Der Bahnhof Friedrichroda, wo Kurort und Thüringerwaldbahn zusammentreffen

Ortstermin

„Nächster Halt Reinhardsbrunn-Friedrichroda, Übergang zur Thüringerwaldbahn nach Gotha und Tabarz, bitte Vorsicht beim Aussteigen.“

Der Bahnhof Friedrichroda, wo Kurort und Thüringerwaldbahn zusammentreffen

→ Ein Ortstermin im Thüringer Wald.

Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin

Kurz gesagt

Friedrichroda ist ein Luftkurort im Thüringer Wald und Endstation der Bahn aus Fröttstädt. Am zweiten Halt Reinhardsbrunn-Friedrichroda steht ein prächtiges Empfangsgebäude im englischen Landhausstil, und die Thüringerwaldbahn fährt bis nach Gotha.

Friedrichroda ist ein Kurort mitten im Thüringer Wald und lässt sich bequem mit der Bahn erreichen.

Gleich zwei Bahnstationen und die berühmte Thüringerwaldbahn treffen hier aufeinander.

Schon die Anreise wird so zu einem kleinen Ausflug durch die Wälder Thüringens.

Bahnhof Reinhardsbrunn 04
Foto: Elmar Nolte, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankunft in Friedrichroda

Friedrichroda ist eine kleine Stadt im Landkreis Gotha und ein staatlich anerkannter Luftkurort.

Die Stadt ist Endstation der Bahnstrecke, die von Fröttstädt herführt.

Damit endet die Reise für viele Gäste mitten in einem heilklimatischen Kurort.

Rund um den Bahnhof beginnt sogleich die frische Luft des Thüringer Waldes.

Auch der Ortsteil Finsterbergen trägt den Titel eines heilklimatischen Kurortes.

Von der ersten Minute an spürt man, dass hier Erholung großgeschrieben wird.

Bahnhof Friedrichroda Reinhardsbrunn 01
Foto: Elmar Nolte, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zwei Bahnhöfe und die Strecke aus Fröttstädt

Auf dem Stadtgebiet liegen gleich zwei Bahnstationen.

Die eine ist der Endbahnhof Friedrichroda, die andere der Haltepunkt Reinhardsbrunn-Friedrichroda.

Letzterer liegt an der bereits 1870 erbauten Strecke von Fröttstädt nach Georgenthal.

Sein Bahnsteig misst rund zweihundertsechsundzwanzig Meter Länge.

Über Fröttstädt besteht Anschluss an die große Bahn zwischen Erfurt und Eisenach.

So ist der kleine Kurort trotz seiner Lage im Gebirge gut mit dem Netz verbunden.

Bahnhof Reinhardsbrunn (Friedrichroda).Detail.04.ajb
Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Friedrichroda ist Endstation der Bahnstrecke aus Fröttstädt und besitzt mit Reinhardsbrunn-Friedrichroda einen zweiten, denkmalgeschützten Haltepunkt.

Zusätzlich verbindet die Thüringerwaldbahn den Kurort über ihre Linie 4 mit Gotha und mit Bad Tabarz.

Die Kernstadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und heilklimatischer Kurort im Thüringer Wald.

Der Bahnhof Reinhardsbrunn-Friedrichroda

Das Empfangsgebäude in Reinhardsbrunn wurde 1895 geplant und 1897 eröffnet.

Es ist im englischen Landhausstil errichtet, mit großen Walmdächern und sogenannten Bay-Windows.

Dazu treten Elemente des typischen Thüringer Fachwerkbaus.

Die freie Anordnung unterschiedlich hoher Baukörper macht das Haus zu einem echten Schmuckstück.

Heute steht das leider leerstehende Gebäude unter Denkmalschutz.

In den 1920er Jahren kam eine hölzerne Überdachung über den Bahnsteig hinzu.

Bahnhof Reinhardsbrunn (Friedrichroda).Detail.07.ajb
Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Der Fürstenpavillon und die herzogliche Verbindung

Der ungewöhnliche Baustil des Bahnhofs hat einen fürstlichen Hintergrund.

Er gilt als Reverenz an den damals regierenden Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha.

Dieser war der zweite Sohn der englischen Königin Victoria und in England geboren.

Hinter dem Bahnhof war für ihn und sein Gefolge ein eigener Fürstenpavillon eingerichtet.

Dort konnte sich die herzogliche Familie standesgemäß aufhalten, wenn sie mit der Bahn anreiste.

So erzählt schon das Bahnhofsgebäude von der Nähe des Ortes zum Adel.

Bahnhof Reinhardsbrunn (Friedrichroda).Detail.09.ajb
Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Die Thüringerwaldbahn

Neben den Zügen ergänzt die Thüringerwaldbahn das Angebot auf der Schiene.

Diese Überlandstraßenbahn verbindet Friedrichroda mit der Residenzstadt Gotha.

Die Strecke von Gotha nach Tabarz wurde im Jahr 1929 fertiggestellt.

Ihre Linie 4 hält an mehreren Stationen im Stadtgebiet von Friedrichroda.

