Ortstermin
„Der Zug nach Ankara steht bereit, bitte Vorsicht beim Einsteigen.“
Der Bahnhof Istanbul Haydarpaşa, mehr Schloss als Bahnhof
→ Ein Ortstermin in Istanbul, auf der asiatischen Seite des Bosporus.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Haydarpaşa war lange das Tor Istanbuls nach Asien und in das weite Anatolien. Sein schlossartiges Gebäude wurde 1908 von deutschen Architekten vollendet.
Wer früher von Istanbul nach Osten reiste, begann die Fahrt in einem Bahnhof wie aus einem Märchen.
Der Bahnhof Haydarpaşa steht auf der asiatischen Seite des Bosporus, direkt am Wasser.
Dieser Ortstermin führt von der ersten Bahn des Jahres 1871 bis zur Schließung im Jahr 2014.

Istanbuls Tor nach Asien
Der Bahnhof Istanbul Haydarpaşa war lange der Hauptbahnhof für die östlichen Strecken der Stadt.
Er liegt auf der asiatischen Seite des Bosporus, unmittelbar am Hafen.
Von hier führten die Bahnlinien hinaus in das weite Anatolien.
Der Bahnhof ist ein Kopfbahnhof, an dem die Gleise enden.
Im Jahr 2014 wurde er für ein großes Bauprojekt geschlossen.

Eine Bahn in Richtung İzmit
1871 entschied sich die osmanische Regierung für den Bau einer Bahn vom asiatischen Istanbul nach İzmit.
Als Standort wählte man den Stadtteil Haydarpaşa zwischen Üsküdar und Kadıköy.
Das erste Bahnhofsgebäude war ein einfacher Bau aus Holz.
Ab 1890 fuhr täglich ein Zug von Haydarpaşa nach İzmit.
1892 kam eine Strecke in Richtung Ankara hinzu.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Istanbul Haydarpaşa wurde am 19. August 1908 nach Plänen deutscher Architekten eingeweiht.
Er liegt auf der asiatischen Seite des Bosporus und war der Ausgangspunkt der Bahnen nach Anatolien und zur Bagdadbahn.
Im Jahr 2014 wurde der Bahnhof im Zuge des Marmaray-Projekts geschlossen.
Erdbeben und Wiederaufbau
Das hölzerne Empfangsgebäude fiel dem Erdbeben vom 10. Juli 1894 zum Opfer.
1896 wurde es auf dem gleichen Grundriss durch Neubauten ersetzt.
Schon 1888 hatte die Anatolische Eisenbahngesellschaft die Strecke und den Bahnhof übernommen.
Am Hafen konnten Güter direkt von den Zügen auf Schiffe verladen werden.
So wuchs die Bedeutung des Bahnhofs von Jahr zu Jahr.

Nördlicher Endpunkt der Bagdadbahn
Um 1900 begann man mit dem Bau des Hafens am Bahnhof.
1904 wurde Haydarpaşa als nördlicher Endpunkt der Bagdadbahn ausgewählt.
Von hier aus sollten die Gleise weit in den Nahen Osten reichen.
Tatsächlich führten die Strecken später bis an die Grenzen zu Iran, Irak und Syrien.
Für diesen Verkehr brauchte es einen deutlich größeren Bahnhof.

Ein Bahnhof wie ein Schloss
Den Bau des neuen Gebäudes begann man Ende 1905.
Die Pläne stammten von den deutschen Architekten Otto Ritter von Kühlmann und Hellmuth Cuno.
Das Gebäude gilt als Beispiel der deutschen neoklassizistischen Architektur.
Mit seinen drei Flügeln und den runden Ecktürmen wirkt es mehr wie ein Schloss als wie ein Bahnhof.
Eine Uhr im Barockstil bestimmt schon von Weitem das Bild des Baus.

Deutsche Firmen und ein Kaiser
Das Projekt war eng mit dem Deutschen Reich verbunden.
Kaiser Wilhelm II. verpflichtete deutsche Unternehmen für den Bau.
Dazu gehörten die Firmen Philipp Holzmann und Krupp.
Als Geldgeber trat die Deutsche Bank auf.
So wurde der Bahnhof zu einem Zeugnis der deutsch-osmanischen Zusammenarbeit.

Marmor, Stuck und bunte Fenster
Im Inneren ist der Bahnhof mit Marmor und Sandsteinreliefs ausgeschmückt.
Lange Gänge münden in große Säle mit hohen Decken.
Die Eingangshalle ist mit Wandmalerei und Stuck verziert.
Sämtliche Fenster der Bahnhofshalle gestaltete Otto Linnemann aus Frankfurt am Main.
Die feierliche Einweihung fand am 19. August 1908 statt.

Brand und das Ende des Fernverkehrs
Schon am ersten Tag seiner Eröffnung brach im Bahnhof ein Brand aus.
Erst am 4. November 1909 wurde er nach einer Restaurierung wieder eröffnet.
Über viele Jahrzehnte blieb Haydarpaşa das Tor Istanbuls nach Osten.
Im Jahr 2014 wurde der Bahnhof im Zuge des Baus des Marmaray-Tunnels geschlossen.
Seine Eingangshalle wurde im Lauf der Zeit mehrfach restauriert.

Ankommen in Istanbul
Wer in Haydarpaşa ankam, stand auf der asiatischen Seite des Bosporus.
Gleich am Bahnhof legten die Fähren über die Meerenge ab.
Mit ihnen gelangt man hinüber zur europäischen Altstadt von Istanbul.
Ganz in der Nähe liegt zudem der lebhafte Stadtteil Kadıköy.
So begann die Reise nach Istanbul schon mit einer Fahrt über das Wasser.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Häufige Fragen
Wo liegt der Bahnhof Haydarpaşa?
Wann wurde der Bahnhof gebaut?
Wer hat den Bahnhof entworfen?
Wohin fuhren die Züge von Haydarpaşa?
Ist der Bahnhof noch in Betrieb?
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