Ortstermin
„Nächster Halt Blaubeuren, von hier sind es nur wenige Minuten zum Blautopf und zum alten Kloster.“
Der Bahnhof Blaubeuren, ein Tor zum tiefblauen Topf
→ Ein Ortstermin auf der Schwäbischen Alb.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Blaubeuren wurde am 2. August 1868 als vorläufiger Endpunkt der Strecke aus Ulm eröffnet und liegt heute an der Bahn von Ulm nach Sigmaringen. Werktags halten hier mehr als sechzig Regionalzüge, nur wenige Schritte vom berühmten Blautopf entfernt.
Blaubeuren ist eine kleine Stadt im Alb-Donau-Kreis im Osten Baden-Württembergs.
Berühmt ist sie für den Blautopf, eine tiefblaue Karstquelle am Rand der Altstadt.
Ihr Bahnhof liegt südlich der Innenstadt und ist ein guter Ausgangspunkt für einen Ausflug ins Blautal.

Endstation im Blautal
Nach zweijährigen Bauarbeiten wurde der Bahnhof am 2. August 1868 als vorläufiger Endpunkt der Strecke aus Ulm eröffnet.
Er liegt südlich der Innenstadt direkt an der heutigen Bundesstraße 28.
Das repräsentative Empfangsgebäude von 1868 ist bis heute erhalten.
Damit erreichte die Eisenbahn das enge Blautal am Rand der Schwäbischen Alb.
Von Blaubeuren aus wurde die Strecke später weiter durch das Tal geführt.
Das Empfangsgebäude steht nördlich der Gleise unmittelbar an der stark befahrenen Bundesstraße 28.
Damit war das enge Blautal an das wachsende Netz der württembergischen Eisenbahnen angeschlossen.

Die Strecke nach Sigmaringen
Heute gehört der Bahnhof zur Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen, die dem Tal der Ach und der Donau folgt.
Werktags halten hier mehr als sechzig Regionalzüge, an Sonn- und Feiertagen etwa fünfzig.
Der Bahnhof ist damit gut in den Nahverkehr des Donau-Iller-Raums eingebunden.
Im Ortsteil Gerhausen gibt es mit einem eigenen Haltepunkt eine zweite Station auf Blaubeurer Gebiet.
Zwei Regionalbuslinien verbinden den Bahnhof mit den umliegenden Orten.
Die eingleisige Strecke folgt dem Tal der Ach und weiter flussaufwärts der jungen Donau.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Blaubeuren wurde am 2. August 1868 als Endpunkt der Strecke aus Ulm eröffnet und liegt heute an der Bahn Ulm–Sigmaringen. Werktags halten mehr als sechzig Regionalzüge.
Die Bahnsteige wurden Ende 2022 für 5,9 Millionen Euro erneuert. Seit Oktober 2025 steuert ein elektronisches Stellwerk aus Aulendorf den Bahnhof.
Ein Bahnhof für die Zementstadt
Südlich der Gleise stand lange ein Zementwerk, dessen Gleisanschluss zum Bahnhof führte.
Nach dem Abriss des Werks entstand auf dem Gelände ein Einkaufszentrum.
Der alte Güterschuppen westlich des Empfangsgebäudes ist erhalten geblieben und wird heute anderweitig genutzt.
Die frühere Lokremise wurde dagegen schon in den 1970er Jahren abgerissen.
Bis heute fahren Güterzüge zu Werken in der Umgebung, etwa nach Schelklingen und Ehingen.
Ab 2011 wurde das historische Empfangsgebäude saniert, geplant waren dort Gastronomie, Büros und ein Reisebüro.
Der erhaltene Güterschuppen westlich des Gebäudes dient heute unter anderem einem Sportartikelhändler.

Ein Steg über die Gleise
Um das Einkaufszentrum südlich der Gleise besser zu erreichen, wurde 2006 ein Steg über die Gleise gebaut.
Der Steg ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet und führt westlich des Empfangsgebäudes hinüber.
Über ihn sind auch die Bahnsteige mit Treppe und Aufzug zu erreichen.
So wurde ein früherer schienengleicher Übergang überflüssig.
Östlich unterqueren die Gleise zudem die Bundesstraße 28.
Der Steg ersetzte einen früheren Bahnübergang, der rund 170 Meter weiter östlich über die Gleise führte.