Am Bahnhofsvorplatz von Reinhardsbrunn ließ sich früher bequem zwischen Zug und Bahn umsteigen.

Bis heute ist die Fahrt mit der Waldbahn ein Erlebnis für sich.

Bahnhof Reinhardsbrunn (Friedrichroda).Detail.11.ajb
Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Der Kurort im Thüringer Wald

Friedrichroda gehört zu den bekanntesten Kurorten des Thüringer Waldes.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg zählte der Ort jährlich etwa fünfzehntausend Gäste.

Die klare Luft und die Wälder ringsum machten ihn früh zu einem beliebten Reiseziel.

Bis heute laden Kurpark und Wanderwege zu ruhigen Tagen ein.

Auch der Schriftsteller Ernst Barlach hielt seine Zeit in Friedrichroda in einer kleinen Erzählung fest.

Der Ort verbindet damit Erholung und ein Stück Kulturgeschichte.

Bahnhof Reinhardsbrunn (Friedrichroda).Detail.13.ajb
Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Kloster und Schloss Reinhardsbrunn

Ganz in der Nähe des Bahnhofs liegt das ehemalige Kloster Reinhardsbrunn.

Es wurde im Jahr 1085 von Ludwig dem Springer gegründet.

Über viele Jahre war es ein geistiges und kulturelles Zentrum Thüringens.

Ludwig der Springer erbaute außerdem die berühmte Wartburg bei Eisenach.

Die Wurzeln Friedrichrodas reichen bis zur Schauenburg zurück, die um 1044 entstand.

So ist die Gegend eng mit der Geschichte des Adelsgeschlechts der Ludowinger verbunden.

Bahnhof Reinhardsbrunn (Friedrichroda).ajb
Foto: Ajepbah, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Vom Weberort zum Reiseziel

Lange lebten die Menschen in Friedrichroda vor allem vom Bleichen und Weben von Garn.

Im Jahr 1813 besaßen von rund zweihundertsiebzig Häusern die meisten einen eigenen Bleichplatz.

Damit die Bleichen sauber blieben, war das Halten von Geflügel schon 1521 verboten worden.

Später brachte die Industrialisierung Fabriken für Möbel, Taschenlampen und Batterien in den Ort.

Mit der Eisenbahn wuchs schließlich der Fremdenverkehr zur wichtigsten Einnahmequelle.

So wandelte sich der einstige Weberort Schritt für Schritt zum Reiseziel.

Bahnhof Reinhardsbrunn Friedrichroda 2017 02
Foto: Dk0704, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Friedrichroda

Ankommen in Friedrichroda heißt, mitten im Thüringer Wald aus dem Zug oder der Waldbahn zu steigen.

Vom Bahnhof aus locken der Kurpark und die Wanderwege des Gebirges.

Ganz in der Nähe erinnert Reinhardsbrunn an Klostergeschichte und herzogliche Zeiten.

Wer mag, fährt mit der Thüringerwaldbahn weiter nach Gotha oder nach Bad Tabarz.

Die klare Luft und die Ruhe machen den Ort zu einem echten Erholungsziel.

So bleibt Friedrichroda ein Bahnhof, an dem der Wald gleich hinter dem Bahnsteig beginnt.

Bahnhof Reinhardsbrunn Friedrichroda 2017 03
Foto: Dk0704, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wie erreicht man Friedrichroda mit der Bahn?
Friedrichroda ist Endstation der Strecke aus Fröttstädt, wo Anschluss an die Hauptbahn zwischen Erfurt und Eisenach besteht, zusätzlich fährt die Thüringerwaldbahn aus Gotha.
Was ist am Bahnhof Reinhardsbrunn-Friedrichroda besonders?
Das 1897 eröffnete Empfangsgebäude ist im englischen Landhausstil erbaut und gilt als Reverenz an Herzog Alfred von Sachsen-Coburg und Gotha, für den ein eigener Fürstenpavillon eingerichtet war.
Was ist die Thüringerwaldbahn?
Es ist eine Überlandstraßenbahn, deren Strecke von Gotha nach Tabarz 1929 fertiggestellt wurde und die mit der Linie 4 durch Friedrichroda führt.
Wofür ist Friedrichroda bekannt?
Die Stadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort im Thüringer Wald und war schon vor dem Ersten Weltkrieg mit rund fünfzehntausend Gästen im Jahr ein beliebtes Reiseziel.
Was hat es mit Reinhardsbrunn auf sich?
Bei Friedrichroda liegt das 1085 von Ludwig dem Springer gegründete Kloster Reinhardsbrunn, über lange Zeit ein geistiges und kulturelles Zentrum Thüringens.

Weiterfahrt

→ Ortstermin Gotha: Bahnhof am Schloss und Tor zum Thüringer Wald – Die Residenzstadt Gotha ist über die Thüringerwaldbahn direkt mit Friedrichroda verbunden.

→ Ortstermin: Der Bahnhof Gotha – Bad Tabarz am Fuß des Großen Inselsbergs ist die Endstation der Thüringerwaldbahn.

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →