Ortstermin
„Auf Gleis 1 wartet die Regio-S-Bahn nach Bremen, draußen ruft die Nordsee.“
Der Bahnhof Bremerhaven, wo die Reise zum Meer beginnt
→ Ein Ortstermin an der Wesermündung.
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Kurz gesagt
Bremerhaven ist eine der jüngsten Großstädte Deutschlands und lebt seit fast zwei Jahrhunderten vom Wasser. Der Hauptbahnhof verbindet die Seestadt mit Bremen und ist das Tor zu den Havenwelten.
Manche Bahnhöfe sind nur Durchgang, dieser ist ein Anfang.
In Bremerhaven stiegen einst viele Auswanderer aus dem Zug und auf die Schiffe nach Amerika.
Wer heute hier ankommt, riecht schon auf dem Bahnsteig das nahe Meer.
Zwischen Zug, Schiff und Salzwind erzählt diese Stadt eine ganz eigene Geschichte.

Deutschlands jüngste Großstadt
Bremerhaven wurde 1827 gegründet und ist damit eine der jüngsten Großstädte des Landes.
Die Stadt liegt lang gestreckt an der Unter- und Außenweser, dort wo der Fluss in die Nordsee übergeht.
Als Exklave gehört sie zur Freien Hansestadt Bremen, ist aber landseitig vom Landkreis Cuxhaven umschlossen.
Für diese Region ist Bremerhaven das Oberzentrum, die große Stadt am Meer.
Heute leben hier weit über hunderttausend Menschen.
Ihr Herz war immer der Hafen, der schon 1830 mit dem Alten Hafen begann.
Zwischen 1830 und 1874 war Bremerhaven sogar der größte Auswandererhafen des europäischen Festlands.

Wie die Eisenbahn ans Meer kam
Die Geschichte der Eisenbahn in Bremerhaven begann im Jahr 1862.
Damals nahm die Hannoversche Staatsbahn die durchgehend zweigleisige Strecke von Bremen nach Bremerhaven in Betrieb.
Gebaut wurde sie vor allem für den Güterverkehr zwischen dem Hafen und dem Hinterland des Königreichs Hannover.
Ab 1866 gehörte die Linie zu den Preußischen Staatseisenbahnen.
Schon der erste Bahnhof, der alte Geestemünder Bahnhof, war ganz auf den Hafen ausgerichtet.
Die Verbindung nach Bremen ist bis heute die wichtigste Bahnstrecke der Stadt.
Schiene und Hafen wuchsen so von Anfang an zusammen.

Gut zu wissen
Bremerhaven wurde 1827 gegründet und gehört als Exklave zur Freien Hansestadt Bremen.
Der Hauptbahnhof trägt seit 1947 seinen heutigen Namen und liegt an der Strecke von 1862 nach Bremen.
1927 entstand mit dem Columbusbahnhof ein eigener Bahnhof am Meer für die Ozeandampfer.
Seit Dezember 2010 fährt die Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen die Verbindung in die Landeshauptstadt.
Vom Geestemünder Bahnhof zum Hauptbahnhof
Der heutige Hauptbahnhof trug im Lauf der Zeit viele Namen.
Ab 1914 hieß er Bahnhof Geestemünde-Bremerhaven, ab 1925 Bahnhof Wesermünde-Bremerhaven.
In der Zeit ab 1940 stand Reichsbahnhof Wesermünde-Bremerhaven an der Fassade.
Erst seit 1947 heißt die Station schlicht Bremerhaven Hauptbahnhof.
Der ältere Bahnhof Geestemünde hatte von 1862 bis 1914 gedient und wurde dann abgelöst.
In den Namen spiegelt sich die wechselvolle Geschichte der Stadt an der Wesermündung.

Ein Empfangsgebäude unter Denkmalschutz
Der Hauptbahnhof ist bis heute der wichtigste Personenbahnhof der Stadt.
Sein Gebäude bildet zusammen mit dem benachbarten ehemaligen Bahnpostamt ein Ensemble.
Dieses Ensemble steht seit 2012 unter Denkmalschutz.
Der Bahnhof verfügt über vier Bahnsteiggleise, die auf beiden Seiten von Gütergleisen umgeben sind.
Ende 2009 begann eine Sanierung mit neuen Bahnsteigen, Überdachungen und Aufzügen.
Reisende erreichen die Bahnsteige seither bequem über Aufzüge und Treppen.
So bleibt der alte Doppelklang aus Reisezügen und Hafenverkehr bis heute sichtbar.