Neue Bahnsteige und ein Stellwerk aus der Ferne
Im Rahmen des Modernisierungsprogramms des Landes wurden die Bahnsteige Ende 2022 erneuert.
Das Land Baden-Württemberg finanzierte den Umbau mit 5,9 Millionen Euro.
Umstritten war die Bahnsteighöhe, doch am Ende blieb es bei den regional üblichen 55 Zentimetern.
Ein Drucktastenstellwerk von 1963 steuerte den Bahnhof über sechs Jahrzehnte lang.
Seit Oktober 2025 wird Blaubeuren von einem elektronischen Stellwerk aus Aulendorf ferngesteuert.
Für Verzögerungen sorgte, dass die Bahn die bereits fertigen Planungen noch einmal ändern wollte.
Von Aulendorf aus wird zugleich der nahe Betriebsbahnhof Arnegg mitgesteuert.

Das tiefblaue Auge der Alb
Nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt liegt der Blautopf, eine tiefblaue Karstquelle.
Aus ihm tritt das Wasser eines weit verzweigten Höhlensystems unter der Schwäbischen Alb ans Licht.
Seine blaue Farbe hat der Quelle ihren Namen und ihren Ruf gegeben.
Direkt am Blautopf liegt das 1085 gegründete ehemalige Kloster Blaubeuren.
Um die geheimnisvolle Quelle rankt sich die alte Sage von der schönen Lau.
Die kräftig blaue Farbe entsteht durch die Streuung des Lichts im klaren, kalkhaltigen Quellwasser.
Wer den Topf umrundet, blickt vom alten Klostergarten aus auf das tiefe, ruhige Wasser.

Das Kloster am Blautopf
Das Kloster wurde 1085 gegründet und liegt unmittelbar neben der blauen Quelle.
In der Klosterkirche steht ein Hochaltar von 1493 aus der berühmten Ulmer Schule.
Ebenso alt ist das spätgotische Chorgestühl von Jörg Syrlin dem Jüngeren.
Heute ist die alte Klosteranlage ein beliebtes Ausflugsziel.
Kloster und Blautopf bilden zusammen das Herz der kleinen Stadt.
Die Ulmer Schule war um 1500 eine der bedeutendsten Bildhauerwerkstätten im Land.
Nach der Reformation diente die Klosteranlage über lange Zeit als evangelische Schule und Ausbildungsstätte.

Fachwerk und ein Kreuz über der Stadt
Die gesamte Altstadt steht als geschützte Gesamtanlage unter Denkmalschutz.
Zwischen den engen Gassen stehen zahlreiche alte Fachwerkhäuser.
Ein großer Bau ist das ehemalige Spital nahe dem Ulmer Tor.
Über der Stadt erhebt sich auf einem Felsen das Ruckenkreuz von 1926.
Das 8,40 Meter hohe Kreuz aus Stahlbeton erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
Am Rand der Altstadt zeigt das Urgeschichtliche Museum Funde aus den Höhlen des Ach- und Blautals.
Zu sehen ist dort die Venus vom Hohle Fels, eines der ältesten figürlichen Kunstwerke der Menschheit.
Die berühmten Höhlen Hohle Fels, Geißenklösterle und Brillenhöhle liegen in der näheren Umgebung.

Ankommen in Blaubeuren
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten hinauf in die Altstadt und zum Blautopf.
Wer Zeit hat, wandert von hier durch das enge Blautal auf die Höhen der Schwäbischen Alb.
Seit 2019 lädt im Spätsommer eine Kulturnacht mit Konzerten, Lesungen und Ausstellungen in die Stadt.
Der Bahnhof ist damit ein bequemer Startpunkt für einen Tag zwischen Quelle, Kloster und Fels.
Viele Ausflügler lassen das Auto stehen und kommen mit dem Zug aus Ulm.
Cafés und Weinstuben in der Altstadt laden nach der Wanderung zur Rast.

Häufige Fragen
Seit wann hat Blaubeuren einen Bahnhof?
Wie weit ist es vom Bahnhof zum Blautopf?
Welche Züge halten in Blaubeuren?
Was ist am Blautopf zu sehen?
Wird der Bahnhof noch vor Ort bedient?
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