Ortstermin
„Endstation Breisach am Rhein, bitte alle aussteigen, auf der anderen Rheinseite beginnt Frankreich.“
Der Bahnhof Breisach, wo die Bahn einst über den Rhein nach Colmar fuhr
→ Ein Ortstermin am Kaiserstuhl.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Breisach wurde im September 1871 als Endpunkt der Strecke aus Freiburg eröffnet und war nach dem Bau der Rheinbrücke 1878 mit dem elsässischen Colmar verbunden. Seit der Sprengung der Brücke 1945 endet die Bahn am Rhein, und heute beginnen hier die S-Bahn-Linien nach Freiburg und in den Kaiserstuhl.
Breisach am Rhein liegt am Oberrhein direkt an der Grenze zu Frankreich, auf halbem Weg zwischen Freiburg im Breisgau und dem elsässischen Colmar.
Die Stadt war im Spätmittelalter eine Reichsstadt und wurde später an Österreich verpfändet.
Ihr Bahnhof liegt am Rand der Altstadt und war einmal ein kleiner Grenzbahnhof mit einer Strecke über den Rhein.

Eine Strecke quer durch Europa
Die Verbindung von Freiburg nach Breisach war als Teilstück einer geplanten europäischen Ost-West-Strecke gedacht.
Im September 1871 wurde dieses erste Stück fertiggestellt, und die Züge erreichten Breisach von Freiburg aus.
Nach dem Bau einer Eisenbahnbrücke über den Rhein im Jahr 1878 führte die Strecke weiter ins elsässische Colmar.
Für die Fahrt von Freiburg nach Colmar brauchten die Züge etwa 70 Minuten, von Breisach aus waren es rund 35 Minuten.
Damit war Breisach zunächst Endstation, doch die Planungen zielten von Anfang an über den Rhein hinaus.
Für die junge badische Eisenbahn war die Verbindung ans andere Rheinufer ein wichtiger Schritt nach Westen.

Breisach wird Eisenbahnknoten
Im Jahr 1895 wurde die private Kaiserstuhlbahn von Breisach über Endingen und Riegel nach Gottenheim eröffnet.
Damit wurde Breisach zu einem kleinen Eisenbahnknotenpunkt mit Strecken in mehrere Richtungen.
Die Kaiserstuhlbahn hatte anfangs sogar einen eigenen Bahnhof nordöstlich der heutigen Gleise.
Erst 1960 mündete ihr Streckengleis aus Riegel in die Bundesbahnstrecke von Freiburg ein.
Die Strecke umrundet den Kaiserstuhl und band die Winzerdörfer der Umgebung an das Schienennetz an.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Breisach wurde im September 1871 als Endpunkt der Strecke aus Freiburg eröffnet. Nach 1878 fuhren die Züge über eine Rheinbrücke bis Colmar, seit deren Sprengung 1945 endet die Bahn in Breisach.
Heute ist Breisach Ausgangspunkt der S-Bahn-Linie S1 nach Freiburg und der Linie S5 über die Kaiserstuhlbahn nach Riegel. Das Empfangsgebäude von 1913 und 1914 besteht aus Kaiserstühler Basalt.
Ein Bahnhof aus Vulkangestein
Bis 1914 diente eine provisorische Baracke als Empfangsgebäude des Breisacher Bahnhofs.
In den Jahren 1913 und 1914 entstand dann das heutige Gebäude aus Kaiserstühler Basalt, einem Vulkangestein aus der Umgebung.
Für die kleine Stadt fiel das Empfangsgebäude recht stattlich und aus heutiger Sicht fast überdimensioniert aus.
Es zeigt, welche Bedeutung man dem Grenzbahnhof am Rhein damals zutraute.
Bis heute prägt der dunkle Steinbau den Vorplatz des Bahnhofs.

Vom Grenzbahnhof zur Sackgasse
Im Ersten Weltkrieg brachte der Militärverkehr auf der Strecke nach Colmar einen erheblichen Zuwachs.
Weil das Elsass ab 1918 nicht mehr zum Deutschen Reich gehörte, wurde Breisach zum Grenzbahnhof zwischen Deutschland und Frankreich.
Danach nahm die Bedeutung der Breisacher Bahn spürbar ab.
Im Februar 1945 wurde die Rheinbrücke gesprengt, und die Linie nach Colmar wurde nie wieder aufgebaut.
Aus dem einstigen Durchgangsbahnhof mit Blick nach Frankreich war eine Endstation am Fluss geworden.

