Ortstermin
„Nächster Halt Kolín, bitte umsteigen in Richtung Prag, Pardubice und Nymburk.“
Der Bahnhof Kolín, wo sich Böhmens Strecken kreuzen
→ Ein Ortstermin in Mittelböhmen.
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Kurz gesagt
Kolín liegt 60 Kilometer östlich von Prag an der Elbe und gilt als einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Böhmens. Hier kreuzen sich mehrere Strecken, und vom Bahnhof Kolín ist Prag in etwa 70 Minuten erreichbar.
Kolín ist eine Stadt, die man als Reisender oft nur im Vorüberfahren kennt.
Dabei treffen sich an ihrem Bahnhof gleich mehrere der wichtigsten Strecken Böhmens.
Ein Ortstermin an der Elbe zeigt, warum der Knoten mehr ist als ein Umsteigepunkt.

Ein Knoten an der Elbe
Kolín liegt rund 60 Kilometer östlich von Prag am Fluss Elbe in der Region Mittelböhmen.
Die Stadt wurde im Jahr 1261 erstmals urkundlich erwähnt und geht auf eine Gründung des böhmischen Königs Ottokar II. Přemysl zurück.
Unter den Königen Karl IV. und Wenzel IV. zählte Kolín zu den bedeutenden Königsstädten Böhmens.
Heute ist der Ort vor allem als Verkehrsknoten bekannt, an dem sich mehrere Eisenbahnstrecken treffen.
Das historische Stadtzentrum wurde 1989 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

Der Bahnhof als Drehscheibe
Der Bahnhof Kolín gilt als einer der wichtigsten Eisenbahnknoten in Böhmen.
Von hier aus laufen Verbindungen in Richtung Prag, Pardubice, Nymburk und ins Umland zusammen.
Das Gleisfeld ist entsprechend weitläufig und über die Jahre immer wieder erweitert worden.
Reisende steigen in Kolín häufig zwischen Fernzügen und Regionalbahnen um.
Der Nahverkehr in der Stadt selbst ist seit 2023 kostenlos nutzbar.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Kolín liegt an der 1845 eröffneten Bahnstrecke Česká Třebová–Praha und gilt als einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Böhmens.
Nach Prag zum Bahnhof Masarykovo nádraží sind es etwa 70 Minuten Fahrzeit.
Das historische Zentrum rund um die Bartholomäuskirche steht seit 1989 unter Denkmalschutz.
1845 kam die Bahn
Die wichtigste Strecke durch Kolín ist die Bahnstrecke Česká Třebová–Praha.
Sie wurde von der k.k. Nördlichen Staatsbahn erbaut und im August 1845 eröffnet.
Die Linie verläuft von Prag über Kolín und Pardubice weiter nach Česká Třebová.
Damit gehörte Kolín zu den früh an das Eisenbahnnetz angeschlossenen Städten Böhmens.
Der Abschnitt zwischen Kolín und Poříčany ist seit 2008 mit dem Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ausgerüstet.

Wo sich die Strecken kreuzen
In Kolín kreuzt die Hauptstrecke nach Prag die Bahnstrecke Znojmo–Nymburk.
Diese zweite Linie wurde von der Österreichischen Nordwestbahn erbaut und führt über Čáslav und Havlíčkův Brod in den Süden.
Zusätzlich zweigt in Kolín eine Nebenstrecke in Richtung Čerčany ab.
So wird der Bahnhof zu einem Kreuzungspunkt, an dem Nord-Süd- und Ost-West-Verkehr aufeinandertreffen.
Für viele Reisende ist Kolín deshalb eher ein Umsteigeort als ein Ziel.

Mit dem Zug nach Prag
Vom Bahnhof Kolín aus ist der Prager Bahnhof Praha Masarykovo nádraží in etwa 70 Minuten zu erreichen.
Die Strecke nach Prag ist Teil des wichtigen böhmischen Eisenbahnkorridors.
Regionalzüge verbinden Kolín außerdem mit den Nachbarstädten im Elbtal.
Wer von Kolín nach Süden fährt, erreicht nach wenigen Minuten die Silberstadt Kutná Hora.
Durch die vielen Linien ist der Bahnhof den ganzen Tag über gut bedient.

Die Bartholomäuskirche
Das bekannteste Bauwerk der Stadt ist die Bartholomäuskirche aus dem 13. Jahrhundert.
An ihrem Bau war der berühmte Baumeister Peter Parler beteiligt.
Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche vom Architekten Josef Mocker restauriert.
Das Gemälde des Hauptaltars stammt von Josef Kramolín.
Die Kirche prägt bis heute die Silhouette der Altstadt über der Elbe.

Das jüdische Kolín
Kolín besitzt ein altes jüdisches Viertel rund um die Synagoge der jüdischen Gemeinde.
Der alte jüdische Friedhof wurde von 1418 bis 1888 belegt.
Mit etwa 2600 Gräbern gilt er als einer der größten und ältesten jüdischen Friedhöfe in Böhmen.
Die Spuren dieser Geschichte lassen sich bei einem Spaziergang durch die Gassen der Altstadt entdecken.
Das Zentrum rund um den Karlsplatz steht unter Denkmalschutz.

Die älteste Rübenbahn
Eine Besonderheit von Kolín ist die Kolínská řepařská drážka.
Sie gilt als die älteste Rübenbahn Tschechiens.
Einst transportierte diese Schmalspurbahn Zuckerrüben von den Feldern zur Verarbeitung.
Heute wird sie als Museumsbahn betrieben und ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Für Bahnfreunde ist sie ein zusätzlicher Grund, in Kolín auszusteigen.

Ankommen in Kolín
Wer in Kolín ankommt, steht zunächst in einem geschäftigen Bahnknoten mit vielen Gleisen.
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten bis in die historische Altstadt an der Elbe.
Zwischen Bartholomäuskirche, Karlsplatz und jüdischem Viertel lässt sich die lange Geschichte der Königsstadt erwandern.
Und wer mag, hängt einen Ausflug mit der historischen Rübenbahn an.
Kolín zeigt so, dass ein reiner Umsteigebahnhof durchaus einen eigenen Besuch wert sein kann.

Häufige Fragen
Wo liegt Kolín?
Seit wann hat Kolín einen Bahnanschluss?
Welche Strecken treffen sich in Kolín?
Wie lange dauert die Fahrt nach Prag?
Was lohnt sich in Kolín?
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