Der Bahnhof am Meer
Ein zweiter Bahnhof machte Bremerhaven einst weltberühmt.
1927 wurde die Columbuskaje zusammen mit dem Columbusbahnhof fertiggestellt.
Man nannte ihn den Bahnhof am Meer, denn hier hielten die Züge direkt am Kai.
Reisende konnten vom Zug fast unmittelbar auf die großen Ozeandampfer wechseln.
Von Bremerhaven aus schickte der Norddeutsche Lloyd seine Passagierschiffe über den Atlantik.
Für viele Auswanderer war dieser Bahnsteig der letzte Boden der alten Heimat.
So griffen in Bremerhaven Schiene und Schiff nahtlos ineinander.

Der Hafen fährt auf Schienen
Auch der moderne Hafen lebt vom Zusammenspiel mit der Bahn.
Der Containerterminal wurde ab 1968 gebaut und seit 1978 immer weiter ausgebaut.
Seine Stromkaje ist heute knapp fünf Kilometer lang und bietet vierzehn Liegeplätze.
Bremerhaven ist zudem einer der größten Umschlagplätze für Automobile in Europa.
Ein großer Teil dieser Güter verlässt die Stadt bis heute auf der Schiene.
Güterzüge rollen regelmäßig zwischen dem Terminal und dem Binnenland.
Fachleute nennen die Bahn deshalb das Rückgrat der Hafenverkehre.

Von den Gleisen zu den Havenwelten
Vom Hauptbahnhof aus erreicht man in wenigen Minuten die Havenwelten am alten Hafenbecken.
Dort steht das Deutsche Auswandererhaus, das 2005 als erstes deutsches Museum das Thema Migration in den Mittelpunkt stellte.
Es erinnert an die vielen Menschen, die von Bremerhaven aus nach Übersee aufbrachen.
Gleich daneben lädt das Klimahaus Bremerhaven zu einer Reise entlang des achten Längengrads ein.
Dieses Haus wurde im Juni 2009 eröffnet und führt durch die Klimazonen der Erde.
Rund um die Becken laden Wege, Aussichtspunkte und Lokale zum Verweilen ein.
Beide Häuser gehören heute zu den meistbesuchten Zielen der Stadt.

Am Wasser entlang
Das Deutsche Schifffahrtsmuseum zeigt, wie eng die Geschichte der Stadt mit der Seefahrt verwoben ist.
Am Ufer liegt der Zoo am Meer, in dem Eisbären und Pinguine zu Hause sind.
In der Nähe steht der Leuchtturm Bremerhaven, ein hoher roter Backsteinturm aus dem 19. Jahrhundert.
Auch der große Fischereihafen erzählt von der Vergangenheit, sein erster Abschnitt war 1896 fertig.
Von den Havenwelten führt eine Fähre über die Weser ans andere Ufer.
Von den Deichen aus sieht man die großen Schiffe die Weser hinab zur Nordsee ziehen.
Die Luft schmeckt hier fast überall ein wenig nach Salz.

Ankommen in Bremerhaven
Ankommen in Bremerhaven heißt, aus dem Zug in eine echte Seestadt zu treten.
Der Bahnhof legt den Weg schon vor, geradeaus zum Hafen und zum Meer.
Wer hier aussteigt, spürt die Weite der Nordsee und die Geschichte der großen Ausfahrten.
Zwischen Museen, Deich und Hafen bleibt für einen Tagesausflug viel zu entdecken.
Und am Abend bringt die Regio-S-Bahn die Gäste wieder sicher zurück nach Bremen.

Häufige Fragen
Seit wann gibt es die Bahn in Bremerhaven?
Was war der Columbusbahnhof?
Wie komme ich vom Bahnhof zu den Havenwelten?
Welche Züge halten heute in Bremerhaven?
Steht der Bahnhof unter Denkmalschutz?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Bremen Hauptbahnhof – Bremen ist die Landeshauptstadt und über die Regio-S-Bahn direkt mit Bremerhaven verbunden.
→ Ortstermin: Der Bahnhof Bremen – Cuxhaven liegt an der Elbmündung und ist ein bekanntes Nordseebad.
