Bahnsteiggleise.
Er liegt am nordwestlichen Stadtrand, im Norden schließt ein Industriegebiet an.
Die Strecke von Mannheim nach Saarbrücken verläuft hier zunächst schnurgerade.
Die Strecke nach Kusel biegt im Westen in weitem Bogen nach Norden ab.
Seit Dezember 2006 hält in Landstuhl auch die S-Bahn RheinNeckar.
Intercity-Züge halten heute nur noch selten am Bahnhof.
Sie wurden 2014 weitgehend durch den Regional-Express nach Koblenz ersetzt.
Parallel zu den Gleisen verläuft im Süden die Bahnstraße.

Die Sickingenstadt
Landstuhl trägt den Beinamen Sickingenstadt.
Um 1160 ließ Kaiser Barbarossa auf dem Berg südlich der Stadt die Burg Nanstein errichten.
Später umgab eine Ringmauer die Burg, den Ort und ein kleineres Bürglein.
Im Laufe der Zeit kam die Herrschaft Landstuhl an das Geschlecht der von Sickingen.
Ihr bekanntestes Mitglied war der Ritter Franz von Sickingen.
1689 wurde die Burg Nanstein von französischen Truppen zerstört.
Bis heute überragt ihre Ruine die Stadt.
Landstuhl ist heute ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Römer, Kapelle und Friedhof
Aus römischer Zeit stammen die sogenannten Sickinger Würfel.
Dabei handelt es sich um Reste eines Säulengrabmals aus dem 2. Jahrhundert.
Die Alte Kapelle ist der erhaltene Chor einer mittelalterlichen Kirche.
Sie gehörte einst zur früheren Kirche des heiligen Andreas.
Der Alte Friedhof und der Jüdische Friedhof sind als Denkmalzone ausgewiesen.
Sie erinnern an die lange und vielfältige Geschichte der Stadt.
So reicht die Spur Landstuhls von den Römern bis in die Neuzeit.
Viele einzelne Bauten der Stadt stehen unter Denkmalschutz.
So lässt sich die lange Geschichte in den Straßen bis heute ablesen.

Ankommen in Landstuhl
Wer in Landstuhl aussteigt, hat die Burg Nanstein schon im Blick.
Ein Aufstieg führt hinauf zur Ruine über der Stadt.
Von dort reicht der Blick weit über die Westpfalz.
In der Altstadt erzählen Kapelle und alte Gräber von früheren Zeiten.
Mit der S-Bahn ist Kaiserslautern in wenigen Minuten erreichbar.
Wer nach Norden will, steigt in die Bahn nach Kusel um.
So verbindet der Bahnhof die Sickingenstadt mit der ganzen Pfalz.
Wer von der Burg zurückkehrt, findet am Bahnhof rasch den nächsten Anschluss.
So bleibt die Sickingenstadt bequem mit Bahn und Wanderweg verbunden.

Häufige Fragen
Seit wann hat Landstuhl einen Bahnhof?
Was war die Pfälzische Ludwigsbahn?
Wohin fährt die Strecke nach Kusel?
Welche Züge halten heute?
Was hat es mit der Burg Nanstein auf sich?
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