Die S-Bahn kommt
Zum 1. Juni 1997 übernahm die Breisgau-S-Bahn den Personenverkehr auf der Breisacher Bahn.
Für den neuen Betrieb wurde der Bahnhof umgebaut, und die Bahnsteige wurden erhöht.
Beide Strecken wurden 2019 elektrifiziert, die Kaiserstuhlbahn im Oktober und die Breisacher Bahn im Dezember.
Weil zunächst Fahrzeuge fehlten, begann der elektrische Betrieb aber erst 2020 und 2021.
Die Breisgau-S-Bahn gehört je zur Hälfte der SWEG und der Freiburger Verkehrs AG.

Drei Gleise und ein Museumszug
Heute hat der Bahnhof drei Bahnsteiggleise an einem Haus- und einem Inselbahnsteig und ist barrierefrei.
Auf Gleis 1 hält die Linie S1 der Breisgau-S-Bahn, die halbstündlich nach Freiburg und werktags weiter bis Seebrugg und Villingen fährt.
Von den Gleisen am Inselbahnsteig fährt die Linie S5 stündlich über die Kaiserstuhlbahn nach Endingen und Riegel.
Seit 1978 fährt zu Festen außerdem der Museumsdampfzug Rebenbummler über die Kaiserstuhlbahn.
Vor dem Umbau für die S-Bahn hatte der Mittelbahnsteig noch eine Überdachung.
Um zum Inselbahnsteig zu gelangen, nutzen Reisende einen gesicherten Übergang über die ersten beiden Gleise.

Mit dem Bus über den Rhein
Wo früher die Bahn über den Rhein fuhr, verbindet heute eine Buslinie Breisach mit der französischen Schwesterstadt Neu-Breisach und mit Colmar.
Die Freiburger Verkehrs AG bietet mit der Linie 31 eine zweite Direktverbindung nach Freiburg an.
In den Tagesrandlagen ergänzt eine weitere Buslinie den Zugverkehr nach Freiburg.
Der Verkehr der Kaiserstuhlbahn wird zusätzlich durch einen Bus in Richtung Vogtsburg ergänzt.
So bleibt die alte Verbindung nach Frankreich wenigstens auf der Straße erhalten.

Die Reichsstadt am Rhein
Im Spätmittelalter war Breisach eine Reichsstadt und wurde später an Österreich verpfändet.
Auf dem Münsterberg über der Stadt liegen die Reste einer Festung, die über Jahrhunderte umkämpft war.
Im Radbrunnenturm führt ein über 40 Meter tiefer Schacht in die Tiefe, der die Stadt auch bei langer Belagerung mit Wasser versorgte.
In diesem Turm fand 1474 die gerichtliche Untersuchung im Fall des Landvogts Peter von Hagenbach statt.
Von der barocken Festung sind mehrere Tore und Mauerreste erhalten geblieben.
Über Jahrhunderte gehörte Breisach zu Vorderösterreich und galt als eine der wichtigsten Festungen am Oberrhein.

Ankommen in Breisach
Das Wahrzeichen ist das Breisacher Münster hoch oben auf dem Münsterberg, von dem der Blick über den Rhein bis zu den Vogesen reicht.
Im Rheintor, einem der schönsten erhaltenen barocken Festungstore, das Jacques Tarade um 1678 errichtete, zeigt heute ein Museum die Stadtgeschichte.
Der Tullaturm von 1874 erinnert an den badischen Ingenieur Johann Gottfried Tulla, der den Oberrhein begradigte.
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten hinauf in die Altstadt und zu den Weinbergen des Kaiserstuhls.
In den Gassen zwischen Bahnhof und Münsterberg laden Weinstuben zum Bleiben ein.
Direkt gegenüber am französischen Ufer liegt die von Vauban geplante Festungsstadt Neuf-Brisach.

Häufige Fragen
Seit wann hat Breisach einen Bahnhof?
Fuhr die Bahn wirklich bis nach Colmar?
Welche Züge halten heute in Breisach?
Was ist die Kaiserstuhlbahn?
Woraus besteht das Empfangsgebäude?
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