Ortstermin
„Auf Gleis 1 hält die Stadtbahn nach Durlach, wo Eisenbahn und Straßenbahn seit jeher zusammenfinden.“
Der Bahnhof Karlsruhe-Durlach, wo schon 1843 die ersten Züge hielten
→ Ein Ortstermin im badischen Karlsruhe.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Karlsruhe-Durlach ist nach dem Hauptbahnhof der zweitgrößte Personenbahnhof der Stadt. Hier treffen Fernzüge, Regionalzüge, die Stadtbahn und die Straßenbahn aufeinander.
Durlach ist der älteste und größte Stadtteil von Karlsruhe und war lange eine eigene Residenzstadt.
Sein Bahnhof erzählt von den ersten Jahren der badischen Eisenbahn und vom Umstieg zwischen Zug und Straßenbahn.
Wer hier aussteigt, steht mitten in einer kleinen Stadt mit Marktplatz, Schloss und einem Hausberg.

Zwei Bahnhöfe an einem Ort
Der erste Durlacher Bahnhof wurde 1843 eröffnet, als Durlach noch eine eigenständige Gemeinde war.
Er lag an der Bahnstrecke Mannheim–Konstanz, deren erste Abschnitte noch in der breiten Spur von 1600 Millimetern gebaut wurden.
Erst 1854 stellten die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen ihr Netz unter laufendem Betrieb auf die heutige Normalspur um.
1859 kam die Strecke von Durlach nach Mühlacker hinzu und machte den Ort zu einem Knotenpunkt.
1911 ging ein neuer Bahnhof in Betrieb, woraufhin die alte Station 1913 stillgelegt wurde.

Karlsruhes zweitgrößter Bahnhof
Heute ist der Bahnhof nach dem Hauptbahnhof der zweitgrößte Personenbahnhof von Karlsruhe.
Er wird von Regionalzügen und einzelnen Fernzügen bedient und ist ein wichtiger Umstieg im Südwesten.
Auch die S-Bahn Rhein-Neckar hält hier und verbindet Durlach mit der Pfalz und dem Raum Mannheim.
So bündelt der Bahnhof den Verkehr aus mehreren Richtungen an einem einzigen Punkt.
Für viele Pendler ist Durlach das Tor zwischen Innenstadt und Umland.

Gut zu wissen
Der erste Durlacher Bahnhof wurde 1843 eröffnet, der heutige Bahnhof löste ihn 1911 ab.
Der Bahnhof ist nach dem Hauptbahnhof der zweitgrößte Personenbahnhof von Karlsruhe und Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 5.
Die Turmbergbahn von 1888 ist seit Ende 2024 vorübergehend außer Betrieb, ein Neubau ist im Gange.
Wo die Straßenbahn zur Eisenbahn wird
Durlach ist zugleich Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 5 aus der Karlsruher Innenstadt.
Karlsruhe gilt als Pionier des Zweisystem-Modells, bei dem Bahnen auf Straßenbahn- und auf Eisenbahngleisen fahren.
So kann man von der Fußgängerzone bis weit ins Umland durchfahren, ohne umzusteigen.
Der Bahnhof Durlach ist einer der Orte, an denen diese beiden Welten sichtbar ineinandergreifen.
Wer aufmerksam hinschaut, sieht hier Stadtbahnen und klassische Züge nebeneinander.

Die alte Turmbergbahn
Über der Stadt liegt der Turmberg, auf den seit Mai 1888 eine Standseilbahn führt.
Sie galt lange als die älteste Standseilbahn Deutschlands.
Ende 2024 wurde ihr Betrieb vorläufig eingestellt, seit 2026 entsteht ein Neubau mit längerer Strecke.
Der Turmberg selbst ist mit 256 Metern der Hausberg von Durlach.
Auch ohne die Bahn bleibt der Aufstieg zu Fuß ein beliebtes Ausflugsziel.

Eine Residenz, aus der Karlsruhe wurde
Durlach wurde 1196 als villa Durla erstmals urkundlich erwähnt.
Von 1565 bis 1718 war die Stadt Residenz der Markgrafschaft Baden-Durlach.
1715 ging von hier die Gründung der neuen Residenzstadt Karlsruhe aus.
1938 wurde Durlach schließlich nach Karlsruhe eingemeindet.
Heute ist es mit rund 30.000 Einwohnern der größte Stadtteil der Stadt.

Rund um den Marktplatz
Der Marktplatz bildet bis heute das Herz der Durlacher Altstadt.
Nur wenige Schritte entfernt steht der Basler Torturm, ein Rest der alten Stadtbefestigung.
Auch die Kirche St. Peter und Paul zählt zu den bekannten Bauwerken des Stadtteils.
Zwischen Fachwerkhäusern und kleinen Läden merkt man, dass Durlach lange eine eigene Stadt war.
In den Gassen ringsum lässt sich der alte Stadtkern gut zu Fuß erkunden.

Das Schloss und seine Museen
Am Rand der Altstadt steht das Schloss Karlsburg, das an die Zeit als Residenz erinnert.
Im Schloss ist das Pfinzgaumuseum untergebracht, das die Geschichte Durlachs zeigt.
Daneben erzählt das Karpatenmuseum von den einst in der Slowakei lebenden Deutschen.
So wird das alte Gemäuer heute als Ort für Geschichte und Sammlungen genutzt.
Ein Rundgang verbindet damit den Bahnhofsbesuch mit einem Stück Landesgeschichte.

Der Turmberg über der Stadt
Vom Turmberg reicht der Blick weit über die Rheinebene und die Stadt Karlsruhe.
Oben laden Terrassen und Wanderwege zum Verweilen ein.
Der namensgebende Turm geht auf eine mittelalterliche Burg der Grafen von Hohenberg zurück.
Diese errichteten ihre Anlage schon im 11. Jahrhundert auf dem Berg.
Bei gutem Wetter ist der Turmberg ein beliebtes Ziel für einen Nachmittag.

Ankommen in Durlach
Wer in Karlsruhe-Durlach aussteigt, ist in wenigen Minuten am Marktplatz der Altstadt.
Von dort führt der Weg vorbei am Schloss und hinauf Richtung Turmberg.
Mit der Straßenbahn geht es bequem weiter in die Karlsruher Innenstadt.
So ist der Bahnhof Startpunkt für einen Ausflug zwischen Eisenbahngeschichte und badischer Gemütlichkeit.
Am Ende des Tages bringt einen die Bahn genauso leicht wieder zurück.

Häufige Fragen
Seit wann gibt es in Durlach einen Bahnhof?
Welche Züge halten in Karlsruhe-Durlach?
Ist Durlach ein Teil von Karlsruhe?
Was hat es mit der Turmbergbahn auf sich?
Was kann man vom Bahnhof aus unternehmen?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Der Bahnhof Pforzheim – Pforzheim liegt östlich von Durlach am Rand des Nordschwarzwalds und ist als Goldstadt bekannt.
→ Ortstermin: Der Bahnhof Bruchsal – Bruchsal nördlich von Karlsruhe lockt mit seinem barocken Schloss und ist ein wichtiger Bahnknoten.
