Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, diese Bahn steht fast senkrecht im Berg: Die Stoosbahn klettert mit 110 Prozent Steigung zum Dorf Stoos hinauf.“
Wie steil ist die Stoosbahn im Kanton Schwyz?
→ Eine Standseilbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Stoosbahn verbindet das Schlattli bei Schwyz mit dem Bergdorf Stoos. Mit einer maximalen Neigung von 47,73 Grad, also 110 Prozent, ist sie die steilste Standseilbahn der Welt. Auf 1740 Metern Länge überwindet sie dabei 744 Höhenmeter.
Es gibt Bahnen, bei denen man beim Blick nach vorn unwillkürlich den Griff fester packt.
Die Stoosbahn im Kanton Schwyz ist so eine Bahn.
Sie fährt so steil den Berg hinauf, dass kaum zu glauben ist, dass Menschen darin bequem stehen.

Die Stoosbahn in Zahlen
47,73°
maximale Neigung
das entspricht 110 Prozent Steigung
110 %
steilste der Welt
kein Standseilbahn-Wert liegt höher
1740 m
Streckenlänge
vom Schlattli bis Stoos
744 m
Höhenunterschied
mehr als zwei Eiffeltürme übereinander
2017
Eröffnung
Ablösung der alten Bahn von 1933
Quelle: Wikipedia „Standseilbahn Schwyz–Stoos“. Werte gerundet, Stand 2026.
Die kurze Antwort
Die Stoosbahn erreicht im steilsten Stück eine Neigung von 47,73 Grad.
In Prozent ausgedrückt sind das 110 Prozent.
Damit ist sie die steilste Standseilbahn der Welt.
Auf 100 Metern in der Waagerechten geht es also 110 Meter in die Höhe.
Keiner anderen Standseilbahn gelingt dieser Wert bislang.

Was 110 Prozent bedeuten
Die Prozentzahl beschreibt das Verhältnis von Höhe zu waagerechter Strecke.
Bei 100 Prozent läge der Hang in einem Winkel von 45 Grad.
Die 110 Prozent der Stoosbahn entsprechen rund 47,7 Grad.
Für das Auge wirkt eine solche Rampe fast wie eine Wand.
Eine normale Eisenbahn bliebe an einer so steilen Stelle einfach stehen.
Gut zu wissen
Prozent und Grad sind zwei verschiedene Arten, eine Steigung anzugeben: 100 Prozent sind 45 Grad, die 110 Prozent der Stoosbahn rund 47,7 Grad.
Der Stoos ist autofrei; die Standseilbahn und eine Luftseilbahn sind die wichtigsten Zubringer zum Dorf.
Die drehbaren Kabinen
Damit die Fahrgäste trotz der Steigung eben stehen, drehen sich die Kabinen.
Jede der vier tonnenförmigen Kabinen hängt in einem beweglichen Rahmen.
Beim Auf- und Abfahren gleicht sie die wechselnde Neigung ständig aus.
So bleibt der Boden für die Reisenden immer waagerecht.
Diese Technik gilt als das Besondere der neuen Stoosbahn.
Die Strecke
Die Bahn startet im Schlattli, auch Hinteribrig genannt, in der Gemeinde Schwyz.
Ihr Ziel ist der autofreie Ferienort Stoos oberhalb von Morschach.
Dazwischen liegen 1740 Meter Gleis.
Auf dieser kurzen Strecke steigt die Bahn um 744 Höhenmeter an.
Die Fahrt dauert nur wenige Minuten.
Eine Ausweiche in der Mitte
Wie viele Standseilbahnen fährt die Stoosbahn mit zwei Wagen im Pendelverkehr.
Während der eine hinauffährt, kommt der andere herunter.
In der Mitte der Strecke weichen sie einander auf einem kurzen Doppelgleis aus.
Das steilste Stück mit 110 Prozent liegt unterhalb dieser Ausweiche.
Oben und unten ist die Bahn etwas flacher.
Die Vorgängerin von 1933
Schon seit 1933 führte eine Standseilbahn auf den Stoos.
Sie war über Jahrzehnte die Verbindung des Dorfes zum Tal.
Mit der Zeit war die alte Bahn technisch überholt.
Am 15. Dezember 2017 ging die neue Bahn in Betrieb.
Sie ersetzte die historische Anlage vollständig.
Der Bau im steilen Fels
Der Bau einer so steilen Bahn ist aufwendig.
Die Trasse führt im steilen Gelände durch Tunnel und über eine Brücke.
Die Technik für die drehbaren Kabinen musste eigens entwickelt werden.
Mehrere Jahre dauerte die Errichtung der Anlage.
Das Ergebnis ist bis heute ein vielbeachtetes Beispiel des Bergbahnbaus.
Zum Vergleich
Die zweitsteilste Standseilbahn, die Gelmerbahn im Berner Oberland, erreicht 106 Prozent.
Bis 2017 galt diese als steilste offene Standseilbahn Europas.
Eine gewöhnliche Hauptbahn verträgt dagegen oft nur wenige Prozent Steigung.
Selbst steile Zahnradbahnen bleiben meist unter 50 Prozent.
Die Stoosbahn spielt damit in einer eigenen Liga.
Warum so steil gebaut wurde
Der Stoos liegt auf einer Hochterrasse weit über dem Talboden.
Zwischen Tal und Dorf türmt sich eine steile Flanke auf.
Eine flachere Bahn hätte viele Kehren und viel mehr Strecke gebraucht.
Die direkte, steile Linie ist kürzer und schneller.
Sie bringt die Gäste in wenigen Minuten nach oben.
Was die Zahl im Alltag heißt
Für die Fahrgäste ist von der Steigung wenig zu spüren.
Dank der drehbaren Kabinen stehen sie die ganze Fahrt über eben.
Erst der Blick aus dem Fenster verrät, wie steil es wirklich ist.
Die Bahn hat den autofreien Stoos gut erreichbar gemacht.
Und sie ist selbst zu einer Attraktion geworden.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
